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Meditations-Mythen 3 Missverständnisse über Meditation – und wie es wirklich ist

3 Missverständnisse über Meditation – und wie es wirklich ist: Frau meditiert draußen auf einer Wiese.
© mimagephotography / Shutterstock
Menschen, die regelmäßig meditieren, können auf Knopfdruck jeden Gedanken abstellen und regen sich niemals über irgendetwas auf? Blödsinn. Wir klären diesen und andere Meditations-Mythen auf.

Meditation wirkt sich körperlich und geistig positiv auf die Gesundheit aus, sie macht gelassener, resilienter und glücklicher – das haben verschiedene Studien nachgewiesen.

Aber so viele Benefits das Meditieren hat, so herausfordernd kann es auch sein, gerade für Anfänger:innen. Vielen Menschen fällt es schwer, ganz im Hier und Jetzt zu bleiben und ihren umherflatternden Gedanken nicht blind zu folgen. Und dann haben sie häufig noch dazu eine völlig falsche Erwartungshaltung an und Vorstellung von der Meditation. Zeit, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen.

3 Missverständnisse über das Meditieren

1. Beim Meditieren ist das Ziel, an gar nichts zu denken

Viele Menschen glauben, dass man in der Meditation lernt, seine Gedanken zu kontrollieren oder komplett abzustellen. Aber unser Gehirn denkt nun mal – das ist sein Job, und den wollen wir ihm auch gar nicht abtrainieren. Was wir beim Meditieren aber üben, ist, uns nicht mit den Gedanken zu identifizieren und uns nicht von ihnen davontragen zu lassen. Stattdessen wollen wir lernen, sie als neutrale:r Beobachter:in einfach wahrzunehmen – ohne sie zu bewerten und in das Gedankenkarussell einzusteigen.

Das Problem: Wir gehen häufig viel zu hart mit uns ins Gericht, wenn wir vermeintlich "falsch" meditieren und es nicht schaffen, an nichts zu denken. Das ist aber kontraproduktiv, weil wir uns selbst und die Qualität unserer Meditation ständig be- und verurteilen. Und genau aus diesem Modus des Wertens wollen wir in der Achtsamkeit herauskommen. Leistungsgedanken haben hier nichts verloren.

2. Wenn ich ab und zu meditiere, reicht das – ist ja besser als nichts

Mit dem Meditieren ist es ähnlich wie mit dem Zähneputzen: Na klar ist es besser, sich einmal die Woche die Zähne zu putzen als nie – ausreichen tut es trotzdem nicht, um gesunde Zähne zu haben. Und auch die Meditation lebt von der Routine. Und dabei geht es auch gar nicht um die Dauer. Jeden Tag fünf Minuten in die Stille zu gehen ist viel effektiver, als nur einmal die Woche, dafür aber eine Stunde zu meditieren. Unser Gehirn braucht die tägliche Wiederholung, um die Achtsamkeitspraxis als Gewohnheit abzuspeichern. Dann fällt es dir erstens leichter und zweitens wirst du die positiven Effekte der Meditation schneller und deutlicher spüren.

3. Wer meditiert, ist immer tiefenentspannt und regt sich nie auf

Viele Anfänger:innen haben eine sehr hohe Erwartung an die Meditation und glauben, dass sie nach einigen Wochen der Praxis wie ein buddhistischer Mönch alles in ihrem Leben gelassen annehmen können und sich nie über irgendwas oder – irgendwen – ärgern (Spoiler: Auch Mönche finden mal was doof). Tja, das wäre natürlich ein Traum – und die Welt sicher ein sehr viel angenehmerer Ort, wenn wir alle jeden Tag ein paar Minuten meditieren würden.

Beim Meditieren geht es aber darum, eine stärkere Achtsamkeit zu entwickeln – für uns selbst, unsere Gefühle und für unsere Empfindungen. Wir wollen uns damit auseinandersetzen, was wir fühlen – und es nicht einfach wegdrücken. Das ist der Unterschied dazwischen, negative Gefühle loswerden zu wollen und sie loszulassen. In der Meditation dürfen alle Gefühle und Gedanken da sein, auch die unangenehmen. Wir nehmen sie wahr und lassen sie dann ziehen.

Langfristig hat das bei den meisten Menschen durchaus zur Folge, dass sie insgesamt gelassener werden und mit den Widrigkeiten des alltäglichen Lebens entspannter umgehen können. Aber es sollte nicht die Erwartungshaltung beim Meditieren sein, dass wir nie wieder negative Gefühle haben, wenn uns jemand den Parkplatz wegschnappt oder unsere Freundin uns versetzt. Aber wir können hoffentlich anders mit diesen Gefühlen umgehen.

Verwendete Quelle: yogaeasy.de

Brigitte

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