Enzym-Diät – was kann die eigentlich?

Sind Enzyme die neue Wunderwaffe gegen Fett? Durch die Enzym-Diät sollen die Kilos nur so purzeln. Wir haben uns die Methode mal genauer angesehen.

Lauter süße Früchte essen – und so abnehmen. Genau das verspricht die Enzym-Diät. Aber warum sollen Enzyme beim Abnehmen helfen? Angeblich regen sie die Fettverbrennung und die Verdauung an und lassen so lästige Pölsterchen verschwinden. Aber stimmt das wirklich? Und wie funktioniert die Enzym-Diät überhaupt?

Was sind Enzyme eigentlich?

Enzyme werden für unterschiedliche körperliche Prozesse benötigt, zum Beispiel für den Stoffwechsel. Der Körper kann sie selbst herstellen, es gibt aber auch ein paar Lebensmittel, in denen viele Enzyme stecken. Besonders tropische Früchte wie zum Beispiel Ananas enthalten viele Enzyme – und stehen deshalb ganz weit oben auf dem Speiseplan der Enzym-Diät.

Wie funktioniert die Enzym-Diät?

Das Konzept der Enzym-Diät ist einfach: Es stehen ausschließlich Lebensmittel auf dem Speiseplan, die einen hohen Enzymgehalt aufweisen. Dazu gehören:

  • Ananas: Enthält das Enzym Bromelain, das im Darm die Spaltung von Proteinen anregt und den Körper dabei unterstützt, sie zu absorbieren. Angeblich kurbelt dieses Enzym auch die Fettverbrennung an – belegt ist diese Behauptung aber nicht.
  • Kiwis: Das enthaltene Enzym Actinidain schleust schwer verdauliche Proteine schneller durch den Darm. Außerdem verbessern Kiwis den Spiegel des Hormons Seronotin, das unter anderem den Tiefschlaf begünstigt – der wiederum wichtig für den Stoffwechsel ist.
  • Mangos: In ihnen sind Amylasen enthalten, die den Abbau von Kohlenhydraten verbessern sollen. Außerdem kurbeln Mangos angeblich den Stoffwechsel an und wirken bei Verdauungsstörungen unterstützend.
  • Papayas: In Papayas ist das Enzym Papain enthalten, das den Körper ähnlich wie Bromelain bei der Spaltung von Proteinen unterstützt. Außerdem kann es dem Immunsystem bei der Bekämpfung von Entzündungen helfen.
  • Bananen: Bananen enthalten Amylasen und Glucosidasen, die wie gesagt unter anderem bei der Spaltung und Verdauung von Kohlenhydraten eine Rolle spielen. Außerdem belegt eine Studie einen Zusammenhang zwischen diesen Enzymen und den guten Darmbakterien. Experten vermuten daher, dass die Enzyme für eine ausgewogene Darmflora sorgen können und damit zumindest indirekt beim Abnehmen helfen.

Bei der Enzym-Diät handelt es sich also um eine Mono-Diät, für die man einen eisernen Willen braucht. Auch, weil täglich nur 1.000 Kalorien gegessen werden dürfen – das entspricht etwa ein bis zwei Kilo Obst, die nach Belieben über den Tag verteilt werden dürfen. Wichtig: Finger weg von Produkten aus der Dose! Diese sind oft zusätzlich gezuckert oder mit anderen Zusatzstoffen versehen, die den Diäterfolg stören könnten. Stattdessen sollten nur frische Produkte auf dem Speiseplan stehen.

Welche Vorteile hat die Enzym-Diät?

Folgende positive Effekte kann die Enzym-Diät haben:

  • Schneller Gewichtsverlust
  • Verdauung kommt in Schwung

Welche Nachteile hat die Enzym-Diät?

Es gibt viele kritische Stimmen zur Enzym-Diät. Das hat folgende Gründe:

  • Kein wissenschaftlicher Beleg, dass die Fettverbrennung angekurbelt wird
  • Kalorienzufuhr auf Dauer zu gering
  • Abgenommen wird hauptsächlich Wasser, kein Fett
  • Große Gefahr für den JoJo-Effekt nach der Diät
  • Schwer durchhaltbar
  • Einseitige Ernährung verhindert die Aufnahme von genügend Nährstoffen
  • Es werden zu große Mengen an Fruchtzucker und -säure konsumiert
  • Verzehr tropischer Früchte auf Dauer relativ teuer

Wie von den meisten Mono-Diäten ist auch von der Enzym-Diät aus gesundheitlicher Sicht eher abzuraten. Wer unbedingt ganz kurzfristig ein paar Kilos verlieren will, kann sie natürlich für ein paar Tage ausprobieren. Aber vielleicht sind unsere Abnehmtipps ja für dich eine Alternative? Oder du schaust mal in unseren Artikel Bikinifigur, in dem du auch noch einige Last Minute Tipps für die perfekte Strandfigur findest.

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