Polizisten nach Vergewaltigungsvorwürfen: "Kein Opfer macht so sexy Selfies"

Eine 18-Jährige beschuldigt zwei New Yorker Polizisten, sie zum Oralverkehr gezwungen zu haben. Die Männer behaupten, der Sex sei einvernehmlich gewesen, und verweisen auf ihre Instagram-Posts: wer so aufreizende Selfies poste, könne jawohl kaum ein unschuldiges Opfer sein. 

Die Story ist wirklich unglaublich: Die New Yorker Polizisten Richard Hall und Eddie Martins sollen eine 18-jährige Frau zu Oralverkehr gezwungen haben. Martins habe sie anschließend auch noch vergewaltigt, sagt die Frau. Nach Aussagen der Beamten sei der Sex einvernehmlich gewesen. Die Polizisten sind jetzt angeklagt und müssen sich vor Gericht verantworten.

Die Fakten - was wir wissen

Definitiv haben die beiden Polizisten die Frau am 15. September aufgegriffen, mit Drogen erwischt und in ihr Polizeiauto steigen lassen. Die zwei Freunde, in deren Begleitung sie sich befunden hatte, haben die Beamten ziehen lassen.

Dann sind die Polizisten mit der 18-Jährigen auf einen Parkplatz gefahren, wo sie beiden einen Blowjob gegeben hat. Martins hatte außerdem Sex mit ihr. Einige Minuten später ließen sie die Frau gehen, woraufhin sie erst nach Hause und dann in Begleitung ihrer Mutter ins Krankenhaus ging. Die dort durchgeführten Untersuchungen bestätigten, dass die Blowjobs und der Sex mit den Polizisten stattgefunden hatten.

Die Geschichte der Frau

Wie Michael David, der Anwalt der 18-Jährigen, erklärte, hätten die Polizisten die Frau vor die Wahl gestellt: Entweder sie gibt beiden einen Blowjob oder sie muss mit aufs Revier.

Sie "entschied" sich für die Blowjobs – da die Männer sie im Zweifel aufgrund ihrer körperlichen Überlegenheit ohnehin dazu hätten zwingen können. Während der ganzen Zeit sei die Frau in Handschellen gewesen. Von freiwilligem Geschlechtsverkehr könne keine Rede sein.

Die Geschichte der Polizisten

Die Beamten bestreiten weder, dass die Frau sie oral befriedigt hat, noch, dass Martins mit ihr Sex hatte. Nur behaupten sie, dass all das einvernehmlich geschah. Als Beleg für ihre Aussage führen die Anwälte der Polizisten das Social-Media-Verhalten der 18-Jährigen an: So freizügig und aufreizend, wie sie sich bei Instagram und Co. präsentiere, könne sie jawohl kaum ein unschuldiges Vergewaltigungsopfer sein.

Und was sollen wir jetzt davon halten?

Zugegeben: Die junge Frau zeigt sich freizügig bei Twitter. Aber freizügige Tweets anzuführen, um ihr die Schuld zu geben und sich zu entlasten? Das geht jawohl gar nicht! Dürfen wir uns jetzt nicht mehr zeigen, wie wir wollen?

Entscheiden müssen ja nicht wir, sondern Richter und Geschworene. Aber egal, was dabei rauskommt: Falls noch mal jemand fragt, warum tausende Frauen immer erst Jahre später mit ihren #aufschrei- und #metoo-Geschichten um die Ecke kommen, wenn mal wieder eine passende Bewegung in Gang ist – wegen genau SOLCHER Vorwürfe à la "wenn du dich so sexy präsentierst, musst du dich auch nicht wundern".   

sus
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