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Montignac-Methode So funktioniert sie

Montignac-Methode: Frau hält in der einen Hand einen Donut und in der anderen einen Apfel
© Yuriy Maksymiv / Shutterstock
Schlemmen und dabei langfristig abnehmen, ganz ohne Heißhungerattacken und Jojo-Effekt – dank der Montignac-Methode soll das funktionieren. Aber wie?

Montignac: Der Pionier des glykämischen Index 

Bei der Montignac-Methode wird nicht weniger, sondern besser gegessen, so eine der Kernaussagen zur Methode des französischen Autors Michel Montignac. Er war es, der Ende der Achtzigerjahre die These aufwarf, dass es nicht die Kalorien sind, die uns dick machen, sondern der sogenannte Glykämische Index. 

Der Glykämische Index ("GI" oder "Glyx" genannt) beschreibt, wie stark unser Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr von bestimmten Lebensmitteln ansteigt. 

Die Lebensmittel werden in drei Gruppen unterteilt: Lebensmittel mit einem hohem, mittlerem oder niedrigem Glykämischen Index. Lebensmittel mit einem hohen GI gelten als schlechte Kohlenhydrate, bessere Kohlenhydrate verfügen über einen niedrigen GI. Je höher der Glykämische Index, desto weniger sollte man demnach von den Lebensmitteln essen. 

Welche Lebensmittel darf ich bei der Montignac-Methode essen – und welche nicht?

Je nach GI-Wert darf man folgende Lebensmittel zu sich nehmen oder sollte sie weglassen:

Sehr gute Kohlenhydrate mit einem GI unter 35, die beliebig mit Eiweiß und Fett kombiniert werden dürfen:

  • Eier
  • Zucchini
  • Tomaten
  • Äpfel
  • Brombeeren
  • Brokkoli
  • Karotten (roh)
  • Fleisch
  • Avocado

Gute Kohlenhydrate mit einem GI von 35-50, die nicht mit Fett kombiniert werden sollten:

  • Kokosmilch
  • Haferflocken
  • Spaghetti (al dente!)
  • Vollkornprodukte
  • Marmelade
  • Mango

Ausnahme für die Kombination mit Fett sind hier mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie beispielsweise Pflanzenöl oder Fisch. Diese sind erlaubt.

Schlechte Kohlenhydrate mit einem GI von über 50, die man generell nicht essen oder sich wenn überhaupt nur in sehr geringen Mengen erlauben sollte:

  • Pizza
  • Porridge
  • Ananas
  • Cornflakes
  • Weißmehl
  • Süßigkeiten
  • Cola

Generell gilt: Je niedriger der GI, desto weniger Insulin schüttet der Körper aus, was sich gut auf unsere Fettverbrennung auswirkt. 

Das Prinzip der Montignac-Methode 

Das Prinzip nach Montignac ist in zwei Phasen aufgebaut: In der ersten Phase wird solange abgenommen, bis das Wunschgewicht erreicht ist – wie lange das dauert, ist bei jedem natürlich unterschiedlich. Gegessen werden hier ausschließlich Lebensmittel mit einem sehr guten bis guten Kohlenhydratgehalt. 

In der zweiten Phase geht es darum, das Gewicht zu stabilisieren und die neuen Ernährungsgewohnheiten beizubehalten: Die Montignac-Methode selbst versteht sich nicht als eine herkömmliche Diät, sondern eine ausgewogene Ernährungsform, die man im besten Fall sein Leben lang beibehält. 

Was verspricht die Montignac-Methode? 

Das Konzept verspricht uns einen nachhaltigen und dauerhaften Erfolg beim Abnehmen. Halten wir uns während der ersten Phase an die strengen Regeln, können die Pfunde auch schnell purzeln. Zusätzlich können

  • der schlechte Cholesterinwert und der Insulinspiegel gesenkt,
  • das Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen vermindert
  • und Heißhunger durch den konstant niedrigen Blutzuckerspiegel vermieden werden.

Verhilft mir die Montignac-Methode zu meinem Wunschgewicht? 

Unabhängige und damit repräsentative Studien für den Erfolg der Methode gibt es nicht. Für ein bewussteres Essverhalten kann die Montignac-Methode generell aber sinnvoll sein, da wir Zucker beinahe komplett streichen und unsere Lebensmittel bewusst auswählen, kombinieren und zubereiten. 

Nachteile der Montignac-Methode

Folgende Nachteile kann das Konzept haben:

  • Montignacs Ernährung ist sehr eiweißlastig – gerechnet auf die gesamte Nahrungszufuhr nimmt man etwa 21 Prozent Eiweiß durchschnittlich pro Tag auf. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, dass Eiweiß lediglich 15 Prozent der täglichen Nahrung ausmachen sollte. Die übermäßige Eiweißaufnahme kann beispielsweise zu Verdauungsbeschwerden wie Verstopfung führen und belastet die Nieren.
  • Es stehen wenig Obst und Getreide auf dem Speiseplan, dadurch kann es zu einem Vitamin- und Ballaststoffmangel kommen.

Die Montignac-Methode heute

Die Montignac-Methode ist mittlerweile weltweit bekannt und Michel Montignac ein anerkannter Ernährungsspezialist. Sein Werk "je mange, donc je maigris" wurde in 25 Sprachen übersetzt und seine Theorie diente vor allem amerikanisch-sprachigen Autoren wie Dr. Agaston (Die South-Beach-Diät), als Inspiration und Vorlage. Auch die Glyx-Diät verfolgt einen ähnlichen Diätansatz. Die Bezeichnung "GI" ist mittlerweile allerdings veraltet und man spricht eher von der sogenannten "glykämischem Ladung" eines Lebensmittels. 

Der Hintergrund für diese Entscheidung: In seinen Ernährungsplänen schätzte Montignac gesundes Gemüse, beispielsweise Möhren, ursprünglich als "schlecht" ein und Portionsgrößen wurden in seinen Tabellen nicht berücksichtigt. Dabei müsste man schon eine große Menge an Möhren essen, wenn man seinen Blutzuckerspiegel damit in die Höhe treiben möchte.

Und was ist mit Kalorien?

Obwohl Montignac sich vehement gegen die Bedeutung von Kalorien ausspricht, sehen viele Ernährungswissenschaftler in der Methode keine ausgeklügelte Ernährungsform, sondern lediglich eine Methode, über den Tag eine kalorienreduzierte Mischkost zu sich zu nehmen: Die Mahlzeiten eines Tages enthalten im Durchschnitt zusammen etwa 1400 Kalorien. 

Lesetipps: Du suchst Alternativen zur Montignac-Diät? Mehr über die Low Carb Diät, die Low-Fat-Diät erfährst du hier. Außerdem erklären wir auch die Hormondiät und die Kohlsuppendiät.

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Quellen

Offizielle Seite der Montignac-Methode: www.montignac.com

Hajeck-Lang B.: Handbuch Diäten, Urban & Fischer, 1. Auflage, 2011

Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Glykämischer Index und glykämische Last – ein für die Ernährungspraxis des Gesunden relevantes Konzept?, in: Ernährungs-Umschau 1/2013


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