Fatburner-Diät: Effektiv oder Quatsch?

Ganz gewöhnliche Nährstoffe sollen Fett auflösen und schlank machen. Doch was ist wirklich dran an der Fatburner-Diät? Was darf ich essen?

Was steckt hinter der Fatburner-Diät?

Warum ständig auf der Essbremse stehen, im Fitness-Studio schwitzen oder durch den Park hecheln? Nur um endlich ein paar Pfund loszuwerden? Wenn doch eine schlanke Taille viel bequemer zu haben ist: Fatburner sollen ungeliebte Speckpolster auflösen - und das Abnehmen klappt wie von selbst! Jedenfalls versprechen das immer neue Bücher über die Fatburner-Diät und die Anbieter entsprechender Schlankheitsmittel.

Da wird behauptet, dass es uns einfach nur an Mineralstoffen, Vitaminen, speziellen Enzymen und Fettsäuren fehlt, damit die Fettverbrennung ordentlich in Gang kommt. Also her mit der Megadosis Magnesium oder Vitamin C, und wir bleiben schlank? So einfach geht das leider nicht.

Die Mythen der Fatburner-Diät:
Magnesium, Vitamin C & Co.

  • Magnesium
    Viele Leute sind nur deshalb zu dick, weil sie nicht genug Magnesium haben, wird behauptet. Denn der Mineralstoff sitze in der Fettzelle und steuere von dort aus die Fettverbrennung. Je mehr Magnesium, desto besser. Irrtum: Fett wird nur abgebaut, wenn die Muskeln arbeiten und genug Sauerstoff da ist. Das klappt nur mit Bewegung - mit der Magnesiumversorgung hat das nichts zu tun.
  • Chrom
    Zusatzgaben dieses Spurenelements sollen die Muskulatur aktivieren und dadurch die Fettverbrennung um das Vierfache steigern - Belege gibt es dafür aber nicht. Chrom ist zwar am Fettstoffwechsel beteiligt. Doch welche Effekte es auf Fettpolster hat, dazu gibt es keine eindeutigen Studienergebnisse: Einige Teilnehmer verloren unter Chromeinnahme tatsächlich Gewicht, andere legten zu, bei manchen tat sich überhaupt nichts. Das Spurenelement ist noch wenig erforscht, zu viel davon auf Dauer eingenommen ist sogar giftig.
  • Zitronensaft / Vitamin C
    Angeblich schwören Models darauf: Regelmäßig eine geschälte Zitrone vor dem Schlafengehen - und man hat nie wieder Figurprobleme. Auch Vitamin C oder Kapseln mit "Citrus-Bioflavonoiden" sollen den gleichen Effekt haben: das Fett aus Bauch, Oberschenkeln und Hüften lösen und abtransportieren. Doch das funktioniert mit Sicherheit nicht. Dennoch ist Vitamin C zum Abnehmen klasse - wenn man Obst und Gemüse statt Pizza und Schokoriegeln isst!
  • Fettsäuren
    Der Hit: Saft und Pulver aus Gersten- oder Weizengras zum Abnehmen. Besondere Fettsäuren darin (Gamma-Linolensäure, Linolsäure) sollen überschüssiges Fett abbauen helfen. An Linolsäure mangelt es uns jedoch nicht, sie steckt unter anderem in Pflanzenölen und wird im Körper zu Gamma-Linolensäure umgewandelt. Davon ist allerdings noch niemand schlank geworden.
  • Konjugierte Linolsäure
    Eine Fettsäure, die wir über Milch und Fleisch zu uns nehmen, soll in höherer Dosierung schlank machen, weil sie Muskeln auf- und Fett abbauen, heißt es. Bei einer norwegischen Studie verloren Übergewichtige unter CLA mehr Fett als die Kontrollgruppe, die ein Scheinmedikament erhielt. Außerdem blieb die Muskulatur erhalten. Experten wie die Gießener Ernährungswissenschaftlerin Alexandra Schek halten es dennoch für verfrüht, CLA als Schlankmacher zu feiern, es gebe noch zu wenig Studien. Höhere Dosierungen stehen sogar im Verdacht, Leberkrebs zu begünstigen.
  • Enzyme
    Präparate mit Enzymen sind Dauerbrenner. Vor allem Enzyme aus der Ananas (Bromelain), der Papaya (Papain), der Kiwi (Actinidin) oder der Feige (Ficin) sollen die Fettverdauung anregen und auf diese Weise Speckpolster abbauen. Weder das eine noch das andere stimmt.
  • L-Carnitin
    Als Superstar unter den Fatburnern gilt L-Carnitin, ein Biocarrier, der Fettsäuren in die Muskel-Brennöfen transportiert. Der Körper kann diese vitaminähnliche Substanz auch selbst herstellen. L-Carnitin, das zusätzlich eingenommen wird, kommt nicht in den Zellen an, folglich wird auch nicht mehr Fett verbrannt.
  • Proteine/Eiweiß
    Eine Diät mit viel Eiweiß soll verhindern, dass Muskeln abgebaut werden und das Gewicht nach dem Abnehmen gleich wieder in die Höhe schnellt. Erreicht wird das angeblich, weil die Schilddrüse bei einer hohen Eiweißzufuhr verstärkt Hormone produziert, die den Stoffwechsel auf Touren bringen. Doch Ernährungsexperten bezweifeln diese Effekte.
  • Jod
    Nur Jod hat einen Einfluss auf die Schilddrüse, Eiweiß nicht. Unbestritten ist dagegen, dass viel Eiweiß dem Muskelabbau (und damit dem gefürchteten Jojo-Effekt nach einer Diät) entgegenwirkt. Doch stark eiweißhaltige Abnehmkuren belasten die Nieren und sind viel zu einseitig.
  • Schilddrüsenhormone und Seetang
    Schilddrüsenhormone (Trijodthyronin, Thyroxin) bringen den Stoffwechsel auf Trab - und man nimmt ab. Allerdings geht vor allem Muskulatur und nur wenig Fett verloren. Diese künstlich verursachte Überfunktion der Schilddrüse kann außerdem gefährliche Nebenwirkungen haben (Schweißausbrüche, Schlafstörungen, Herz-Rhythmus-Störungen). Ähnlich kritisch sind Präparate aus Blasentang zu sehen. Sie enthalten Jod, das für die Bildung der Schilddrüsenhormone gebraucht wird, und sollen ebenfalls die Schilddrüse anregen. Bei Gesunden bewirken jodhaltige Mittel aber nichts. Wer jedoch eine noch unerkannte Schilddrüsenüberfunktion hat, für den ist es gefährlich! Bei Nahrungsergänzungsmitteln wird für Jod eine Obergrenze von 100 Mikrogramm pro Tag empfohlen.

