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Hicks! Als Diäten noch Spaß machten – und trotzdem funktionierten

Als Diäten noch Spaß machten, trank man Wein zum Abnehmen
© 1305 / Shutterstock
Während wir uns heute freudloses Pulver anrühren, nahm man in den Seventies noch mit gut gekühltem Weißwein ab. Was machen wir falsch?

Heute muss man sich das Abnehmen hart erarbeiten

Was sind wir bloß für ein freudloses Volk geworden. Kippen uns gelbliches, in lauwarmem Leitungswasser aufgelöstes Pulver hinter die Binde. Würgen grünes Gemüse hinunter, obwohl wir uns nach einer Badewanne warmen Schokopuddings sehnen. Und raffen uns auch dann noch zum "Crossfit" auf, wenn wir schon so kaputt sind von all dem Alltag, dass wir uns viel lieber in besagte Wanne legen würden.

Es gab Zeiten, da wurden Kohlenhydrate gekonnt durch Alkohol ersetzt

Früher ging selbst das Abnehmen mit Genuss einher. Im Netz tauchte eine Diät auf, die aus einer Siebziger-Jahre-Ausgabe der „Vogue“ stammen soll. Die dort propagierte Abnehmmethode war lust- und freudvoll - und nahm sogar die Erkenntnisse der Low-Carb-Ära vorweg, indem sie auf Kohlenhydrate weitgehend verzichtete. Die Dickmacher, die unserer Seele schmeicheln, wurden gekonnt durch die kleinen Freuden des Alkohols ersetzt.

Bei der „Wein-und-Eier-Diät“ nahm man pro Tag nicht nur fast ein ganzes Kilo ab, man nahm auch eine ganze Flasche gut gekühlten Weißweins zu sich, garniert mit etwas hart gekochtem Ei und schwarzem Kaffee.

Abends gab’s dann ein ordentliches Steak auf den Teller, vermutlich, damit man den Rest der Flasche nicht auf leeren Magen trinken musste, und man am nächsten Morgen unbeeinträchtigt in den neuen Diättag starten konnte: mit einem Gläschen trockenen Chablis oder Riesling zum Frühstück, ganz nach persönlichem Geschmack.

Mit dieser Diät war der Tag dein Freund

Wie wunderbar: Eine Diät, die nicht nur schmeckt und die Stimmung fast genauso zuverlässig hebt wie eine Badewanne voller Pudding, man muss noch nicht mal groß kochen.

Höchste Zeit, dass wir uns auf den Hedonismus der Seventies zurückbesinnen und etwas weniger verbissen an unserer Figur arbeiten. Um es mit dem 73er-Roberto-Blanco-Gassenhauer zu grölen: "Ein bisschen Spaß muss sein!" Wer kräftig dazu tanzt, nimmt ja auch ein bisschen ab.

Brigitte

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