Abnehmen mit der Glücks-Diät - zu schön, um wahr zu sein?

Die Diät durchhalten und dabei auch noch glücklich sein? Laut Anne Dufour und Carole Garnier geht das – mithilfe der richtigen Glückshormone.

Während man meist hochmotiviert in eine Diät startet, stellt sich oft schon nach einer Woche die erste Ernüchterung ein: Auf Sport hat man eigentlich jetzt schon keine Lust mehr, und auf der Waage tut sich auch nichts. Das sorgt für Frust und schlechte Laune. Doch es spielt wohl noch ein Faktor eine entscheidende Rolle dabei, ob wir erfolgreich und langfristig abnehmen. Und dabei handelt es sich um unseren Dopaminspiegel, wie Anne Dufour und Carole Garnier in ihrem Buch "Dopamin Flash" erklären.

Was ist Dopamin?

Dopamin ist ein Nervenbotenstoff, der unter anderem das Belohnungszentrum des Gehirns aktiviert und deshalb ähnlich wie Serotonin als Glückshormon gilt. Anders als Serotonin wirkt Dopamin aber zusätzlich auf lange Sicht motivations- und antriebssteigernd. Außerdem sorgt ein niedriger Dopaminspiegel für kaum kontrollierbaren Heißhunger und besonders viel Lust auf fette und süße Speisen.

Inzwischen weiß man auch, dass Übergewicht in einem direkten Zusammenhang mit einem gestörten Dopaminhaushalt steht: Studien deuten beispielsweise darauf hin, dass das Hormon bei Übergewichtigen nicht mehr so effektiv wirkt, weil sie weniger Rezeptoren haben, an die der Botenstoff andocken kann. Damit das Belohnungszentrum des Gehirns durch zuckerhaltige Speisen genauso gut aktiviert wird wie bei normalgewichtigen Personen, müssten die Übergewichtigen deutlich mehr essen. All diese Faktoren machen Dopamin zum perfekten Hauptakteur einer Glücks-Diät, mit der man einfacher am Ball bleiben kann.

Wie funktioniert die Glücks-Diät?

Im Grunde ist damit der Grundgedanke der Glücks-Diät auch schon erklärt: Um die Diät so lange und motiviert wie möglich durchziehen zu können, sollten wir darauf achten, einen hohen Dopaminspiegel zu haben. Der Körper bildet das Glückshormon aus Aminosäuren, die in den Proteinen Phenylalanin und Tyrosin enthalten sind. Um sicherzustellen, dass wir ausreichend mit Dopamin versorgt sind, sollten wir also viele Lebensmittel essen, in denen ein hoher Anteil an Phenylalanin und Tyrosin steckt. Dazu zählen beispielsweise:

  • Grüne Bohnen
  • Hühnereier
  • Getrocknete Erbsen
  • Erdnüsse
  • Fisch
  • Fleisch
  • Gelatine
  • Gerste
  • Kartoffeln
  • Kuhmilch

Wichtig: Damit der Körper aus den Aminosäuren tatsächlich Dopamin herstellen kann, benötigt er ausreichend Mineralstoffe und Vitamine, beispielsweise Eisen und B2, B3, B6, B9 und B12. 

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So wirst du mit der Diät schlank

Natürlich werden wir nicht automatisch schlank, nur weil wir mehr der oben genannten Lebensmittel verzehren (und vielleicht motivierter Sport machen, auch wenn das sicher eine Rolle beim Ergebnis spielt). Die Autorinnen geben deshalb insgesamt 14 Tipps, mit denen der "Dopamin Flash" gelingt und die Pfunde purzeln. Hier kommen die wichtigsten: 

  • Setze auf Proteine: Nicht nur unsere Muskeln brauchen Proteine – sie sind auch der Grundbaustein der Neurotransmitter, die wir für die Herstellung von Dopamin brauchen. Es sollten also proteinhaltige Lebensmittel wie Milchprodukte häufiger auf dem Speiseplan stehen.
  • Reduziere Kohlenhydrate: Zucker hemmt die Dopaminproduktion – also Hände weg von Süßigkeiten. Auch klassische Kohlenhydratlieferanten wie Brot, Nudeln, Reis und Co. sollten nur wenig gegessen werden.
  • Verwende unverarbeitete Lebensmittel: Vitamin- und mineralstoffreich sind Lebensmittel in der Regel nur dann, wenn sie nicht industriell weiterverarbeitet wurden. Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch sollten daher möglichst frisch auf dem Markt gekauft werden.
  • Verzichte auf zuckerhaltige Getränke: Softdrinks jeglicher Art sind einer der Hauptverursacher von Übergewicht. Lieber weglassen und zuckerfreie Getränke sowie viel Wasser trinken (ab und an darf es aber auch mal eine leichte Fruchtschorle sein).
  • Bewege dich regelmäßig: Wer sich täglich etwas bewegt, bekommt schneller Routine – und bleibt am Ball. Laut den Autorinnen sollten 30 bis 40 Minuten täglich das Minimum sein.
  • Wage neues: Neue Erfahrungen und Erlebnisse aktivieren die Dopaminproduktion. Deshalb beispielsweise mal öfter einen anderen Weg zur Arbeit nehmen oder auf ein Konzert gehen, auf dem man zuvor noch nie war.

Fazit: So finden wir die Glücks-Diät

Grundsätzlich setzt die Glücks-Diät auf eine Kombination aus gesunden Lebensmitteln und viel Bewegung – daher ist es durchaus ein Abnehmkonzept, das man längerfristig durchführen kann. Und die Lebensmittel mit einem hohen Gehalt Phenylalanin und Tyrosin in den Alltag einzubauen, dürfte den meisten nicht schwerfallen. Wenn der dadurch hohe Dopaminspiegel tatsächlich für mehr Sportmotivation sorgt und so die Kilos purzeln – umso besser!

Allerdings sind die anderen Tipps der Autorinnen (keine Süßigkeiten, viele Proteine, wenig Kohlenhydrate etc.) nun wirklich nichts Neues mehr. Die meisten Vorschläge dürfte jede Frau kennen, die sich schon mal mit gesunder Ernährung auseinandergesetzt hat. So bleibt der Fokus auf Dopamin für eine längere Motivation der einzige wirklich interessante Aspekt das Buchs. Wer sich an den alten Tipps im neuen Gewand nicht stört, kann aber davon ausgehen, dass er mit der Glücks-Diät einige Pfunde verliert.

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