Transgender-Prof kriegt keine Festanstellung – dafür jetzt 1,1 Millionen Dollar

Eine Universität verweigert einer Professorin Festanstellung und Beförderung: Dafür muss die Hochschule der Frau jetzt 1,1 Millionen US-Dollar zahlen. Bei Dienstantritt war die Dozentin ein Mann gewesen.

We were honored to spend the afternoon with Dr. Rachel Tudor and her legal team Ezra Young, Brittany Novotny, and Marie...

Gepostet von Freedom Oklahoma am Montag, 20. November 2017

Weil Rachel Tudor ihr Geschlecht während ihrer Amtszeit änderte, verweigerte die Universität ihr den Aufstieg. Das kam die Hochschule jetzt teuer zu stehen: Ein US-Gericht verurteilte die Southeastern Oklahoma State University wegen Diskriminierung – und zu einer Zahlung von mehr als 1,1 Millionen Dollar.

Start einer lebenslangen Laufbahn – eigentlich

2004 hatte Tudor als sogenannte Tenure Track-Professorin an der Universität begonnen. Normalerweise der Start für eine lebenslange akademische Laufbahn: Nach einer Weile der Bewährung folgt üblicherweise eine Langzeit-Professur – nicht selten auf Lebenszeit. 

Tudor unterrichtete Englisch, seinerzeit noch als Mann und mit dem Vornamen Robert. 2007 startete dann die Verwandlung von Robert zu Rachel. Eine entsprechende Info – dass im kommenden Semester eine Frau anstelle eines Mannes am Dozentenpult stehen würde – ging an die Hochschule. Die zeigte sich nicht begeistert.

Vizepräsident fühlt sich im Glauben beleidigt

Kurze Zeit später erhielt Tudor einen Anruf aus der Personalabteilung. Der Vizepräsident habe angeregt, die Professorin zu feuern. Der Grund: Tudors "Identität als Transgender-Frau" beleidige ihn in seinem religiösen Glauben. Das berichtet NBC News. Trotzdem bewarb sich die Professorin 2009 um eine Festanstellung und eine Beförderung – doch die Hochschule lehnte ab. Stattdessen ging die Stelle Gerichtsakten zufolge an einen gleich qualifizierten männlichen Bewerber.

Tudor zog vor Gericht. Und sie war nicht allein: 2015 verklagte schließlich auch die US-Justizbehörde die Hochschule in Oklahoma. Vorwurf: Diskriminierung wegen Geschlechtsidentität. Die Jury eines US-Gerichts gab den Klägern jetzt Recht. Die acht Mitglieder sind sich einig, dass Tudor die Stelle nur wegen ihres Geschlechts verwehrt wurde – und weil sie Diskrimierung ihr gegenüber angeprangert hatte.

BREAKING: Rachel Tudor, a transgender professor who was denied tenure from Southeastern Oklahoma State University, was...

Gepostet von Freedom Oklahoma am Montag, 20. November 2017

Als Entschädigung sprach die Jury Tudor 1,165 Millionen US-Dollar zu. "Das sind phänomenale Neuigkeiten", kommentierte der Sprecher einer örtlichen Interessenvereinigung für Schwule, Lesben und Transgender das Urteil. "Es zeigt, dass Geschechtsidentität Teil des Geschlechts ist, und dass Diskriminierung bis zum altväterlichen Frauenhass reicht." Der Fall sei der erste seiner Art, sagte die Anwältin der Professorin gegenüber NBC News. "Das ist ein ziemlich aufregender Tag und ein ziemlich großer Moment."

kia

Wer hier schreibt:

Themen in diesem Artikel

Diesen Inhalt per E-Mail versenden

Demonstranten bei einer "Gay Pride"-Parade.
Transgender-Prof kriegt keine Festanstellung – dafür 1,1 Mio. Dollar

Eine Universität verweigert einer Professorin Festanstellung und Beförderung: Dafür muss die Hochschule der Frau jetzt 1,1 Millionen US-Dollar zahlen. Bei Dienstantritt war die Dozentin ein Mann gewesen.

Du kannst mehrere E-Mail-Adressen mit Komma getrennt eingeben

E-Mail wurde versendet
Deine Mail konnte leider nicht versendet werden