Zu viel Fett im Körper - schlecht fürs Gehirn

Übergewicht ist schlecht fürs Gehirn: Bei zu viel Körperfett lassen Denkleistung und Erinnerungsvermögen nach.

Zu viel Körperfett ist schlecht fürs Denken. Das zeigt eine neue Untersuchung der Universität Sao Paulo. 17 stark übergewichtige (fettsüchtige) Frauen im Alter von 40 Jahren und mit einem mittleren BMI von 50 wurden vor und nach einer Magenverkleinerung auf ihre kognitiven Fähigkeiten untersucht. Knapp ein halbes Jahr nach der Operation und entsprechendem Gewichtsverlust zeigten die Probandinnen eine bessere Gehirnleistung als vorher und bessere Werte, was die Entzündungsmarker betraf. Diese Ergebnisse sind auch im Hinblick auf Alzheimer wichtig. Menschen mit deutlichem Übergewicht haben ein um 35 Prozent höheres Risiko, diese Gehirnerkrankung zu bekommen, als Normalgewichtige.

Dass starkes Übergewicht nicht nur die inneren Organe belastet, sondern offenbar auch die Gehirnleistung vermindern kann, weiß man aus Tierstudien schon länger. Forschern ist aber noch unklar, wie Körperfett das Gehirn beeinflusst. Fest steht, dass Fettzellen Substanzen freisetzen, die sich überall im Körper ausbreiten. Doch bisher galt das Gehirn durch die Blut-Hirn-Schranke als abgeschottet. Möglicherweise dringt aber die Substanz Interleukin 1 durch, die man vermehrt im Blut fettsüchtiger Nager gefunden hat. Interleukin 1 wird von Fettzellen produziert und löst Entzündungen aus.

Wer dringend abnehmen möchte, muss aber nicht zwingend unters Messer. Gut fürs Gehirn ist auf jeden Fall Bewegung, selbst wenn man dabei nicht nennenswert Gewicht verliert - auch das belegen neue Studien. Und wer es mit Diät versuchen will, sollte seinen Speiseplan nicht etwa extrem einschränken. Wird zu sehr an Kohlenhydraten gespart, ist das erst recht schlecht fürs Gehirn: Depressionen können die Folge sein.

sg
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