Lebensmittelallergie: Ursachen und Behandlung

Eine Lebensmittelallergie kann durch fast alle Lebensmittel ausgelöst werden. Wir erklären, welche Auslöser es gibt und was du noch beachten solltest.

Was ist eine Lebensmittelallergie?

Die Lebensmittelallergie steht für eine spezifische Unverträglichkeit auf  bestimmte Stoffe in Lebensmitteln. Bei einer allergischen Reaktion setzen die sogenannten Mastzellen Histamin frei. Dadurch kann es zu Symptomen wie Juckreiz oder Rötungen kommen, bei schweren Allergien schlimmstenfalls auch zu einem anaphylaktischen Schock, der in kurzer Zeit lebensbedrohlich werden kann.

Lebensmittel und Krankheiten: Welche Auslöser für Allergien gibt es?

Milch, Weizen, Nüsse und Co. – nur 14 Stoffe lösen 90 Prozent aller Lebensmittel-Unverträglichkeiten und Allergien aus. Das Tückische daran: Sie können sich in vielen Produkten unserer Ernährung verbergen. Damit Betroffene die Lebensmittel meiden können, die sie nicht vertragen, gibt es seit 2005 eine Kennzeichnungspflicht: Hersteller müssen die so genannten "allergenen 14" bei verpackten Lebensmitteln auf der Zutatenliste erwähnen. Wir schauen genau auf die Etiketten.

Lebensmittelallergie: Welche Krankheiten gibt es?

Damit du nicht ständig den Arzt wegen einer allergischen Reaktion rufen musst, verraten wir hier, welche Nahrungsmittel du bei welcher Allergie meiden solltest: 

Weizen

Weizen ist verantwortlich für viele Allergien bei Kindern. Erwachsene sind nur selten von der Nahrungsmittelunverträglichkeit betroffen. Nicht zu verwechseln mit einer Weizen-Allergie ist die Unverträglichkeit des Getreide-Eiweißes Gluten (Zöliakie). Daraus resultierend: Betroffene müssen nicht nur Weizen meiden, sondern auch Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel und Kamut. 

Weizen gehört zu den Grundnahrungsmitteln, weshalb Allergiker mit dieser Lebensmittelallergie viel von ihrem Speiseplan streichen müssen:

  • fast alle Backwaren, von Brot über Brötchen bis hin zu Keksen und Kuchen
  • Nudeln aus Hartweizengrieß 
  • Paniertes
  • Wurst
  • Kartoffelprodukte
  • Süßigkeiten

Noch kleiner ist die Auswahl an Lebensmitteln für Menschen mit Zöliakie – bei dieser Nahrungsmittelunverträglichkeit müssen sie auf die meisten Getreideprodukte verzichten.

Milch

Milch-Allergiker haben's schwer, denn Milch und Milchprodukte sind in vielen Lebensmitteln enthalten. Vor allem Kinder sind oft betroffen, manchmal schon Säuglinge. Neben der Allergie gegen das Milcheiweiß ist auch eine Intoleranz gegen den Milchzucker Laktose möglich, die sich meist erst im Erwachsenenalter entwickelt.

Für Allergie und Intoleranz gilt gleichermaßen: Manche Betroffene können etwa Käse und Butter vertragen, andere müssen Milchprodukte aller Art meiden. Besonders schwierig wird der Milch-Verzicht, weil Milch in vielen verarbeiteten Lebensmitteln enthalten ist. Sie findet sich in:

  • Brot
  • Kuchen
  • Wurst
  • Kartoffelprodukten
  • Süßigkeiten
  • vielen Fertigprodukten von Suppen über Gewürzmischungen bis hin zu Soßen

Soja

Bei einer Soja-Allergie sind natürlich Sojaprodukte wie Sojamilch, Sojasauce, Tofu oder Miso tabu. Das Tückische ist jedoch: Soja wird heute in der Lebensmittelindustrie in vielen Produkten eingesetzt. 

Soja-Allergiker sollten daher am besten bei allen verarbeiteten Lebensmitteln einen Blick aufs Etikett werfen. Soja kann sich verbergen in:

  • Brot
  • Kuchen und Keksen
  • Fertigsuppen
  • Wurst
  • Margarine
  • Eis
  • Pudding
  • Kartoffelprodukten von Klößen bis Pommes
  • Würzmischungen und -soßen
  • Remoulade und Ketchup 

Soja-Lecithin ist übrigens für Soja-Allergiker in der Regel ungefährlich, da es kein oder nur Spuren von Soja-Proteinen enthält.

