Mückenstich-Allergie: Gibt es das wirklich?

Eine Mückenstich-Allergie gibt es tatsächlich – sie kommt aber extrem selten vor. Wir erklären, welche Symptome entstehen können und was dagegen hilft.

Was ist eine Mückenstich-Allergie?

Zwar gibt es nur wenige Fälle, aber eine Mückenstich-Allergie ist tatsächlich eine Form der Insektengiftallergie. Während Menschen ohne Allergie nach einem Stich lediglich kleine juckende Quaddeln haben, kann eine allergische Reaktion auf Mückenstiche für bis zu handtellergroße Entzündungen sorgen. Diese müssen mit kortisonhaltigen Salben oder Antihistaminika behandelt werden.

Was passiert bei einem Mückenstich?

Wenn eine Mücke ihren Rüssel in die Haut sticht, saugt sie Blut. Dabei geben die Tiere auch etwas Speichel ab, in dem sich wiederum bestimmte Proteine (Eiweiße) befinden. Diese sorgen für eine Gerinnung des Blutes und erweitern die Gefäße, was das Blutsaugen für die Mücke erleichtert. Das aktiviert allerdings auch unser Immunsystem: Die sogenannten Mastzellen setzen den Botenstoff Histamin frei, durch den es dann wiederum zu Entzündungen und Juckreiz kommt.

Wie häufig kommen allergische Reaktionen auf Stechmücken vor?

Es gibt bisher keine aussagekräftigen Studien darüber, wie häufig eine Mückenstich-Allergie tatsächlich vorkommt. Im Vergleich mit einer anderen Insektengiftallergie, z. B. bei Wespen oder Bienen, sind allergische Reaktionen oder gar ein allergischer Schock ("Anaphylaxie") nach einem Mückenstich aber außerordentlich selten.

Das bestätigt auch der Allergologe Prof. Dr. Marcus Maurer im Gespräch mit dem European Centre for Allergy Research Foundation ("ECARF"): "Wir haben einen Patienten, der auf Basis einer Mastozytose und einer Mückenstich-Allergie zweimal einen anaphylaktischen Schock entwickelt hat. Aber das ist die Ausnahme, das sieht man eher an großen Allergiezentren." Bei Mastozytose handelt es sich um eine seltene Erkrankung, bei der es einen Überschuss an Mastzellen im Gewebe gibt.

Insektenstichallergie: Welche allergischen Symptome entstehen bei Mückenstichen?

Die Allergie-Symptome, die durch Mückenstiche auftreten können, fallen meist etwas anders als aus bei anderen Allergien (z. B. Heuschnupfen). Diese Beschwerden können vorkommen:

  • Entzündungen und Schwellungen der Haut
  • Kreislaufbeschwerden
  • Übelkeit
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Atemnot (in schweren Fällen)

Mückenstich-Allergie: Was hilft bei einem Stich?

Nach einem Mückenstich sollte die betroffene Hautstelle desinfiziert werden, um das Risiko für Infektionen zu senken. Kratzen sollte man auf keinen Fall – den Juckreiz können aber Kühlpacks und Stichheiler mindern. Entzündet sich der Insektenstich oder treten andere Symptome einer möglichen Allergie auf, sollte der Arzt kortisonhaltige Salben verschreiben. Auf lange Sicht kann auch eine Hyposensibilisierung gegen Insektengiftallergie helfen.

Gesund dank Mückenschutz

Am besten ist es bei einer Mückenstichallergie natürlich, wenn man gar nicht erst gestochen wird. Dabei hilft der richtige Mückenschutz: Durch Fliegengitter oder Moskitonetze können wir uns vor allen möglichen Mückenarten schützen. Wer viel draußen unterwegs ist und häufiger von Mücken und Co. gestochen wird, sollte sich mit einem Spray vor den kleinen Plagegeistern schützen.

Du interessierst dich für andere ungewöhnliche Allergien? Dann sieh dir doch mal unsere Artikel zur Penicillin-Allergie, Waschmittel-Allergie oder zur Histaminunverträglichkeit an!

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Mückenstich-Allergie: Frau mit Mückenstich am Nacken
Mückenstich-Allergie: Gibt es das wirklich?

Eine Mückenstich-Allergie gibt es tatsächlich – sie kommt aber extrem selten vor. Wir erklären, welche Symptome entstehen können und was dagegen hilft.

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