Adipositas: Wenn Übergewicht gefährlich wird

Adipositas, auch Fettleibigkeit genannt, ist der Fachbegriff für extremes Übergewicht. Aber ab wann gelte ich als fettleibig und was hilft dagegen?

Was ist Adipositas? 

Adipositas (auch Fettleibigkeit oder Fettsucht) ist der Fachbegriff für extremes Übergewicht. Ob ein Mensch vom Normalgewicht abweicht, lässt sich durch den sogenannten Body-Mass-Index (BMI) ermitteln. Übergewicht beginnt mit einem BMI ab 25, als adipös gilt ein BMI ab 30. In vielen Fällen lässt sich Fettleibigkeit auf falsche Ernährungsweisen zurückführen – aber auch diverse Krankheiten begünstigen Übergewicht. 

Drei Stufen der Adipositas Fettsucht wird in drei Stufen unterteilt: 

  • Adipositas Grad I: BMI ab 30 
  • Adipositas Grad II: BMI ab 35 
  • Adipositas Grad III: BMI über 40

Was versteht man unter Adipositas permagna? 

Mit Adipositas permagna ist der höchste Schweregrad von extremen Übergewicht gemeint, also Adipositas Grad III. Sie ist aber auch unter der Bezeichnung  morbide Adipositas bekannt. Der Grund: Derart extremes Übergewicht führt nicht nur fast immer zu  Folgeerkrankungen wie Gelenkverschleiß oder sogar Krebs, es reduziert die Lebenserwartung in vielen Fällen auch deutlich. 

Adipositas permagna schränkt die Lebensqualität Betroffener erheblich ein: Beispielsweise kann man oft seinen Beruf nicht mehr ausüben, weil langes Sitzen oder Gehen durch schmerzende Gelenke unmöglich ist. Zusätzlich schämen sich Betroffene häufig dafür, derart adipös zu sein und erfahren Geringschätzung in ihrer Umwelt. Die Folge: Sie igeln sich zuhause ein. Durch die Isolation und den damit verbundenen psychischen Stress werden die Beschwerden oft noch schlimmer. 

Menschen mit Adipositas permagna, also extremen Übergewicht, sind in ihrer Lebensqualität oft erheblich eingeschränkt.

Starkes Übergewicht ist gerade in den Industrienationen ein immer größer werdendes Problem: In den letzten 40 Jahren ist der Anteil an Menschen, die an Adipositas leiden, deutlich gestiegen. Fast ein Viertel aller Erwachsenen in Deutschland und rund 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen leiden an Fettleibigkeit. Übrigens gilt Adipositas medizinisch eigentlich nicht als Krankheit, sondern als Gesundheitsstörung. Diese führt oft sowohl zu physischen als auch psychischen Folgeerkrankungen und kann die Lebensqualität Betroffener erheblich einschränken. 

Diese Folgeerkrankungen solltest du kennen 

Die möglichen Folgeerkrankungen von einem stark erhöhten Körpergewicht sind häufig dramatischer als Adipositas selbst. Meist erhöht sich durch starkes Übergewicht das Risiko für diese Krankheiten: 

  • Diabetes Typ 2 
  • Bluthochdruck 
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen 
  • Fettstoffwechselstörungen 
  • Gelenkerkrankungen 
  • Diverse Krebserkrankungen 
  • Fettleber 
  • Demenz 

Eine der häufigsten Folgeerkrankungen von Adipositas ist Diabetes.

Was meine Fettverteilung über meine Gesundheit verrät 

Neben dem BMI spielt bei Adipositas die Fettverteilung eine große Rolle für das Risiko, Folgeerkrankungen zu entwickeln. Studien zeigen, dass gerade ein hoher Anteil an Bauchfett die Wahrscheinlichkeit erhöht. Ob du zu viel Bauchfett hast, lässt sich durch eine Taillenmessung feststellen: Bei Frauen sollte die Taille nicht mehr als 88 Zentimeter Umfang betragen, bei Männern nicht mehr als 102 Zentimeter. 

Apfel oder Birne? 

Man spricht bei der Fettverteilung auch von einem Fettverteilungsmuster. Dieses bestimmt, wo sich im Körper das Fett am meisten sammelt. 

  • Beim androiden Fettverteilungstyp, auch Apfeltyp genannt, lagert sich das Fett eher am Bauch an – davon sind meist Männer betroffen. Dieses Fettverteilungsmuster mit einem hohen Anteil an Bauchfett begünstigt Folgeerkrankungen von Adipositas am meisten. 
  • Die zweite Form ist der gynäkoide Typ, auch Birnentyp, bei dem sich die Fettzellen vor allem an Hüfte und Oberschenkeln absetzen– hiervon sind meist Frauen betroffen. Das Risiko für typische Folgeerkrankungen von Fettsucht ist bei diesem Fettverteilungsmuster deutlich geringer. 

Was hilft bei Fettleibigkeit? 

Um Adipositas langfristig loszuwerden, müssen Lebensgewohnheiten verändert werden – auch wenn es schwerfällt. 

  • Am wichtigsten ist eine entsprechende Ernährungsumstellung: Statt Fertigprodukten, süßen Limonaden und Snacks gehören vor allem Obst und Gemüse, Milch- und Vollkornprodukte sowie Wasser auf den Speiseplan. 
  • Baue außerdem Bewegung in deinen Alltag ein. Dafür musst du gar nicht sofort dreimal die Woche ins Fitnessstudio – gerade bei einem hohen Körpergewicht ist es wichtig, die Gelenke – besonders die Knie – nicht zu stark zu belasten. Für den Einstieg eignet sich zum Beispiel dreimal die Woche je eine halbe Stunde Walken oder Schwimmen. Zusätzliche Motivationshilfe zur Gewichtsabnahme gibt es durch professionelle Unterstützung, beispielsweise durch eine Verhaltenstherapie. 

