70 Kilo weniger: "Ich habe mich nicht getraut, mich anderen zu zeigen"

Madeleine Wittke aus Hamburg hat es geschafft: Sie hat ihr Gewicht dank Weight Watchers von über 150 Kilo auf knapp 80 Kilo reduziert.

Madeleine Wittke ist 25 Jahre alt und war einmal stark übergewichtig. Im Mai 2014 begann die Hamburgerin eine Diät mit Weight Watchers – und hat seitdem rund 70 Kilo verloren. Sie startete mit einem stolzen Ausgangsgewicht von exakt 151,6 Kilogramm und wiegt heute zwischen 80 und 82 Kilo. Die letzten 10 Kilo sollen noch in diesem Jahr runter. Wie ihr der Erfolg gelungen ist und woher sie die Motivation zum Durchhalten nimmt, hat sie uns erzählt.

BRIGITTE.de: Was war für dich der Auslöser für die Diät?

MADELEINE WITTKE: Das war, als ich merkte, dass ich mit meinen 22 Jahren nicht das Leben führen konnte, das man in diesem Alter gerne führt: Feiern, mit Freundinnen shoppen, ins Kino gehen. Durch mein starkes Übergewicht war mir das einfach nicht möglich. Ich habe mich nicht getraut, mich anderen Menschen zu zeigen und auch mal auszugehen. Da hätte ich ja erst mal das Problem gehabt: Was ziehe ich überhaupt an? Sieht am Ende ja doch alles doof aus. Shoppen war ich zwar hin und wieder, aber kein normales Geschäft hatte meine Konfektionsgröße. Zum Schluss war es irgendwas zwischen 54 und 58. Also gab es meist einen Schal, ein Tuch oder eine Tasche - wie deprimierend!

Warum hast du dich für Weight Watchers entschieden?

Ich hatte schon sehr viel Gutes über Weight Watchers gehört und von vielen gesagt bekommen, dass sie damit ein paar Kilo abgenommen haben. Ich war mir aber nicht sicher, ob das Programm auch für mich mit meinem starken Übergewicht geeignet ist. Da ich aber nichts zu verlieren hatte, habe ich eines Tages einfach angefangen. Gut fand ich, dass ich dabei grundsätzlich alles essen konnte. Zwar in Maßen, aber ich musste mir nichts verbieten. Ich kann auch mal Schokolade oder Chips essen und trotzdem abnehmen. Ich muss nur schauen, dass das alles in den Punkteplan passt.

Gab es Momente, in denen du hinschmeißen wolltest?

Oh ja, die gab es viele! Ich habe damals ja von keinen Erfolgsgeschichten gehört, wo jemand mal mehr als 25 Kilo abgenommen hatte. Da habe ich mich natürlich auch gefragt, ob ich das jemals schaffen kann. Am Anfang lief es mit dem Programm super, ich war motiviert und habe die ersten 20 Kilo relativ leicht verloren. Danach kamen dann aber irgendwann die ersten Geburtstage, Weihnachten und andere Feste - da muss man schon sehr gut planen! Hier gab es manchmal Momente, wo ich aufgeben und mir das fette Stück Sahnetorte gönnen wollte. Ganz schlimm waren für mich die Wochen, in denen ich mich zu 100 Prozent im Programm bewegte, also meine Punkte exakt eingehalten habe, und nach einer Woche trotzdem nichts abgenommen hatte. Manchmal waren es sogar 100 bis 200 Gramm mehr! In diesen Momenten habe ich eine alte Hose herausgeholt, um mich zu motivieren und weitermachen zu können. Und dann ging das Gewicht auch langsam weiter runter.

Was hast du an deiner Ernährung umgestellt?

Früher habe ich einfach alles in mich hineingeschaufelt, worauf ich Lust hatte. Chips, Schokolade, Nudeln mit Sahnesoße. Eben diese typischen "Fettmacher". Heute habe ich Alternativen gefunden und ersetze fette Lebensmittel durch weniger fette, z.B. fettarme Milch statt Milch mit 3,8% Fett. Ich plane meinen Tag im Voraus und esse das, was ich aufgeschrieben habe.

Ein typischer Tag sieht bei mir so aus: Morgens Magerquark mit Müsli oder Haferflocken und Obst. Mittags meist einen bunten Salat oder ich koche mir eine Gemüsepfanne mit magerem Fleisch und Nudeln. Abends gibt es Brot oder Quark, ab und zu koche ich auch abends. Zwischendurch esse ich Müsliriegel, Reiswaffeln oder selbstgebackene Muffins. Ansonsten esse ich viel Obst und Gemüse, das macht schön lange satt. Ab und zu gibt es aber doch mal eine Pizza, die ich bewusst einplane. Oder ich verschlanke die Pizza und nehme statt Hefeteig einen Wrap und belege ihn mit Gemüse.

Wie wichtig ist Sport beim Abnehmen?

Am Anfang habe ich gar keinen Sport gemacht, da ich mit über 150 Kilogramm viel zu dick war. Rückblickend kann ich aber sagen, dass Sport ein wichtiger Bestandteil ist, um langfristig gesund abzunehmen. Es ist dabei eigentlich egal, was man macht - Hauptsache, man bleibt dran und hat Spaß! Ich habe angefangen mit langen Spaziergängen. Dazu bin ich noch Fahrrad gefahren. Mittlerweile gehe ich ins Fitnessstudio und mache dort verschiedene Übungen, um das Abnehmen zu unterstützen und den Körper und die Haut zu straffen.

Wie hat dein Umfeld auf deinen Abnehmerfolg reagiert?

Mein Umfeld ist sowas von begeistert. Viele können immer noch nicht glauben, was ich geschafft habe. Und ich selbst kann es manchmal auch nicht recht glauben. Mir wird immer wieder bestätigt, wie viel offener und selbstbewusster ich geworden bin. Manche Freunde haben nach meinem Beispiel ebenfalls eine Diät angefangen. Ich finde es toll, andere mit meiner Geschichte zu motivieren.

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Seit mehr als zwei Jahren hat sich Hannah Frey dem Thema gesund leben verschrieben. Sie bloggt, schreibt Bücher und zieht ihre Clean Eating-Programme eisenhart durch. Wie ihre 40-Tage-Zuckerfrei-Challenge, über die sie auch ein Buch geschrieben hat. Durchschnittlich essen wir rund 36 Kilogramm Zucker pro Jahr. Hannah Frey hat sich von der Zuckersucht befreit – und ruft andere auf, es ihr nachzutun. Unter dem Hashtag #projektzuckerfrei können wir mitmachen!

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