Chronische Bronchitis: Ursachen und Behandlung

Eine chronische Bronchitis ist eine dauerhafte Entzündung der Bronchien, die unter anderem zu Husten führt. Hier erfährst du die Ursachen und was hilft.

Was ist eine chronische Bronchitis?

Bei einer chronischen Bronchitis sind die Bronchien dauerhaft entzündet. Mediziner sprechen von einer chronischen Variante, wenn der Patient in zwei aufeinander folgenden Jahren über jeweils mindestens drei Monate hinweg unter Husten mit Auswurf leidet. Der größte Risikofaktor für eine chronische Bronchitis ist Rauchen – aber auch andere Ursachen spielen eine Rolle. Außerdem kann sich aus der Bronchitis die Lungenerkrankung COPD entwickeln. Eine Behandlung erfolgt unter anderem durch Medikamente und Sport, aber auch ein Rauchstopp ist unerlässlich.

Ist diese Bronchitis ansteckend? Etwa zehn Prozent der Bevölkerung erkranken an chronischer Bronchitis – einige davon auch durch ungewolltes Passivrauchen. Immerhin: Anders als eine akute Bronchitis ist die chronische Variante normalerweise an sich nicht ansteckend. Die Ausnahme dieser Regel: Es liegt zusätzlich ein Atemwegsinfekt wie eine Erkältung vor. 

Was ist die chronisch-obstruktive Bronchitis?

Eine weitere Form der Krankheit ist die sogenannte chronisch-obstruktive Bronchitis (COB), an der etwa 20 Prozent aller Patienten leiden. Dabei kommt es zu einer dauerhaften Verengung der Atemwege ("Obstruktion"), die man auch durch Medikamente nicht vollständig wieder weiten kann. Die obstruktive Form der Bronchitis kann die Lebenserwartung verkürzen, wenn es zusätzlich zu einer sogenannten Überblähung der Lunge ("Lungenemphysem") kommt. Dabei wird der Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxyd in der Lunge gestört, die Atmung wird schwieriger, manche Betroffene leiden unter Luftnot. Patienten mit dieser Form von Bronchitis sterben meist zwischen acht und zehn Jahren früher als gesunde Menschen.

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Ursachen: Wie entsteht eine chronische Bronchitis?

Es gibt verschiedene Auslöser für eine chronische Bronchitis. Dazu zählen: 

  • Rauchen: Durch Tabakrauch werden die Atemwege gleich mehrfach geschädigt. Zum einen werden die sogenannten Flimmerhärchen auf der Schleimhaut der Bronchien, die den mit Schadstoffen gefüllten Schleim abtransportieren, beschädigt oder gar zerstört. Außerdem fördert Rauchen Entzündungen im Körper, schwächt das Immunsystem und sorgt dafür, dass in den Bronchien mehr Schleim gebildet wird – vor allem nachts. So kommt es vermehrt zum sogenannten Raucherhusten bei Bronchitis. 
  • Viele Infektionen der Atemwege: Bei einer Bronchitis kommt es gehäuft auch zu bakteriellen und virenbedingten Infektionen der oberen Atemwege – ob sie für die Bronchitis verantwortlich sind oder daraus resultieren, ist noch nicht abschließend geklärt.
  • Schadstoffe in der Luft: Abgase, Staub und andere Reizstoffe in der Luft können die Lungen schädigen und erhöhen das Risiko für eine Lungenerkrankung.
  • Andere Erkrankungen: Chronische Bronchitis tritt oft auch zusammen mit anderen Atemwegserkrankungen auf. Dazu zählen beispielsweise allergisches Asthma und eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung.
  • Genetische Faktoren: Verschiedene genetische Faktoren begünstigen ebenfalls eine chronische Bronchitis. Bei der sogenannten Zilienfunktionsstörung beispielsweise werden die Flimmerhärchen gar nicht oder nur fehlerhaft ausgebildet, sodass sie ihrer Aufgabe, Schleim mit Schadstoffen abzutransportieren, kaum nachkommen können.

