"Bulletproof-Coffee" – fitter, wacher, schlanker

Kaffee ist an sich schon ein Wachmacher. Mit einer Tasse "Bulletproof Coffee" soll aber richtig die Post abgehen. Und schlank macht das Getränk angeblich auch noch.

"Bulletproof Coffee" ist der "kugelsichere" Mix aus Filterkaffee, je einem Teelöffel Butter und Kokosöl. Das hört sich fies an und schmeckt wohl auch so. Doch hartgesottene Zeitgenossen schwören mittlerweile darauf. Der Kaffee mit der Fetteinlage mache hellwach, liefere unglaublich viel Energie für den ganzen Tag und halte extrem lange satt.

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Macht der Kaffeemix fitter als normaler Kaffee?

Kaffee putscht bekanntlich auf. Aber wer an die tägliche Dosis Koffein gewöhnt ist, dürfte kaum geflasht werden, da das Fett die Koffeinaufnahme in den Körper verzögert. Dafür hat man dann länger was davon. Der "unglaubliche" Energieschub dürfte sich eher bei Menschen zeigen, die sonst keinen Kaffee trinken.

Kann man damit abnehmen?

Der Erfinder des Bulletpoof Coffee, der Amerikaner David Asprey, behauptet, mit dieser Methode 45 Kilo in zehn Jahren abgenommen zu haben. Aber ob's wirklich nur am Kaffee lag? Ein Becher davon liefert schon mal 82 kcal mehr als ohne Fettzugabe.

Für die schlankmachenden Effekte sollen spezielle Fette in Butter und Kokosöl verantwortlich sein: sogenannte MCTs, das sind mittelkettige Fettsäuren. Sie gelten als leicht appetithemmend und liefern etwas weniger Kalorien, nämlich rund 8 pro Gramm, bei langkettigen sind es 9. Außerdem verbraucht der Körper mehr Kalorien, wenn er MCTs verstoffwechselt, als wenn er es mit langkettigen Fetten zu tun hat. Und die Energie steht schneller zur Verfügung. Doch MCTs kommen in der Natur kaum vor. Sie stecken nur in Kokosfett, Palmkernöl sowie in geringen Mengen in Milchfett. Die tägliche Aufnahme aus natürlichen Quellen liegt durchschnittlich bei etwa zwei Gramm. Würde man am Tag 50 Gramm langkettige Fette gegen MCTs ersetzen, ergäbe das insgesamt eine Einsparung von höchstens 80 Kilokalorien.

Selbst Studien geben nicht uneingeschränkt Anlass zum Jubeln. Sie zeigen, dass Probanden bei einer kalorienreduzierten Kost plus MCT-Gabe mehr abnahmen als ohne MCTs. Auch verloren sie mehr Körperfett und weniger Muskeleiweiß als die Gruppe, die keine MCTs erhielten. Doch: Die Vorteile hatten kaum Bestand. Nach zwei Wochen ließen die Wirkungen langsam, aber deutlich nach. Als Ursache dafür vermuten die Forscher, dass sich der Stoffwechsel an die veränderten Bedingungen anpasst.

Fazit:

Die paar MCTs aus Butter und Kokosöl im Kaffee werden kaum etwas an der Gewichtsschraube ausrichten können. Auf einigen Websites wird daher empfohlen, statt Kokosöl gleich pure MCT-Fette zu nehmen. Sie werden künstlich hergestellt für Menschen mit bestimmten Erkrankungen des Verdauungsapparates. Man bekommt die Fette in Form von Öl oder Margarine im Reformhaus oder online (z. B. von Ceres). Doch selbst die puren MCTs dürften die Pfunde nicht zum Schmelzen bringen, solange man nicht auf seine Ernährung achtet und Sport treibt.

Tipp aus dem Web: Wer die Zutaten für den Bulletproof Coffee in einen Hochleistungsmixer gibt, erhält ein schaumiges Getränk, das ähnlich wie Latte macchiato schmecken soll.

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