Besser abnehmen mit einer Diät-Wette?

Ein Trend aus den USA: Abnehmen und dabei Geld gewinnen. Online-Plattformen und Apps für Diät-Wetten verzeichnen ordentlich Zulauf. Wie es funktioniert und was es bringt.

Was sind das für Angebote?

Die Webportale und Apps heißen zum Beispiel Diet Bet, Healthy Wage oder Pact. Man meldet sich an und wird Teil einer Wettgemeinschaft oder installiert selbst eine Gruppe mit Freunden oder Kollegen. Gewettet wird darauf, innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums sein Körpergewicht um einen bestimmten Anteil verringert zu haben. Das können zum Beispiel vier Wochen sein, in denen man vier Prozent seines Gewichts abnehmen muss. Jeder Teilnehmer zahlt einen Betrag in einen großen Topf. Und alle, die das Ziel erreichen, können Geld gewinnen. Man kann auch für sich allein wetten, etwa bei 21Habits: Man zahlt 21 Dollar ein und bekommt täglich einen Dollar zurück, solange man Fortschritte macht. Bei Misslingen wird das Geld an eine Charity-Organisation gespendet.

Funktioniert das?

Das kann es durchaus. Eine Wettsituation weckt den Ehrgeiz der Teilnehmer. Und die Aussicht, Geld zu gewinnen, motiviert noch dazu. Menschen halten dann besser durch, um ihr Ziel zu erreichen. Außerdem unterstützen sich die Teilnehmer in einer Communitiy oder vernetzen sich per Handy. Aber am Ende entscheidet jeder selbst, ob er die Sache ernst nimmt und ehrlich über seine Gewichtserfolge (bzw. -misserfolge) berichtet. Wer schummelt, beschummelt nicht nur die anderen, sondern schließelich auch sich selbst.

Ist das gesund?

Kommt darauf an, was für eine Diät man sich verordnet. Wer sich über längere Zeit nur noch von 600 Kalorien am Tag ernährt, riskiert Nährstoffdefizite und Heißhungerattacken. Mal abgesehen von der schlechten Laune, die zum ständigen Begleiter wird, weil man nicht satt wird. Wer aber mit ausgewogener, nährstoffreicher Ernährung abnimmt, nicht unter etwa 1200 Kilokalorien, der ist auf dem richtigen Weg. Fragt sich dann nur, ob man sein Ziel im vorgegebenen Zeitraum schafft. Aber selbst wenn nicht – das Ganze kann den Kick geben, dranzubleiben, auch ohne Wette. Schließlich ist was ins Rollen gekommen.

Was kostet das?

Die Portale fordern meist einen Mindesteinsatz, zum Beispiel 25 Dollar. Je nach Challenge können mehrere hundert Menschen an einer einzelnen Wette teilnehmen, entsprechend viel gibt es zu verteilen, falls man siegreich durchs Ziel geht. Wenn alle gewinnen, kriegt jeder zumindest seinen Einsatz zurück.

Wo ist der Haken?

  • Die verlorenen Kilos können rasch wieder drauf sein, wenn man nach der Wette in ungünstige Ernährungsgewohnheiten zurückfällt. Ein dauerhafter Gewichtsverlust sollte aber doch das eigentliche Ziel sein - und nicht die Aussicht, Geld zu gewinnen.
  • Wer das angepeilte Ziel nicht im vorgegebenen Zeitraum erreicht, geht leer aus. Das kann mehr oder weniger stark frustrieren und am Ende dazu führen, dass man hemmungslos all das futtert, was man sich wochenlang verkniffen hat. Der Jojo-Effekt lässt grüßen, und dann ist man erst recht bedient. Besser: nicht gleich zu viel vornehmen. Denn jeder hat sein eigenes Tempo beim Abnehmen.
  • Frauen können gegenüber Männern im Nachteil sein, wenn sie gemeinsam in einer Gruppe gegeneinander antreten. Männer verlieren schneller Gewicht, weil ihre Fettpolster für den Körper total verzichtbar sind. Sehr viel anhänglicher sind die typischen Fettansammlungen bei Frauen (Hüften, Po, Oberschenkel). Denn sie sind evolutionstechnisch als Reserve für Schwangerschaft und Stillzeit gedacht. Ausweg: eine eigene Gruppe nur mit Freundinnen oder Kolleginnen gründen.

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