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Glyx-Diät Wie funktioniert die Methode?

Glyx Diät: Schalen mit Müsli, Nüssen und Beeren auf dunklem Untergrund
© ILEISH ANNA / Shutterstock
Die Glyx-Diät verspricht Abnehmen ohne Hungern – indem man Lebensmittel mit einem sogenannten niedrigen glykämischen Index isst. So funktioniert die Methode!

Wie funktioniert die Glyx-Diät?

Die Ernährungswissenschaftlerin und Autorin Marion Grillparzer war es, die den Begriff "Glyx-Diät" eingeführt und etabliert hat – mittlerweile findet er sich sogar im Duden. "Glyx" ist die Abkürzung für "glykämischer Index". Der glykämische Index (GI) sagt aus, wie schnell unser Blutzuckerspiegel nach dem Genuss einzelner Lebensmittel ansteigt und unsere Bauchspeicheldrüse dazu anregt, Insulin auszuschütten. Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index lassen den Körper schnell viel Insulin ausschütten – und das ist nicht gut für die Fettverbrennung. Deshalb werden bei der Glyx-Diät vorrangig Lebensmittel mit einer moderaten bis niedrigen Insulinausschüttung gegessen. So sollen der Fettabbau über den Tag angekurbelt und Heißhunger vermieden werden.

Je höher der glykämische Index eines Lebensmittels ist, desto weniger sollte man davon essen. Lebensmittel mit einem hohen GI gelten als "schlechte" Kohlenhydrate, "gute" Kohlenhydrate verfügen über einen niedrigen GI. Grundlage für die Berechnung mit einem GI ist Glukose, also Traubenzucker. Generell kann der glykämische Index eine Zahl zwischen eins und 100 sein.

Zusätzlich setzt Grillparzer auf Lebensmittel, die sie als Schlankmacher bezeichnet. Darunter versteht sie beispielsweise gesundes Olivenöl, Nüsse und Samen sowie Fisch. Verschiedene Obst- und Gemüsesorten sollen sogar Minuskalorien haben und das Abnehmen beschleunigen. Dazu zählen beispielsweise verschiedene Kohlsorten, Spargel oder Erdbeeren. Außerdem kommt auch Glyx nicht ohne Sport aus: Grillparzer empfiehlt 20 bis 30 Minuten Bewegung täglich.

Was darf ich bei der Glyx-Diät essen?

Bei der Diät landen vor allem frische und unverarbeitete Lebensmittel auf dem Teller: Fisch, Fleisch und hochwertiges Fett stehen ebenso auf dem Speiseplan wie verschiedene Obst- und Gemüsesorten. Es wird viel selbst gekocht, was aus gesundheitlicher Sicht positiv zu bewerten ist. Aber man muss auch mehr Zeitaufwand für die Ernährung einplanen – nicht nur beim Einkaufen, sondern auch beim Kochen. Immerhin lassen sich beim Kochen mehrere Portionen vorbereiten, sodass man beispielsweise am nächsten Tag etwas mit zur Arbeit nehmen kann.

Welche Lebensmittel haben einen niedrigen glykämischen Index? 

Gute Lebensmittel mit einem GI unter 35 sind: 

  • Vollkornprodukte
  • Hülsenfrüchte
  • Obst & Gemüse
  • Sojaprodukte
  • Fisch
  • mageres Fleisch
  • Milchprodukte mit geringem Fettanteil

Ergänzt werden die "guten" Kohlenhydrate während der Glyx-Diät durch fett- und eiweißhaltige Lebensmittel. 

Lebensmittel mit hohem glykämischen Index

Die Lebensmittel, die den Blutzuckerspiegel schneller ansteigen lassen und den Fettabbau blockieren, sind vor allem stärke- und zuckerhaltig. Zwar sind diese Lebensmittel während der Glyx-Diät nicht vollständig verboten, sie sollten aber sehr stark reduziert werden. Folgende Lebensmittel haben einen hohen glykämischen Index:

  • Weißmehlprodukte
  • Kartoffeln
  • Reis
  • Süßigkeiten
  • Softdrinks
  • Fertigprodukte
  • Fast Food

Vorteile: Warum sollte ich mich für die Glyx-Diät entscheiden? 

Glyx hat einige Vorteile, wenn man abnehmen möchte. Dazu zählen:

  • Die Diät wird mit drei Suppentagen eingeläutet – und die sind super zum Entschlacken.
  • Während der Glyx-Diät ist viel Bewegung vorgesehen, was Grundvoraussetzung für einen gesunden Körper und ein gesundes Abnehmen ist.
  • Grillparzer betont in ihrem Glyx-Diät-Programm zudem den engen Zusammenhang zwischen Stress im Alltag und Gewichtszunahme – und was man dagegen tun kann.

Positiv ist auch, dass vor allem auf Zucker, Softdrinks, ungesunde Fette und Fast Food verzichtet wird und stattdessen vor allem kaum bis gar nicht verarbeitete Lebensmittel auf dem Speiseplan stehen. Da man viel selbst kocht, wird man sich der Lebensmittel, die man isst, bewusster – was sich positiv auf den Gewichtsverlust auswirken kann.

