Zu provokant? Russin protestiert gegen sexuelle Belästigung – und erntet Shitstorm

Mit einem provokanten YouTube-Video will eine junge Russin gegen sexuelle Belästigung protestieren - doch sie erntet einen Shitstorm. 

Dass russische Feministinnen ein Händchen für Provokation haben, wissen wir spätestens seit Pussy Riot. Doch während die legendäre Punkrock-Girlband aus Moskau vor allem das politische Patriarchat mit ihren Aktionen kritisiert haben, protestiert Anna Dovgaljuk gegen eine besondere Form der sexuellen Belästigung auf offener Straße: Upskirting – also wenn Männer Frauen heimlich das Handy unter den Rock halten, um ihre Intimsphäre zu fotografieren.

Striptease in der U-Bahn

Der Protest von Anna Dovgaljuk ist zwar ähnlich provokant wie der von Pussy Riot, sieht aber ganz anders aus: In belebten U-Bahnstationen in Sankt Petersburg mischt sie sich unter die Passanten – und hebt ihr Kleid hoch. So weit, dass man ihre Beine und ihre Unterhose sieht. Und natürlich dokumentiert sie ihre Aktion und veröffentlicht das Video davon bei YouTube.


Shitstorm bei YouTube

Obwohl die Jurastudentin mit ihrem "Video-Manifest 'Was ist unter meinem Rock?'" nach eigenen Aussagen für Frauen gegen ein großes Problem demonstrieren wollte, sehen einige ihrer Landsleute offenbar gerade ihre Aktion als Problem. Jedenfalls erntete Anna bisher mehr negative Kritik als Zuspruch.

"Frauen können an nichts anderes denken, als ihren Popo zu zeigen", hieß es etwa, oder "sie will nur maximale Aufmerksamkeit für sich selbst." Und "wie du es schaffst, dass andere Leute aufhören, Frauen zu Objekten zu machen: Mach dich selbst zum Objekt."

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die 20-Jährige auch als Model arbeitet und 2017 zur Miss Federazija gewählt wurde. 

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