Montignac-Methode: Schlemmen und abnehmen

Schlemmen und dabei langfristig abnehmen, ganz ohne Heißhungerattacken und Jojo-Effekt - dank der Montignac-Methode soll das funktionieren. Aber wie?

Montignac: Der Pionier des glykämischen Index

Bei der Montignac-Methode wird nicht weniger, sondern besser gegessen, so eine der Kernaussagen zur Methode des französischen Autors Michel Montignac. Er war es, der Ende der Achtzigerjahre die These aufwarf, dass es nicht die Kalorien sind, die uns dick machen, sondern der sogenannte Glykämische Index.

Der Glykämische Index („GI“ oder "Glyx" genannt) beschreibt, wie stark unser Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr von bestimmten Lebensmitteln ansteigt.

Die Lebensmittel werden in drei Gruppen unterteilt: Lebensmittel mit einem hohem, mittlerem oder niedrigem Glykämischen Index. Lebensmittel mit einem hohen GI gelten als schlechte Kohlenhydrate, gute Kohlenhydrate verfügen über einen niedrigen GI. Je höher der Glykämische Index, desto weniger sollte man demnach von den Lebensmitteln essen.

  • Sehr gute Kohlenhydrate mit einem GI unter 35:
    Eier, Zucchini, Tomaten, Äpfel, Brombeeren, Brokkoli, Karotten (roh), Fleisch, Avocado
  • Gute Kohlenhydrate mit einem GI von 35-50:
    Kokosmilch, Haferflocken, Spaghetti (al dente!), Vollkornprodukte, Marmelade, Mango
  • Schlechte Kohlenhydrate mit einem GI von über 50:
    Pizza, Porridge, Ananas, Cornflakes, Weißmehl, Süßigkeiten, Cola

Ergänzt werden die "guten" Lebensmittel durch eiweiß- und fettreiche Lebensmittel, die den Anstieg des Blutzuckerspiegels zusätzlich bremsen. Je niedriger der GI, desto weniger Insulin schüttet der Körper aus, was sich gut auf unsere Fettverbrennung auswirkt.

Das Prinzip der Montignac-Methode

Das Prinzip nach Montignac ist in zwei Phasen aufgebaut: In der ersten Phase wird solange abgenommen, bis das Wunschgewicht erreicht ist - wie lange das dauert, ist bei jedem natürlich unterschiedlich. Gegessen werden hier ausschließlich Lebensmittel mit einem sehr guten bis guten Kohlenhydrategehalt.

In der zweiten Phase geht es darum, das Gewicht zu stabilisieren und die neuen Ernährungsgewohnheiten beizubehalten: Die Montignac-Methode selbst versteht sich nicht als eine herkömmliche Diät, sondern eine ausgewogene Ernährungsform, die man im besten Fall sein Leben lang beibehält.

Was verspricht die Montignac-Methode?

Das Konzept verspricht uns einen nachhaltigen und dauerhaften Erfolg beim Abnehmen. Halten wir uns während der ersten Phase an die strengen Regeln, purzeln die Pfunde wie von selbst. Zudem können unser Cholesterin- und Insulinspiegel gesenkt und das Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen vermindert werden. Da wir den Blutzuckerspiegel konstant niedrig halten, können Heißhungerattacken vermieden werden.

Verhilft mir die Montignac-Methode zu meinem Wunschgewicht?

Unabhängige und damit repräsentative Studien für den Erfolg der Methode gibt es aktuell leider nicht. Für ein bewussteres Essverhalten mag die Montignac-Methode sehr sinnvoll sein, da wir Zucker beinah komplett streichen und unsere Lebensmittel bewusst auswählen, kombinieren und zubereiten.

Allerdings ist die Ernährung sehr eiweißlastig und unser Eiweißkonsum liegt bei durchschnittlich rund 21% - und damit deutlich höher, als von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlen! Zudem stehen wenig Obst und Getreide auf dem Speiseplan: Vorsicht vor Vitamin- und Ballaststoffmangel!

Die Montignac-Methode heute

Die Montignac-Methode ist mittlerweile weltweit bekannt und Michel Montignac ein anerkannter Ernährungsspezialist. Sein Werk „je mange, donc je maigris“ wurde in 25 Sprachen übersetzt und seine Theorie diente vor allem amerikanisch-sprachigen Autoren, wie Dr. Agaston („The South Beach Diet“), als Inspiration und Vorlage.

Die Bezeichnung "GI" ist mittlereile jedoch veraltet und man spricht von der sogenannten "glykämischem Ladung" eines Lebensmittels.

Hintergrund: In seinen Ernährungsplänen schätzte Montignac gesundes Gemüse, wie Möhren, als "schlecht" ein und Portionsgrößen werden in seinen Tabellen nicht berücksichtigt. Und wer seinen Blutzucker mit Hilfe von Möhren in die Höhe treiben möchte, muss schon eine sehr große Menge davon essen.

Trotzdem Montignac sich vehement gegen die Bedeutung von Kalorien ausspricht, sehen viele Ernährungswissenschaftler in der Methode keine ausgeklügelte Ernährungsform, sondern lediglich eine Methode, über den Tag eine kalorienreduzierte Mischkost zu sich zu nehmen: Die Mahlzeiten eines Tages enthalten im Durchschnitt zusammen etwa 1400 Kalorien.

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