Wer sich für eine Glyx-Diät entscheidet, kann sich außerdem an eng verwandte Programme wie die Montignac-Methode halten. Michel Montignac, Pionier auf diesem Gebiet, teilt die Lebensmittel in seinem Konzept in drei Gruppen ein: Für ihn gibt es sehr gute, gute und schlechte Lebensmittel. Auf dieser Basis hat er einen Ernährungsplan entwickelt. 

Die Logi-Methode zählt ebenfalls mit zur "Glyx-Familie" und führt die Gedanken Montignac's weiter: Sie beruft sich auf die "glykämische Last" einzelner Lebensmittel, welche die Menge der aufgenommenen Kohlenhydrate bei der Berechnung berücksichtigt. Weiteres Plus: Die Ernährungsprogramme verstehen sich allesamt nicht als Diät, sondern dauerhafte Ernährungsformen.

Was sagen die Kritiker zu der Glyx-Diät? 

Dass ein Salat gesünder als ein Croissant ist, dürfte sich mittlerweile in unseren Köpfen verankert haben. Kritiker bemängeln nach Studien, dass der glykämische Index nicht nur zwischen den einzelnen Lebensmitteln variiert, sondern jeder Stoffwechsel Lebensmittel anders verwertet – heißt: Der glykämische Index kann gar kein fester Wert sein, sondern hängt von der individuellen Verstoffwechslung des einzelnen Menschen ab. Hinzu kommen die individuelle Kombination und die Zubereitung der einzelnen "Glyxer". 

Bisher vorliegende Studien kommen laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zu verschiedenen Ergebnissen, was die Wirksamkeit der Glyx-Diät angeht. Einigen Untersuchungen zufolge hat das Prinzip keine positiven Auswirkungen auf den Stoffwechsel. Andere kamen zu dem Ergebnis, dass sich der Glukose- und Insulinstoffwechsel durch einen niedrigen GI positiv beeinflussen lässt, was beispielsweise Diabetikern zugutekommen könnte.

2006 erschien im British Journal auf Nutrition beispielsweise eine Studie, an der 1255 Probanden über fünf Jahre hinweg teilgenommen hatten. Die Studienleiterin Elizabeth Mayer-Davis und ihre Kollegen konnten keinen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Blutzuckerspiegel und dem glykämischen Index feststellen. Daraus folgerte die Expertin: "Der glykämische Index ist weder für Wissenschaftler noch für Konsumenten zur Entwicklung einer gesunden Ernährung hilfreich."

Das sagt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung

Die DGE kritisiert außerdem die einseitige Nährstoffzufuhr während der Glyx-Diät und lehnt sie als langfristige Ernährungsform ab, da wir auf die Dauer zu wenig Ballaststoffe aufnehmen: Vollkornprodukte aus fein gemahlenem Getreide beispielsweise haben zwar im Gegensatz zu Vollkornprodukten mit ganzen Getreidekörnern einen hohen GI, sind aufgrund ihres hohen Ballaststoffgehalts dennoch gegenüber Produkten aus niedrig ausgemahlenem Getreide zu bevorzugen.

Ebenso bewertet die DGE die Einteilung einiger Obst-und Gemüsesorten als Lebensmittel mit zu hohem glykämischen Index als kritisch und bemängelt, dass Grillparzer bis zu 1,5 Gramm Eiweiß täglich pro Kilogramm Körpergewicht empfiehlt, was die Nieren belasten könnte. Die DGE selbst empfiehlt lediglich 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht am Tag.

Auch die generelle Energiebilanz der Ernährung wird bei der Glyx-Diät vollkommen außer Acht gelassen. Dabei ist klar: Wer mehr Kalorien aufnimmt, als der Körper benötigt, wird zunehmen – unabhängig vom Glyx. Es wird zudem nicht ausreichend beachtet, dass wir manche Lebensmittel zusammen essen (zum Beispiel eine Scheibe Brot mit Käse), die einzelnen GI-Werte aber nicht einfach addiert werden können. So kommt es zu falschen Berechnungen und Ergebnissen. Und: Um die Diät durchzuhalten, ist viel Disziplin erforderlich, denn es muss auf viele Lebensmittel weitgehend verzichtet werden.

Nicht nur die Deutsche Gesellschaft für Ernährung sieht davon ab, die Glyx-Diät zu empfehlen. Auch die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt keine Ernährung nach dem glykämischen Index.

Lesetipps: Du wünschte mehr Hilfe beim Abnehmen? Dann schau doch mal in unsere Abnehmtipps. Außerdem erklären wir die DASH-Diät und die Eier-Diät.

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Quellen

Grillparzer, M.: Glyx-Diät. Abnehmen mit Glücks-Gefühl, Gräfe und Unzer Verlag, 2012

DGE: Glyx-Diät


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