Erfolgreich und gesund Abnehmen? Mit diesen zehn Tipps klappt's!

Nicht mehr überzeugt von der Fatburner-Diät? Mit gesunden und nachhaltigen Diätprogrammen wie die 5:2-Diät oder die Mittelmeer-Diät und unseren zehn Tipps klappt das Abnehmen garantiert!

  1. Beschäftige deine Muskeln! Muskeln, die regelmäßig gefordert werden, verbrennen Fett besser als untrainierte und helfen, das Gewicht zu halten. Je mehr Muskeln man hat, desto größer ist der Energieverbrauch - egal ob man gerade Sport treibt oder entspannt auf dem Sofa sitzt.
  2. Jede Bewegung zählt! Auch weniger schweißtreibende Bewegungen verbrennen Fett. Allerdings sollten mindestens 2000 Kilokalorien pro Woche zusammenkommen, damit der Fettabbau in Gang kommt. Ein Beispiel: täglich 25 Minuten Fußmarsch auf dem Arbeitsweg (700 Kcal); täglich zwei Treppen steigen (300 Kcal); wöchentlich 2 Stunden Rad fahren (600 Kcal); wöchentlich einmal 1,5 Stunden spazieren gehen (400 Kcal).
  3. Stelle deine Ernährung um! Das geht am besten mit einer ausgewogenen, fettarmen Mischkost wie der BRIGITTE-Diät. Dabei nimmt man etwa 30 Gramm Fett und zwischen 1000 und 1200 Kalorien pro Tag zu sich. Weniger sollte es nicht sein, sonst wird man nicht satt und riskiert, nicht genug Nährstoffe zu bekommen und einen Jojo-Effekt.
  4. Gegen Heißhunger-Attacken: Ein flotter Spaziergang oder eine Kanne Tee bremsen den Appetit und lenken ab. Gewöhne dir an, regelmäßig zu essen. Bei drei bis fünf Mahlzeiten am Tag sinkt der Blutzuckerspiegel nicht in den Keller, und Heißhunger kommt gar nicht erst auf.
  5. Verbiete dir nichts! "Nie wieder Schokolade", mit diesem Vorsatz wird man garantiert scheitern. Man denkt nur noch an Schokolade und erliegt schließlich heißhungrig der Versuchung - mit schlechtem Gewissen. Betrachte Schokolade als etwas Besonderes, das man sich durchaus mal gönnen darf, aber eben nur als kleine Portion.
  6. Iss langsam! Das Signal "Genug - ich bin satt" braucht etwa zehn Minuten, um das Gehirn zu erreichen, bei Übergewichtigen sogar noch etwas länger. Wer zu schnell isst, isst deshalb schnell zu viel.
  7. Satt ist satt! Öfter mal was auf dem Teller liegen lassen.
  8. Nicht aus Frust essen! Wer Stress oder Kummer hat: Nicht den nächsten Bäcker ansteuern. Gönnt euch etwas Schönes, das nichts mit Essen zu tun hat, zum Beispiel einen Kinobesuch oder eine neue CD.
  9. Habe Geduld! Schlank über Nacht oder "7 Pfund weniger in 7 Tagen" - das sind leere Versprechen. Setze dir keine Termine und lasse dir nichts von anderen einreden. Der Körper trennt sich nur ungern von seinen Fettpolstern, und das dauert bei jedem unterschiedlich lang. Bloß nicht den Fehler machen, immer weniger zu essen, wenn das Gewicht mal stagniert. Damit wird bloß der Stoffwechsel herunterreguliert - und man nimmt erst recht nicht ab.
  10. Trenne dich von falschen Vorstellungen! Es gibt keine Diät und keinen Schlankmacher, mit denen man gezielt nur an bestimmten Stellen (Po, Oberschenkel) abnimmt. Wo die Polster sitzen, entscheiden die Gene. Beim Abnehmen leeren sich die Fettzellen, lösen sich aber nicht auf. Dennoch hilft auch hier Sport. Er strafft und glättet das Gewebe. Zusätzlich verbessert eine gute Durchblutung die Optik und sorgt dafür, dass sich keine Flüssigkeit im Gewebe staut.

Noch mehr Tipps rund um das Thema Diäten verraten wir dir auf unserem Pinterest-Kanal!

Text: Susanne Gerlach

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