Welche Symptome treten bei chronischer Bronchitis auf?

Das häufigste Symptom einer Bronchitis ist Husten mit Auswurf – vor allem morgens. Der Schleim ist dabei eher zäh. Wenn keine zeitnahe Behandlung stattfindet, können folgende Beschwerden auftreten, die für eine chronisch-obstruktive Bronchitis sprechen:

  • Verengung der Bronchien
  • Luftnot
  • Rechtsherzinsuffizienz: Überbelastung der rechten Herzkammer (das Blut kann durch die verengten Gefäße nur noch unter großem Widerstand von der rechten Herzkammer zur Lunge gepumpt werden).

Je weiter die Bronchitis voranschreitet, desto eher leiden Betroffene auch im Ruhezustand unter Luftnot, was es ihnen sehr schwer macht, ihren Alltag zu bewältigen.

Oft kommt es schleichend zu einer chronischen Bronchitis, weil die auftretenden Beschwerden anfänglich nicht ernst genommen werden. Patienten glauben meist, dass sie "nur" eine Erkältung verschleppt haben. Da die chronische Form der Bronchitis das Leben erheblich einschränken kann, sollten Betroffene bei anhaltendem Husten unbedingt den Arzt aufsuchen – vor allem, wenn zusätzlich Kurzatmigkeit auftritt.

Behandlung: Welche Therapie hilft bei Bronchitis?

Um das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen, ist ein Rauchstopp unerlässlich. Nach der letzten Zigarette dauert es nur etwa drei Tage, bis sich die Funktion der Lunge wieder verbessert. Und auch der typische Raucherhusten wird nach einer Weile besser, weil die Bronchien weniger Schleim produzieren. Außerdem gibt es für eine Therapie folgende Möglichkeiten:

  • Medikamente: Zwar kann die chronische Bronchitis durch Medikamente nicht ursächlich behandelt werden, sie dämmen jedoch die Symptome ein. Welche Medikamente zum Einsatz kommen, hängt davon ab, wie weit die Krankheit fortgeschritten ist.
  • Bewegung: Auch unsere Lunge will trainiert werden! In Absprache mit dem Arzt kann zum Beispiel eine Lungensportgruppe sinnvoll sein. Außerdem mindert Bewegung das Risiko, dass die Symptome der Bronchitis schlimmer werden.
  • Physiotherapie: Mithilfe von Physiotherapie, in der spezielle Atemtechniken geschult und die beste Körperhaltung bei Atembeschwerden vermittelt werden, wird der Alltag mit chronischer Bronchitis leichter.
  • Ernährung: Auch Übergewicht und Untergewicht können Symptome verstärken. In Absprache mit dem Arzt und einem Ernährungsexperten kann die Ernährung bestmöglich angepasst werden.
  • Impfungen durchführen: Wer bereits an COPD leidet, sollte sich unbedingt gegen die echte Grippe und gegen Pneumokokken impfen lassen.
  • Schadstoffe vermeiden: Die zusätzliche Reizung der Atemwege durch Schadstoffe sollte bei Bronchitis möglichst vermieden werden. Wer mitten in der Stadt an einer vielbefahrenen Straße lebt, sollte aufgrund der vielen schädlichen Abgase darüber nachdenken, umzuziehen, wenn er bereits erkrankt ist.

Ist diese Form von Bronchitis heilbar?

Generell gilt: Im frühen Stadium kann sich eine chronische Bronchitis noch vollständig zurückbilden, wenn man das Rauchen einstellt und die Aufnahme anderer Schadstoffe möglichst vollständig vermeidet. Bei verengten Bronchien ist die vollständige Heilung nicht mehr möglich – durch eine entsprechende Behandlung lassen sich Lebensqualität und -erwartung aber deutlich verbessern.

Lesetipp: Hier erklären wir noch, was eine spastische Bronchitis ist.

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