72 Kilo runter: Was es wirklich heißt, so viel Gewicht zu verlieren

Julia Kozerski wiegt nur noch die Hälfte: Sie hat 72 Kilo abgenommen - und zeigt in schonungsloser Offenheit, wie sich das wirklich anfühlt.

Schonungslos: "Ruins"

"Ruins"

Unterschätzt: Die emotionalen Folgen des Gewichtsverlusts

Normalerweise sehen Fotos einer gelungenen Diät so aus: Man sieht eine übergewichtige Person in unförmiger Kleidung - und danach einen völlig neuen Menschen, der schlank, attraktiv und glücklich in die Kamera strahlt.

Macht es wirklich glücklich, schlank zu werden?

Nein, sagt die amerikanische Künstlerin Julia Kozerski, die in einem langen Kampf ihr Gewicht halbiert hat. Und fügt hinzu: "Ich glaube, der am meisten übersehene Aspekt des Gewichtsverlusts ist der emotionale."

Julia Kozerski weiß, wovon sie spricht. Nach ihrer Hochzeit hat sie 72 Kilo abgenommen, weil sie mit ihrem Mann ein langes Leben genießen wollte. In ihrem Fotoprojekt Half zeigt sie in brutal ehrlichen Selbstporträts, was andere normalerweise nicht sehen dürfen: überschüssige Haut, Dehnungsstreifen, Tränen, Leere und das Gefühl, zu verschwinden.

In Bildern und Worten offenbart sie, welche Auswirkungen der Gewichtsverlust auf ihren Körper und ihre Seele hatte.

Die Odyssee der Julia K.

"Wir alle haben mindestens eine Eigenschaft, wegen der wir uns unwohl fühlen; etwas, das uns das Gefühl gibt, nicht “normal” zu sein. Für mich und zahllose andere ist das eigene Gewicht eine ewige Quelle solcher Unsicherheit."

Schonungslos: "Ruins No. 2"

"Ruins No. 2"

"Im Alter von 25 Jahren wog ich 153 Kilo. Mit einem BMI von 49,9 bestand mein Körper förmlich zur Hälfte aus Fett und ich wurde als 'morbid adipös' klassifiziert."

Schonungslos: "Self"

"Self"

"In meiner Kindheit und Jugend verursachte mein Gewicht depressive Phasen, bedingt durch körperliche und emotionale Probleme. So lange wünschte ich mir nichts sehnlicher, als körperlich eine andere zu sein, in dem Glauben, dass mich das glücklicher machen würde."

Schonungslos: "Shoulder"

"Shoulder"

"Im Dezember 2009 entschied ich, mein Leben in die Hände zu nehmen und machte mich auf meine eigene selbstbestimmte Reise in ein gesundes Leben. Durch Kalorienzählen, einer Konzentration auf Ernährung und Portionsgrößen und durch mehr Sport habe ich mehr als 72 Kilo abgenommen."

Schonungslos: "Whitewash"

"Whitewash"

"Während ich überzeugt war, dass meine harte Arbeit und Hingabe mich zur “perfekten” Person meiner Träume machen würde, entpuppte sich die Realität als genau das Gegenteil. Meine Erfahrung widerspricht dem, was die meisten Medien zeigen. Es ist leicht, die dramatischen körperlichen Veränderungen einer solchen Unternehmung zu feiern und zu schätzen, doch unter der Kleidung und hinter geschlossenen Türen existiert eine völlig andere Realität."

Schonungslos: "Absolution"

"Absolution"

"Diese Fotos sind Selbstporträts. Sie reflektieren meine Erfahrung und adressieren und erforschen meinen körperlich und emotional schmerzhaften Kampf mit dem Essen, mit Besessenheit, Selbstkontrolle und Selbstbild."

Schonungslos: "Own"

"Own"

"Diese brutal ehrlichen Bilder beleuchten, wie es für mich ist, mein Leben als meine eigene Hälfte zu leben."