Ist eine Erkrankung die Ursache der Adipositas, muss diese oft als erstes behandelt werden, ehe sich das Körpergewicht reduzieren lässt. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion beispielsweise sinkt oft der Grundumsatz – also die Energie, die wir täglich für die wichtigsten Körperfunktionen wie Atmung und Blutkreislauf benötigen. Wer jetzt normal weiter isst, überschreitet diesen Grundumsatz meist. Die Folge: Man nimmt kontinuierlich zu. Oft lässt sich erst durch eine hormonelle Einstellung der Schilddrüse, durch die die Unterfunktion ausgeglichen wird, auch das überschüssige Gewicht wieder reduzieren.

Adipositaschirurgie: Befreit mich eine Magenverkleinerung von meiner Fettleibigkeit? 

Es klingt wie die einfachste Lösung: Durch eine Magenverkleinerung, beispielsweise mit einem Magenband oder einem Magenbypass, passt nicht mehr so viel Essen in den Bauch, wodurch man automatisch weniger isst – schon purzeln die Pfunde. Tatsächlich ist die sogenannte Adipositaschirurgie aber in der Regel der letzte Weg, der in der Medizin für eine Gewichtsabnahme eingeschlagen wird. 

Häufig haben die Patienten einen BMI von über 40. Aber auch bei einem BMI ab 35 kann ein Eingriff durchgeführt werden, sofern der Betroffene bereits an krankhaften Folgen der Adipositas leidet. Ob die Adipositaschirurgie als Behandlungsmethode infrage kommt, entscheidet der Arzt mit Blick auf die Vorgeschichte des Patienten. Nicht jeder, der stark adipös ist, eignet sich auch für eine Magenverkleinerung. 

Die wichtigste Regel: Alle anderen gängigen Methoden zur Gewichtsreduktion, beispielsweise ärztlich kontrollierte Diäten, wurden zuvor bereits erfolglos ausgeschöpft. Zusätzlich muss der Betroffene volljährig und emotional stabil sein. Suchterkrankungen oder Depressionen dürfen nicht vorliegen, wenn der Patient ein Magenband oder einen Magenbypass haben möchte. 

Als letzte Möglichkeit kann bei der Behandlung von Adipositas ein chirurgischer Eingriff, zum Beispiel eine Magenverkleinerung, erfolgen.

Wie bei jeder Operation ist auch eine Magenverkleinerung mit Risiken verbunden. Neben generellen Schmerzen, Infektionen und Blutungen kann es aufgrund des Übergewichts zu Komplikationen bei der Narkose kommen. Deshalb schätzt der Arzt vorab das persönliche Risiko des Patienten ein und entscheidet selbst, ob ein Magenband oder ein Magenbypass infrage kommt, um die Adipositas zu behandeln. 

Wer zahlt meinen Eingriff? 

Chirurgische Eingriffe zur Gewichtsabnahme zählt für gewöhnlich nicht zu den Regelleistungen der Krankenkassen. Trotzdem kann es sich lohnen, einen Antrag auf Kostenübernahme zu stellen – positive Einzelfallentscheidungen sind durchaus möglich. Voraussetzung dafür ist bei vielen Kassen die Teilnahme an fachübergreifenden Behandlungsansätzen, wie sie in vielen zertifizierten Zentren angeboten werden. Verschiedene Experten, beispielsweise Psychologen, Ernährungsberater, Internisten und Bewegungstherapeuten, sind an der Behandlung der Adipositas beteiligt. 

Magenballon – endlich schneller satt? 

Eine weitere Methode gegen Fettleibigkeit ist der Einsatz von einem sogenannten Magenballon. Dieser besteht meist aus Silikon oder Kunststoff und wird entweder durch eine Magenspiegelung oder durch Schlucken in den Magen eingesetzt. Durch sein Volumen erzeugt er ein Sättigungsgefühl, was den Betroffenen dazu bewegen soll, weniger zu essen. Er gilt nicht als operative Maßnahme zur Verminderung des Körpergewichts und ist daher kein Teil der chirurgischen Behandlungsmöglichkeiten.

Ganz ohne Disziplin geht es nicht 

Auch nach einem chirurgischen Eingriff zur Gewichtsreduktion müssen Betroffene Disziplin mitbringen – ohne gesunde Ernährung werden die Pfunde nicht purzeln.

Ganz egal ob man sich nun für eine Magenverkleinerung oder einen Magenballon entschieden hat, um gegen Adipositas vorzugehen: Es hängt vor allem vom Patienten selbst ab, ob es zu einer erfolgreichen Gewichtsabnahme kommt oder nicht. Im Anschluss an den jeweiligen Eingriff erhalten Betroffene eine psychologische und eine Ernährungsberatung. Es ist am wichtigsten, sich an den vorgegebenen Lebens- und Ernährungsplan zu halten. Dann ist eine Verminderung von bis zu 70 Prozent des Übergewichts innerhalb von zwei Jahren möglich. Auch auf eventuelle Folgeoperationen sollten Patienten sich einstellen – beispielsweise, um nach der Gewichtsabnahme überflüssige Haut entfernen zu lassen.

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