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Schlafstörungen Ursachen Die 7 häufigsten

Gründe für Schlafprobleme: Frau liegt wach im Bett
© Kleber Cordeiro / Shutterstock
Manchmal liegen wir hellwach im Bett und der Schlaf will und will einfach nicht kommen. Diese 7 Schlafstörungen Ursachen sind oft schuld daran!

Schlafstörungen Ursachen: Woher weiß ich, ob ich Schlafstörungen habe?

Schlafstörungen (Insomnie) sind ein Massenphänomen: Millionen Menschen klagen allein in Deutschland darüber. Oft fällt das Ein- und Durchschlafen schwer, ebenso häufig wachen Betroffene auch ungewöhnlich früh auf und können nicht mehr weiterschlafen. Das kann zum Beispiel zu ständiger Müdigkeit am Tag, Erschöpfung oder Konzentrationsstörungen führen.

Symptome von Schlafstörungen

Folgende Symptome deuten auf Schlafstörungen hin:

  • Einschlafen dauert regelmäßig länger als 20 Minuten
  • In der Nacht wacht man häufiger auf
  • Nach dem Aufwachen kann man nicht direkt wieder einschlafen, sondern liegt länger wach
  • Am Morgen wacht man deutlich zu früh auf und liegt dann wieder wach

Halten diese Beschwerden über einen längeren Zeitraum an, kann die Schlaflosigkeit für Betroffene zum gesundheitlichen Problem werden – beispielsweise werden Depressionen durch Schlafstörungen begünstigt. Aber wieso fällt uns gesunder Schlaf bloß so schwer? Wir haben sieben häufige Schlafstörungen Ursachen zusammengefasst!

1. Du isst zu spät

Klar ist es verlockend, sich spät abends nochmal zum Kühlschrank zu schleichen und sich einen Becher Pudding zu gönnen, wenn es keiner merkt. Deiner Schlafroutine tust du damit aber keinen Gefallen: Gerade schweres, fettiges und/oder sehr zuckerhaltiges Essen belastet die Verdauung ungemein, wodurch Durchschlafstörungen auftreten können.

Ebenso gefährlich: koffeinhaltige Lebensmittel nach 18 Uhr. Wenn du ohnehin schon an Schlafstörungen leidest, solltest du auf eine Tasse Kaffee oder das Glas Cola am Abend lieber verzichten. Dasselbe gilt für Alkohol: Er hilft zwar oft beim Einschlafen, die Schlafqualität ist aber schlechter und man wacht häufiger in der Nacht auf.

2. Du hast einen Mittagsschlaf gemacht

Zwei bis drei Nickerchen pro Woche sind gesund– das hat erst vor kurzem eine neue Studie belegt, wie wir auch im Artikel So schützt ein Power-Nap dein Herz beschrieben haben. Aber dabei solltest du beachten, dass auch das kurze Nickerchen zu deiner regulären Schlafzeit zählt – und du so entsprechend in der folgenden Nacht womöglich etwas kürzer schläfst als sonst. Wenn du darunter leidest, zu früh aufzuwachen und dadurch Tagesmüdigkeit auftritt, solltest du also prüfen, ob dein Mittagsschlaf daran schuld ist.

Schlafstörungen Ursachen: Die 7 häufigsten

3. Du stehst unter Stress

Es ist wirklich nicht immer einfach, die Geschehnisse des Tages hinter sich zu lassen und den Kopf freizubekommen – dabei ist das für gesunden Schlaf praktisch unerlässlich. Ob Probleme im Job oder eine schier endlose To-Do-Liste zuhause – seelische Sorgen lösen Stress aus, der wiederum die Adrenalinproduktion des Körpers ankurbelt. Gerade Dauerstress ist pures Gift für unseren Schlaf – jetzt hilft nur noch die richtige Behandlung! Wenn du merkst, dass du unter seelischen Dauerbelastungen leidest und nicht einschlafen kannst, hol dir bitte Hilfe.

Ein Psychotherapeut kann in einer Behandlung mit dir beispielsweise Stressbewältigungsstrategien erarbeiten, im Job solltest du mit ehrlich mit deinem Chef darüber sprechen, was die Arbeitsbelastung mit dir macht. Und dein Partner kann sicher auch mal den Haushalt oder die Kinderbetreuung übernehmen, damit du dir eine Pause gönnen und etwas gegen diese Ursache von Schlafstörungen unternehmen kannst.

