Schlank sein wie die Stars - kriegen wir das auch hin?

Schlank sein wie die Schönen und Reichen - davon träumen viele. Aber geht das überhaupt ohne Coach oder Koch? Die New Yorker Autorin Rebecca Harrington hat Promi-Diäten ausprobiert.

"Promis haben ein schreckliches Leben" resümiert Autorin Rebecca Harrington nach ihrem Selbstversuch.

Ob Top-Model, Schauspielerin oder Pop-Star - die Schönen und Reichen scheinen kaum Figurprobleme zu haben. Nicht mal nach dem dritten Kind. Aber braucht's für die Promi-Diäten nicht einen persönlichen Fitnesstrainer, einen eigenen Koch oder teure Lebensmittel?

Das fragte sich die New Yorker Autorin und selbsternannte Diät-Veteranin Rebecca Harrington. Für ihr Buch "Schöner essen - mit Promi-Diäten zur Traumfigur" (Ullstein) versuchte sie sich an den Schlankheitskuren von 16 Prominenten.

Harrington mampfte Haferbrei à la Cameron Diaz, ging mit Madonnas makrobiotischer Tofu-Diät durch die Hölle und schreckte auch vor Karl Lagerfelds Proteintütchen nicht zurück. Ob und wie das alles funktioniert hat, erzählt Harrington höchst unterhaltsam und gespickt mit Anekdoten aus dem Leben der Stars. Eine Kostprobe.

Victoria Beckham: 5 Hände für ein Halleluja

Das Ex-Spice-Girl macht kein Hehl daraus, dass Schlanksein harte Arbeit ist. Einmal bekannte sie in einem Interview: "Ich bin keine von denen, die sagen: Oh doch, natürlich esse ich Hamburger". Einmal soll sie in einem Restaurant nur Rukolablätter gegessen haben, ohne Dressing. Auch lässt sie sich zum Geburtstag statt Torte lieber Obstteller servieren. Beckham hat gleich mehrere Diäten im Programm, etwa die "5-Hände-Diät" - man darf täglich nur fünf Hände voll mit Eiweißreichem wie Fleisch, Fisch, Eier und Käse essen. Die Diät hält Rebecca Harrington gerade mal einen Tag durch, dann versucht sie sich an der Beckhamschen Basen-Diät: Verboten sind "saure" Lebensmittel wie Fett, Fleisch, Eier, Kohlenhydratreiches. Stattdessen kommen Smoothies und Vegetarisches aus Körnern, Nüssen, Soja auf den Tisch.

Harringtons Bilanz: Abbruch nach Tag 3 - der Hunger fordert sein Recht.

Cameron Diaz: Haferbrei und Hanteln

Zu Cameron Diaz' Ernährungsregeln gehört es, abends Lachs zu essen und zwischendurch Nüsse zu knabbern. Morgens nach dem Aufstehen trinkt sie ein großes Glas Wasser, mit dem sie sich nach eigener Aussage von einer "welken Pflanze in eine Pflanze, die vom Regen neu belebt wurde" verwandelt. Harrington tut es ihr gleich, verwandelt sich jedoch "von einer müden Frau in eine müde Frau, deren Magen gluckert, weil er voller Wasser ist".

Ansonsten arbeitet sich die Autorin drei Tage an Camerons Lieblingsfrühstück - herzhafter Haferbrei mit karamellisiertem Lauch und grünem Gemüse - sowie langweiliger Reis-Linsen-Mischung ab, die sie nach eigenem Gutdünken mit scharfer Soße aufpeppt. Da Cameron angeblich ein Sport-Junkie ist, garniert die Autorin ihre Diät mit Workouts von Diaz' Trainer: Ausfallschritte, Medizinballwürfe und "eine schwere Stange kreuzheben". Zu Beginn tut ihr "den Rest des Tages alles weh". Am Folgetag kommt sie schon besser klar - auch mit der Stange, auf die sie sogar Gewichte packt.

Harringtons Bilanz: Sie hat leicht zugenommen, aber auch an Kraft gewonnen - und die Haut sieht besser aus.

Beyoncé: Limonade zum Frühstück

Sie sei "ein von Natur aus fetter Mensch, der nur darauf wartet, zum Vorschein zu kommen", habe Beyoncé mal gesagt. Für "Dreamgirls" hat sie mit der Master-Cleanse-Fastenkur abgespeckt: Man trinkt ausschließlich Limonade aus Cayennepfeffer, Zitronensaft und Ahornsirup. Als verdauungsfördernde Maßnahme gibt es ein großes Glas Salzwasser. Rebecca Harrington findet die Limonade ganz okay, doch als Ersatz fürs Abendessen könne sie sie niemandem empfehlen.