Lebensmittelallergie bei Konservierungsmitteln 

Schwefeldioxid und Sulfit – das klingt erst mal nicht besonders appetitlich. Die beiden Stoffe werden als Konservierungsmittel und Antioxidationsmittel verwendet. Auf dem Etikett müssen sie erwähnt werden, wenn mehr als zehn Milligramm pro Kilo darin enthalten sind. Hinter folgenden E-Nummern verbergen sich Schwefeldioxid und Sulfitsalze: E 220, E 221, E 222, E 223, E 224, E 225, E 226, E 227. Auf der Packung steht als Hinweis "geschwefelt" oder "enthält Schwefel". Vorsicht ist geboten bei folgenden Lebensmitteln:

  • Marmelade
  • Trockenfrüchte
  • Rosinen 
  • getrocknetes Gemüse
  • Wein
  • Essig

Schalenfrüchte

Wenn wir von Nuss-Allergie sprechen, meinen wir eine Allergie gegen Schalenfrüchte: gegen Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse, Cashewnüsse, Pecannüsse, Paranüsse, Pistazien, Macadamianüsse und Queenslandnüsse. Erdnüsse sind übrigens botanisch gesehen keine Nüsse.

Wer gegen Nüsse allergisch ist, reagiert meist sehr heftig und schon auf winzige Mengen. Es kann zum gefürchteten anaphylaktischen Schock kommen, der im Extremfall sogar tödlich enden kann. Oft kommt es zu einer Kreuzallergie mit Birkenpollen. Nuss-Allergiker sollten aufpassen bei:

  • Kuchen
  • Keksen
  • Müslis
  • Süßigkeiten 
  • fertigen Salaten
  • vegetarischen Aufstrichen

Wegen der starken möglichen Reaktion sollten Nuss-Allergiker beim Bäcker, im Eiscafé und im Restaurant besonders vorsichtig sein – dort besteht keine Kennzeichnungspflicht.

Erdnüsse

Wer gegen Erdnüsse allergisch ist, reagiert meist sehr heftig und schon auf winzige Mengen Erdnüsse. Es kann zum gefürchteten anaphylaktischen Schock kommen, der im Extremfall sogar tödlich enden kann. Botanisch gesehen ist die Erdnuss übrigens keine Nuss, sondern eine Hülsenfrucht. Viele Menschen, die allergisch auf Erdnüsse reagieren, vertragen andere Nussarten ohne Probleme. Aber auch Kreuzallergien mit Walnüssen und Cashewkernen sind möglich. 

Erdnüsse finden sich nicht nur in Erdnussflips, Erdnussbutter oder Erdnussöl. Auch bei hier ist Vorsicht geboten:

  • Kuchen
  • Kekse 
  • Müslis
  • Süßigkeiten

Wegen der starken möglichen Reaktion sollten Erdnuss-Allergiker beim Bäcker, im Eiscafé und im Restaurant besonders vorsichtig sein – dort besteht keine Kennzeichnungspflicht.

Sesam

Sesam-Allergiker müssen mit heftigen Reaktionen rechnen, wenn sie Sesam essen. Das gilt nicht nur für Sesambrötchen und Fladenbrot – Sesam und Sesamöl können sich auch hier verbergen:

  • Müsli
  • Süßigkeiten
  • Knabbereien  in asiatischen Produkten wie Würzsoßen und -pasten
  • Vollwert-Produkte von Bratling bis Aufstrich 

Besonders aufpassen sollten Betroffene in asiatischen und orientalischen Restaurants – hier wird häufig mit Sesam und Sesamprodukten gekocht.

Senf

Senf-Allergiker müssen leider nicht nur die Bratwurst mit Senf meiden: Senf, Senfmehl und Senföl sorgen in vielen verarbeiteten Lebensmitteln für Würze. Daher lohnt es sich bei dieser Lebensmittelallergie, hier aufzupassen: 

  • mariniertes Fleisch
  • sauer eingelegtes Gemüse
  • Wurst
  • Käse 
  • Würzmischungen und -soßen
  • Achtung: Manchmal wird stattdessen das Wort Mostrich verwendet!

