Sexistische Werbung? Dagegen kannst du jetzt etwas tun! 😡

Hast du schon mal frauenfeindliche Werbung gesehen, bei der du fast das Kotzen gekriegt hast? Jetzt kannst du handeln: Über die Website "Werbemelder" kannst du sexistische Werbung an den Pranger stellen. 

Keine Frage: Es gibt wahnsinnig kreative Köpfe in den Agenturen! Bei manchen Werbekampagnen möchte man lieber von Kunst als von Marketing sprechen.

Aber leider stolpert man eben auch immer wieder über Werbung, bei der die Macher offenbar nicht ihrer Kreativität, sondern der einfachsten und bekanntesten Marketing-Regel folgten: "Sex sells!"

Macht Bier etwa die Brüste praller?

Danke für nichts, Hirschkuss. @pinkstinks_de #sexistischewerbung #sexistischekackscheisse #hirschkuss #everydaysexism

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Warum sonst sollten sie eine Frau ihre Brüste in die Kamera halten lassen, wenn sie für Bier oder Akku-Schrauber werben? Macht Bier etwa die Brüste praller? Kann man den Akku-Schrauber vielleicht mit Muttermilch betreiben? Natürlich nicht!

Die Brüste und die Frau, der sie gehören, werden in solchen Kampagnen nur dazu benutzt, die Aufmerksamkeit von Männern zu erregen. Nach dem Motto: "Frau ist dazu da, geil zu machen – warum nicht auch auf unser Produkt?"

So kannst du sexistische Werbung melden!

Der Verein Pinkstinks hat jetzt die Website werbemelder.in gelauncht, über die wir sexistische Werbung melden können. Einfach ein Foto von dem Schrott machen, hochladen und fertig. Auf der Website werden die eingesendeten Beispiele dann auf einer interaktiven Karte angezeigt.

Was genau macht sexistische Werbung aus?

Nicht jede Werbung, die eine halbnackte Frau zeigt, ist sexistisch. Wenn zum Beispiel ein Sonnenstudio mit nackter Haut wirbt, ist das legitim, denn da geht's ja um Haut. Wer BHs verkaufen möchte, muss bei der Kampagne auch nicht auf Brüste verzichten.

Aber Produkte wie Bier, Werkzeug oder Autos haben mal einfach gar nichts mit nackten Frauenkörpern zu tun! Sie trotzdem damit zu bewerben, ist sexistisch – denn Frauen sind weder Kulisse noch Dekoration.


Wenn du nun eine Werbung siehst, bei der du dir unsicher bist: Schick sie trotzdem an den Werbemelder! Der prüft die Einsendungen nämlich, bevor er sie ausspielt, und unterscheidet dann zwischen "sexistisch", "nicht sexistisch" und "stereotyp".

Rechtlich ist Sexismus in der Werbung okay   

Schon seit längerem setzt sich Pinkstinks für ein Gesetz ein, das Sexismus in der Werbung den Garaus macht. Fast hätte es die SPD sogar aufgrund der Initiative von Pinkstinks in ihr Wahlprogramm zur letzten Bundestagswahl aufgenommen – aber eben nur fast.

Fakt ist, dass die Verantwortlichen in den Agenturen meist ungestraft ihrer Kreativität eine Pause gönnen und auf den billigen "Sex-sells"-Trick setzen können.

Genau deshalb ist das Projekt "Werbemelder", bei dem wir alle mitmachen können und das vom Bundesfamilienministerium gefördert wird, so wichtig: Es bringt knallhart ans Licht, ob nicht doch Handlungsbedarf an oberster Stelle besteht.

Übeltäter sind selten die Profis

Eines wissen wir: Außer "Call a Pizza" (oben) haben die meisten großen Marken längst begriffen, dass sie sich mit sexistischer Werbung langfristig selbst ein Bein stellen. Aber die Brauerei von nebenan, der Baumarkt des Vertrauens und der Gebrauchtwagenhändler im Nachbarort – die setzen eben doch noch oft auf die alte Masche.

Win-win: Unter den ersten 100 Einsendern an den Werbemelder werden mehrere Preise verlost. Also: Augen auf, Handy drauf und mitmachen!

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Sexistische Werbung? Dagegen kannst du jetzt etwas tun! 😡

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