Schule schickt Mädchen zum Schminken und Jungs in den Baumarkt – Widerrede zwecklos!

Platter geht's wirklich nicht: Eine australische Schule hat am "Boy's and Girl's Day" die Mädchen der sechsten Klassen zum Schminken verdonnert und die Jungs in den Baumarkt geschickt. Als der Vater einer Schülerin davon erfährt, platzt ihm der Kragen.

Nichts gegen Make-up und Haare-machen, aber das geht wirklich zu weit: Am "Girls and Boys Day" schickte eine australische Schule die Schülerinnen der sechsten Klassen zum Schminken und Stylen in die Bibliothek, während sich die Jungs – wie es sich für echte Kerle gehört - im Baumarkt vergnügen durften.🤦‍♀️

Schminke für Mädchen, Schrauben für Jungs - Ausnahmen unerwünscht

Laut Bored Panda habe die Schule das Programm bereits vorab im Newsletter angekündigt. Mädchen, hieß es darin, sollten "mit fabelhaftem Haar-Styling und leichtem Make-up verwöhnt" werden, während für die Jungs "Aktivitäten und ein BBQ-Lunch" im Baumarkt organisiert sei. Allerdings wurde auch die Ansage gemacht, dass Mädchen ebenso gerne in den Baumarkt fahren und Jungs zum Schminken gehen dürfen, wenn sie wollen ...

'Noch mal Schwein gehabt', dürfte sich Ruby Callaghan bei dieser Ansage gedacht haben, denn Schminken ist so gar nicht ihr Ding. Sie will Ingenieurin werden und interessiert sich viel mehr für Schrauben und Glühbirnen als für ihre Frisur. Als es dann aber so weit ist und sie am großen Tag mit in den Baumarkt möchte, muss Ruby feststellen, dass Erwachsene offenbar nicht immer zu ihrem Wort stehen – für Ruby geht's zum Schminken, der Baumarktbesuch sei doch nur was für Jungs. Freie Wahl? Pustekuchen!


"Loch im Raum-Zeit-Kontinuum?" - Vater schreibt zynischen Brief

Als der Vater der 12-Jährigen davon erfährt, ist er empört – und reagiert ziemlich gewitzt. Folgenden Brief schreibt er an den Schulleiter:

"Sehr geehrter Herr Direktor,

ich muss Sie auf einen sehr ernsten Vorfall aufmerksam machen, der sich gestern an Ihrer Schule ereignet hat, an der meine Tochter Ruby die sechste Klasse besucht.

Als Ruby gestern zur Schule ging, war 2017, aber als sie nachmittags zurück nach hause kam, war 1968.

Ich weiß das, weil Ruby mich darüber informierte, dass die "Mädchen" der sechsten Klassen in die Bibliothek sollten, um sich Haare und Make-up machen zu lassen, während die "Jungs" zu Bunnings [Baumarkt] gingen.

Können Sie die Schulgebäude nach einem Riss im Raum-Zeit-Kontinuum absuchen? Vielleicht ist da ein defekter Flux-Kompensator in der Mädchen-Toilette versteckt?

Ich freue mich darauf, dass das behoben wird, und meine Tochter und andere Mädchen Ihrer Schule in dieses Jahrtausend zurückkehren können, in dem Schulaktivitäten nicht scharf nach Geschlechtern getrennt werden.

Hochachtungsvoll,

Stephen Callaghan" 

Bei Twitter gab's für diese gewitzte Reaktion mehr als 9000 Favs und über 3000 Retweets.

Empowering - Vater sieht die Schule in der Pflicht

Aber auch wenn Callaghan mit Humor reagiert hat – ganz so lustig fand er die Aktion der Schule dann doch nicht. "Die Schule steht in der Verantwortung, diese Geschlechterbarrieren einzureißen", sagt er Bored Panda. Als Vater von drei Mädchen sei ihm das Thema besonders wichtig. Seine Frau und er wollten ihren Töchtern das Selbstvertrauen geben, "etwas zu sagen, wenn sie das Gefühl haben, diskriminiert zu werden, weil sie Frauen sind".

Hoffen wir mal, dass es, wenn wir versehentlich in eine Zeitmaschine steigen und in der Zukunft landen, mehr Leute wie Stephen Callaghan gibt und weniger wie die Verantwortlichen an Rubys Schule ...  

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