Sellerie

Viele Heuschnupfen-Patienten werden zusätzlich von einer Sellerie-Allergie geplagt. Besonders lästig: Weil Sellerie so schön würzig schmeckt, wird er in der Lebensmittelindustrie für viele Produkte genutzt, z. B. bei: 

  • Suppen und Soßen
  • Dressings
  • Würzmischungen
  • Wurst
  • Fertigprodukten

Eier

Ei-Allergiker reagieren meist auf Proteine im Eiklar. Doch auch Allergien gegen Eigelb kommen häufig vor. 

Betroffene müssen nicht nur auf Frühstücksei, Rührei und Omelett verzichten. Viele verarbeitete Lebensmittel enthalten Eier. Besondere Vorsicht ist geboten bei: 

  • Kuchen und Keksen
  • paniertem Fleisch und Fisch
  • Nudeln
  • fertigen Soßen
  • Desserts von Pudding bis Creme
  • Krebstieren

Krebstiere wie Garnelen, Hummer, Krabben und Krebse sind aggressive Allergieauslöser und sorgen für allergische Reaktionen: Manchmal verursachen schon die Kochdämpfe bei Betroffenen Beschwerden. 

Fischallergie und Krebstier-Allergie haben nichts miteinander zu tun. Wer jedoch allergisch auf Krebstiere reagiert, hat oft auch eine Allergie gegen Weichtiere wie Schnecken. Auch Hausstauballergie und Krebstier-Allergie treten häufig gemeinsam auf. 

Krebstier-Produkte werden nur in wenigen Lebensmitteln verwendet. Aufpassen sollten Betroffene aber bei:

  • asiatischen Suppen und Soßen
  • Würzmischungen bei Asia-Knabbereien
  • fertige Fischgerichte und -salate 

Fisch

Ebenso wie Krebstiere enthält auch Fisch aggressive Allergieauslöser: Manchmal verursachen schon die Kochdämpfe bei Betroffenen Beschwerden oder sogar Fleisch und Eier von Tieren, die mit Fischmehl gefüttert wurden. Fisch-Allergiker sollten daher komplett auf Fisch verzichten, können jedoch Krebstiere in den meisten Fällen essen. Wer allergisch auf Fisch reagiert, sollte Folgendes meiden:

  • Fischölkapseln
  • Lebertran 
  • fertige Salate
  • Würzmischungen und -soßen 
  • asiatische Suppen und Knabbereien

Ein Blick aufs Etikett verschafft hier Klarheit. Dabei gilt es, nicht nur auf das Wort Fisch zu achten, sondern auch auf Begriffe wie Kaviar, Anchovis oder spezielle Fischsorten.

Weichtiere

Zu den Weichtieren (Mollusken) gehören Tintenfische, Muscheln, Austern und Schnecken. Weichtier-Allergiker leiden oft unter Kreuzallergien mit Krebstieren, Fisch hingegen vertragen sie in der Regel gut.

Betroffene haben es vergleichsweise leicht: Nur wenige Produkte enthalten Allergie-Auslöser aus Weichtieren. Aufpassen solltest du jedoch bei:

  • asiatischen Lebensmitteln, etwa Soßen und Suppen
  • Würzmischungen oder Knabbereien – diese sind oft aus Austern hergestellt
  • Fischgerichten und -salaten

Lupine

Lupinen sind nicht nur hübsche Gartenblumen, sondern werden inzwischen auch gern von der Lebensmittelindustrie eingesetzt. In glutenfreien Produkten wird Lupine etwa als Weizen-Ersatz genutzt, in vegetarischen Produkten als Fleisch-Ersatz. 

Glück für Betroffene: Besonders weit verbreitet ist Lupine bisher nicht, so dass Allergiker problemlos lupinenfreie Alternativen finden dürften. Dennoch sollten sie bei folgenden Lebensmitteln die Zutatenliste studieren:

  • Brot
  • Kuchen
  • Wurst
  • Kartoffelprodukten
  • Kakao- und Puddingpulver
  • Süßigkeiten aller Art
  • Würzmischungen
  • Fertigsoßen und -suppen
  • Ketchup und Mayonnaise

Videotipp: Diese "gesunden" Lebensmittel sind in Wirklichkeit schlecht für dich!

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