4. Deine Füße sind kalt

Damit wir schlafen können, fährt der Körper quasi herunter wie ein Computer. Das kann er aber nicht, wenn unsere Hände oder Füße kalt sind: Dann kurbelt er die Durchblutung an, damit die kalten Gliedmaßen erwärmt werden – was uns wiederum vom Schlafen abhält und Insomnie auslösen kann. Ein warmes Fußbad oder eine Wärmflasche am Bettende können hier Abhilfe schaffen. Auf Socken solltest du dagegen verzichten: Sie überhitzen die Füße wiederum zu schnell und können so das Durchschlafen stören.

5. Du nutzt vor dem Schlafengehen dein Handy

Blauwelliges Licht, das von Smartphone, Fernseher und Co. ausgestrahlt wird, beeinflusst die Produktion des "Schlafhormons" Melatonin, sodass der Körper weniger davon ausschüttet. Und das wiederum hält uns wach. Um gut ein- und durchzuschlafen, sollten wir mindestens zwei Stunden vor dem Schlafengehen auf elektronische Geräte verzichten. Besser: Ein gutes Buch lesen oder eine entspannende Tasse Tee trinken – das macht die meisten Menschen müde.

6. Du leidest unter Erkrankungen

Verschiedene Krankheiten können bei den Patienten auch Schlafstörungen auslösen. Dazu zählt beispielsweise die Schlafapnoe: Sie führt zu Atmungsstörungen in der Nacht und begünstigt auf Dauer andere Erkrankungen, unter anderem am Herzen. Deutlich seltener liegt die Narkolepsie vor. Dabei ist die Schlaf-Wach-Regulation gestört. Die Betroffenen leiden an starker dauerhafter Müdigkeit und erleben echte Einschlafattacken über den ganzen Tag verteilt. Gegen solche Krankheiten hilft in der Regel nur eine zielgerichtete Therapie. 

7. Du nimmst Medikamente

Es gibt auch einige Medikamente, bei denen Schlafstörungen als Nebenwirkung auftreten können. Dazu zählen:

  • Cholesterinsenker
  • Antidepressiva
  • Asthmamittel
  • Schmerzmittel

Ironischerweise können auch Schlafmittel zu den Schlafstörungen Ursachen zählen, wenn sie häufig genommen werden – sofern sogenannte Benzodiazepine darin enthalten sind.

Wer Schlafmittel oder Medikamente nimmt, die Schlafstörungen auslösen können, sollte mit seinem Arzt über mögliche Präparatalternativen sprechen.

Schlafstörungen Ursachen: Noch mehr Tipps für besseren Schlaf

Wichtig für einen gesunden Schlaf ist auch die richtige Schlafhygiene: Dazu zählt, dass man möglichst immer zur selben Zeit ins Bett gehen und aufstehen sollte. Auch das Raumklima ist entscheidend: Am besten schlafen wir in einem möglichst dunklen Raum ohne störende Lärmquellen. Und: Die meisten Menschen können bei einer Temperatur zwischen 16 und 18 Grad gut einschlafen.

Wann ein Schlaflabor helfen kann

Du konntest Erkrankungen als Auslöser deiner Beschwerden ausschließen und bist immer noch unsicher, ob sich deine Insomnie auf eine dieser Ursachen zurückführen lässt? Dann könnte dir ein Besuch im Schlaflabor helfen. Hier wird der Schlaf des Patienten genau überwacht und es ist leichter, mögliche Ursachen des schlechtes Schlafes zu ergründen. Sprich aber vorab am besten mit deinem Arzt über dein Vorhaben, ein Schlaflabor aufzusuchen.

Lesetipps: Hier verraten wir unsere besten Einschlaftipps, wie es zum Schlafwandeln kommt, wie du Schnell einschlafen kannst und was bei Durchschlafstörungen noch hilft. Außerdem erklären wir, wie die Chinesische Organuhr funktioniert.

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Quellen

Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin, (DGSM), www.dgsm.de      

S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin: Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörungen (Stand: 2017)

Staedt, J. & Riemann, D.: Diagnostik und Therapie von Schlafstörungen, W. Kohlhammer Verlag, 1. Auflage, 2006

Bachmann, S.; Längler, A.: Hausmittel in der modernen Medizin, Urban und Fischer, München 2005


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