Weight Watchers: Wie funktioniert Abnehmen nach Punktesystem?

Weight Watchers ist keine klassische Diät, sondern versteht sich als Ernährungssystem. Alle Lebensmittel sind erlaubt, jedes hat jedoch einen bestimmten Punktwert. Wie funktioniert das Abnehmen nach Punktesystem?

Von der Idee zum Großkonzern

In den 1960er-Jahren hatte die US-Amerikanerin Jean Nidetch eine Idee, die die Ernährungsbranche nachhaltig umkrempelte. Sie traf sich mit Freunden, um zusammen abzunehmen und sich zu disziplinieren. Es funktionierte. Aus ihrer Idee machte sie 1963 den Konzern Weight Watchers, der in den kommenden Jahrzehnten zur globalen Marke aufstieg. Die wöchentlichen Treffen mit anderen Teilnehmern gelten als bekanntestes Element des Ernährungskonzeptes. Die Gruppentreffen sind jedoch schon lange keine Voraussetzung mehr dafür, Weight Watchers als Abnehm-Hilfe zu nutzen.

Seit 2001 werden die Aktien von Weight Watchers International Inc. an der Börse gehandelt. Das konnte sich Milliardärin und Talkshow-Moderatorin Oprah Winfrey nicht entgehen lassen, die 2015 43 Millionen US-Dollar in das Unternehmen investierte. Mit einem Anteil von 15 Prozent stieg sie zur zweitgrößten Aktionärin der Firma auf.

Wie funktioniert das Prinzip?

Statt Kalorien zählen die Weight-Watchers-Teilnehmer Punkte, die heute "SmartPoints" genannt werden. Das System hinter dem Punktesystem: Jedes Gericht oder Lebensmittel hat einen fest zugeordneten Wert, der sich aus den Kalorien, den gesättigten Fettsäuren sowie dem Eiweiß- und Zuckergehalt errechnet. Das soll den Teilnehmenden dabei helfen, gesunde und fettarme Gerichte zu erkennen – und in die Ernährung zu integrieren. Grundsätzlich gilt: Verboten ist nichts, solange das Punktekonto nicht überzogen wird. Doch wie viele Punkte dürfen wir eigentlich zu uns nehmen?

Jede Person, die abnehmen möchte, errechnet anhand ihrer Körperdaten ihr individuelles Punktekonto, das sie für ihr tägliches Essen ausgeben darf. Zu diesem Punktwert, den man sich nach Belieben aufteilen kann, hat man die Möglichkeit, sich durch Sport Punkte hinzuzuverdienen. Wer eine kurze Auszeit braucht, kann sogenannte "Sattmacher"-Tage einlegen, um bestimmte Lebensmittel, die von "Weight Watchers" als "Sattmacher" definiert wurden, nach Belieben zu essen.

Übrigens: Nach dem Weight-Watchers-Prinzip abzunehmen, bedeutet, in kleinen Schritten Gewicht zu verlieren. Die Grenze liegt zunächst bei einem Kilo Gewichtsverlust pro Woche, denn das Ziel ist es nicht, schnell abzunehmen, sondern sein Wohlfühlgewicht dauerhaft und langfristig zu erreichen. Und dazu sollen die Teilnehmer lernen, bewusster zu essen und zu genießen.

Wie werden die Punkte ermittelt?

Die genaue Formel zur Punkteberechnung ist das Betriebsgeheimnis von Weight Watchers. Fakt ist jedoch, dass diese den Kalorien- und Nährstoffgehalt eines Lebensmittels berücksichtigt. Ein hoher Fettgehalt wirkt sich meist negativ auf den Punktwert aus, Kaffee, Obst und Gemüse können hingegen unbegrenzt genossen werden. Sie sind sogenannte Sattmacher. Zum Vergleich: Ein Brötchen hat 4 Punkte, 100 Gramm Nudeln 4 Punkte, Pommes 8 Punkte und eine Tiefkühlpizza etwa 20 Punkte.

Was kostet die Teilnahme bei Weight Watchers?

Die Teilnahme an einem offiziellen Weight-Watchers-Programm kostet hierzulande monatlich 39,95 Euro. 14,95 Euro verlangt das Unternehmen für die abgespeckte Online-Version, die ohne monatliche Treffen einhergeht. Mittlerweile verkauft der Konzern mit einem jährlichen Umsatz von 1,5 Milliarden Dollar Lebensmittel mit eigenem Logo. In Deutschland werben zahlreiche Prominente für die Teilnahme am Diät-Programm, unter anderem Christine Neubauer und Bärbel Schäfer.

Gibt es Kritikpunkte am Programm?

Aus gesundheitlichen Aspekten ist gegen Weight Watchers eigentlich nichts einzuwenden. Das Konzept basiert auf einer langsamen Ernährungsumstellung und die Teilnehmer lernen, bewusster zu essen. Der Abnehmerfolg setzt allmählich ein, was ebenfalls für die Diät spricht. Die Rezepte basieren vor allem auf ballaststoff- und eiweißreichen Lebensmitteln, die eine gute Energiedichte haben und lange sättigen. Die Treffen mit der Gruppe können helfen, eine Erfolgsgarantie sind sie jedoch nicht.

Nichtsdestotrotz wirkt das Konzept von Weight Watchers ein wenig veraltet. Die Werbung ist nicht emotionalisiert wie bei anderen Diät-Konzepten. Der Konzern war stattdessen in den letzten Jahren dank Schleichwirkung in aller Munde. Bis heute hat es das Unternehmen verpasst, in der digitalen Welt mitzuhalten und ein Alleinstellungsmerkmal zu erarbeiten. Und das führt dazu, dass dutzende Fitness-Apps dem kostenpflichtigen Programm Weight Watchers den Rang abstreiten.

Anzeige: Hier findet ihr übrigens Rabatte für das Weight-Watchers-Programm.

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