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Wie sich Mädchen auf Instagram in die Magersucht treiben


Instagram ist nicht nur eine Plattform für schöne Fotos. Denn: Zahlreiche Mädchen mit Essstörung feiern dort ihre Magersucht – und animieren andere dazu, es ihnen gleichzutun.

Dass sich Mädchen auf Instagram gern von ihrer Schokoseite zeigen, ist bekannt. Auch, dass der Beautywahn durch die steigende Anzahl von Followern und Likes befeuert wird. Der Spaß hört jedoch auf, wo der Schönheitswahn in Magerwahn umschlägt – und sich junge Mädchen gegenseitig in die Magersucht treiben. Unter beliebten Hashtags wie #proana, #probulimia oder #proanorexia feuerten sich junge Mädchen in den letzten Jahren gegenseitig an, nichts zu essen – und stark zu bleiben. Das Unternehmen hat diese Hashtags mittlerweile gelöscht, doch das tut dem Ganzen keinen Abbruch.

Magersucht wird glorifiziert

Klar, versucht Instagram der Glorifizierung von Magersucht ein Ende zu bereiten. Doch das ist gar nicht so einfach. Denn viele gelöschte Hashtags verbreiten sich nur wenig später in abgewandelter Form. Aus #thin wird beispielsweise #thynn, aus #bulimia wird #bulima. Andere Hashtags, unter denen die Essstörung nicht zwingend angepriesen wird, werden vom Unternehmen geduldet.

Warum das so ist, erklärt uns Instagram selbst: "Das Thema Essstörungen ist sehr komplex und Instagram sieht sich in der Verantwortung, einen Schritt weiter zu gehen, als nur die Inhalte zu löschen oder Hashtags, die das Thema betreffen, 'nicht suchbar' zu machen. Für viele Instagrammer, die unter einer Essstörung leiden, ist es eine große Hilfe, sich auf Instagram mit anderen Betroffenen während ihres Heilungsprozesses auszutauschen. Im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes sind bestimmte Hashtags deshalb weiterhin suchbar. Allerdings wird eine Information angezeigt, die auf die auf möglicherweise drastische Gewaltdarstellung hinweist und einen Link zu Informationen und Hilfe bei Essstörungen bietet. Hashtags, die Essstörungen glorifizieren, werden ohne Warnung gelöscht."

#ana oder #anorexia sind solche Beispiele: Wer sich die Bilder anschauen möchte, wird zunächst gewarnt, dass die Beiträge "drastische Gewaltdarstellung" enthalten.

Und das stimmt leider auch. Es sind verstörende Bilder, die einem da entgegenschlagen – und leider finden sich auch da noch Kommentare, die die Essstörung glorifizieren und die Betroffene ermutigen, weiterzumachen.

Heilung via Instagram – ist das möglich?

Es gibt auch gute Beispiele in der Social-Media-Welt: Amalie Lee ist so ein Fall. Mit 17 erkrankte sie an einer Essstörung, heute, mit 21 Jahren, ist sie zwar immer noch dünn – aber nicht mehr dürr. Ihre Entwicklung zu einer jungen, gesunden Frau dokumentierte Amalie auf Instagram – ein Ort, an dem sie mit Menschen verbunden sei, die Gleiches durchmachen.

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jg

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