Schonungslos: "Hunger"

"Hunger"

Schonungslos: "Weighing"

"Weighing"

Schonungslos: "Lovers Embrace"

"Lovers Embrace"

Schonungslos: "Untitled"

"Untitled"

Schonungslos: "Casing No. 3"

"Casing No. 3"

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sar

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Kommentare (27)

Kommentare (27)

  • Anonymer User
    Anonymer User
    Das Bild zu dem Artikel ist ja ein 'Traum'! Was habt ihr gemacht, das Model versucht in eine 34 zu stecken, obwohl sie eigentlich eine 36 hat? Eine runden, und nicht schönen Bauch seh' ich auf dem Bild jedenfalls nicht! Ich nehm Piperine Forte Pillen und nehme langsam, aber gesund ab .
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Ach ja - und an all die Leute, die meinen fette Menschen seien faul, haben Fehler gemacht, zuviel gefressen etc.

    Ich denke die meisten richtig dicken Menschen, wenn nicht sowieso durch Krankheit verursacht, sind durch Diäten und Jojo-Effekt erst so dick geworden. Sprich durch den Wunsch dünner zu sein. Da von Schuld und Versagen zu sprechen ist absolut unangebracht.

    Die Medizin begreift auch erst so langsam nur mit Sport und weniger Kalorien ist es nicht getan - Sättigung, Darmbakterien, Fett ist wie ein zusätzliches Organ und was man noch alles finden wird - zeigen eben die Rechnung: weniger Kalorienzufuhr als Kalorienverbrauch gleich Abnahme ist in der Theorie ganz einfach, aber so leicht läßt sich der Körper seine Überlebensreserven nicht entreißen und wenn doch, dann schlägt er um so erbarmungsloser mit Fettanreicherung nach einer Diät zu.
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Tja das ist die tragische Sache, die oft verschwiegen wird, dass Abnehmen allein eben bei bestimmten Gewichtsverlusten nicht zum schönen, schlanken, sondern auch wieder, wenn auf andere Art und Weise zum entstellten Körper führt, mit ganz eigenen Problemen und evtl. nötiger OP.

    Das hat dann auch nichts mit Pflege, Abnehmtempo oder Sport zu tun - gerissenes Gewebe ist gerissen und Haut kann sich nicht ewig weit wieder zurückbilden.

    Ich habe durch Medikamente über 40 kg in kurzer Zeit zugenommen und habe nun auch überall gerissenes Gewebe- über 10 kg hab ich ohne Medis runter, aber schon jetzt zeigt sich: meine Krankheit habe ich zum Großteil überwunden, aber wenn ich die zusätzlichen Kilos runter habe, mit den ehemaligen 70 kg werde ich trotzdem entstellt bleiben und nicht wieder wie vorher aussehen.

    Aber mit ü110 kg bekam ich erst Medis ohne Gewichtszunahme als Nebenwirkung, die es durchaus gab und auch allgemein besser wirkten.

    Vielen, vielen Dank auch an meine tolle
  • Anonymer User
    Anonymer User
    She is young I have 75 Years women whos skin is better after only twoo moths,lots of oil and strong body shaper and show as photo after six month,Merry Xmas
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Hallo Chris,

    Natürlich ist es kein künstlerischer Akt, viel zu essen und viel abzunehmen. Das war auch nicht gemeint. Kunst ist hingegen die Art, wie sie ihre Veränderungen dokumentiert. Auch das Schonungslose, das tiefe visuelle Erforschen zeigt eindeutig eine konzeptionelle , künstlerische Herangehensweise.



    Selbst wenn ein Mensch - vielleicht sogar selbstverschuldet - auf 170 kg kommt, würde ich mir nie anmaßen, dass dieser Mensch in seiner Jugend alles falsch gemacht hat. Auch glaube ich nicht, dass man *einfach so* 170 kg wiegt......Viele Leute *fressen* und werden nie dick.... All die Kuchen, Schokolade, Cola etc. werden doch nicht nur von Dicken konsumiert!!!!! Bei extremen Gewichtsklassen gibt es oft krankhafte Komponenten: Hashimoto, Fettstoffwechselstörungen, Bulimie, Depressionen, Gelenkprobleme, die Sport nicht erlauben etc. etc. Vielleicht kommen *Faulheit* und *Trägheit* zusätzlich manchmal hinzu. Mir ist diese Faltenfrau lieber + schöner als innerlich häßl

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