Harringtons Fazit nach drei Tagen Master-Cleanse-Kur: Der Hunger verschwand am zweiten Tag, nach drei Tagen waren 2 Kilos weg.

Die Autorin schließt flugs eine weitere Beyoncé-Diät an, mit der die Sängerin nach ihrer Schwangerschaft 30 Kilo in drei Monaten verloren hat. Es gibt hauptsächlich Eiweißreiches: Eiklar zum Frühstück, ansonsten Pute, Gurke, Sashimi. Die eigentliche Prüfung aber sei der Sport, schreibt Harrington. Beyoncé habe täglich zwei Stunden gegen die Schwangerschaftspfunde antrainiert.

Harringtons Fazit: 5 Diättage, die supereffektiv waren. Insgesamt sind fünf Kilos runter. Ein Gefühl wie neugeboren.

Mit Gwyneth Paltrow durch Gut und Böse

Rebecca Harrington hat schon immer Gwyneth Paltrows schauspielerisches Talent bewundert und findet ihre Karriere als Liefestyle-Guru sehr inspirierend. Besonders angetan hat es ihr das Buch Meine Rezepte für Gesundheit und gutes Aussehen. Es entstand nach einer Panikattacke, die die Schauspielerin während einer Dinner-Party ereilte. Später habe sich herausgestellt, dass Paltrow unter diversen Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten litt.

Daraufhin ersann sie Rezepte für "gute" Nahrungsmittel wie Gojibeeren und Wachteleier. Brot, Tiefseefisch, rotes Fleisch, Kuhmilch und Auberginen verbannte sie vom Speiseplan - weil diese Nahrungsmittel das Leben der Menschen ruinierten.

Die Autorin verordnet sich eine Detox-Woche mit grünen Smoothies, rohen in Wasser eingeweichten Mandeln, Brathähnchen mit viel Paprika gewürzt, Fleischklößchen oder Fisch mit Anchovis-Sauce. Anschließend zieht sie noch 3 vegane Tage durch. Sport macht sie auch, denn angeblich trainiert Paltrow täglich 2 Stunden nach DVDs von Hollywood-Trainerin Tracy Anderson.

Erste Bilanz nach 7 Tagen Detox: nie hungrig, viel wacher und die Tränensäcke sind kleiner geworden. Die größte Herausforderung allerdings waren die Anderson-Workouts - spätestens nach 1 Stunde war Harrington platt.

Harringtons Fazit nach 10 Tagen: 2 Kilo weniger, straffere Arme - und eine leere Haushaltskasse, denn für die Lebensmittel hat sie dreimal so viel ausgegeben wie sonst.

Miranda Kerr: Mix it, Baby!

Das Model mit eigener Hautpflegeserie wirbt laut Harrington gern mal für "obskure Supernahrungsmittel". Ihr Schlankgeheimnis: die 5:2-Diät - fünf Tage normal essen und an 2 Tagen nur 500 Kalorien. Aber was heißt schon normal? Miranda hält sich an irgendeinen hochkomplizierten, von ihr selbst entwickelten Ernährungsplan, schreibt Harrington. Mit Smoothies, grünen Säften und der ein oder anderen Süßkartoffel.

Die Kerr-Diät sieht täglich ein "Drei-Gänge-Frühstück" vor, beginnend mit einem Saft aus Grünkohl, Spinat und Ingwer. Es folgen 2 Eier auf Avocado. 3. Gang: ein Shake aus Kokoswasser, Ziegen- oder Mandelmilch, Algen, Kakao, Chiasamen und weiteren gesunden Zutaten. Harrington scheitert mangels Hochleistungsmixer schon an der korrekten Zubereitung: Die Chiasamen bleiben unzerkleinert am Boden kleben. Der Rest schmeckt wie "süßer Seetang", findet sie. Die Fastentage machen Harrington "wahnsinnig vor Hunger".

Harringtons Fazit: Volle Bewunderung für das Model, das sich derart diszipliniert ernährt und trotzdem noch Zeit für amouröse Dreiecksgeschichten hat - angeblich haben sich ihretwegen zwei Milliardäre geschlagen, und angeblich hat sie mit Justin Bieber geschlafen, der sich mit ihrem Ex-Mann Orlando Bloom geprügelt hat ....

Ob die Kerr-Kur außer viel Hunger überhaupt etwas gebracht hat, verrät Harrington nicht.

sg
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