Chronischer Husten - wie entsteht er und was hilft?

Chronischer Husten ist ein Symptom mit zahlreichen möglichen Ursachen. Welche Erkrankungen und Ursachen können dahinterstecken?

Husten ist ein Phänomen, das uns häufig im Alltag begegnet, beispielsweise wenn wir erkältet sind. Doch etwa zehn Prozent der Bevölkerung leiden unter chronischem Husten. Was ist chronischer Husten, welche Ursachen kann er haben und was kann man gegen den lästigen Hustenreiz tun? 

Was ist Husten? 

Husten selbst, ob chronisch oder akut, ist keine Krankheit. Vielmehr ist er ein Symptom anderer harmloser oder ernsthafter Erkrankungen. Doch welche Funktion erfüllt Husten in unserem Körper überhaupt? Er ist ein Schutzmechanismus, der die Atemwege von Fremdkörpern, Schleim oder Staub befreit. Mit ihren Flimmerhärchen und dem wässrigen Schleim ist die Schleimhaut der Atemwege ein gut arbeitendes Reinigungssystem unseres Atmungsapparats. Dringen allerdings Krankheitserreger oder Schadstoffe in dieses System ein, erhöht sich die Schleimbildung, die Flimmerhärchen verkleben, der Abtransport gerät ins Stocken, die Folge: Husten. Nun sammelt sich noch mehr Schleim an, der die Hustenfühler reizt und zu noch mehr Husten führt. 

Man unterscheidet drei verschiedene Formen von Husten: 

  1. Reizhusten (trockener Husten ohne Auswurf)
  2. produktiver Husten (Husten mit Auswurf) 
  3. Bluthusten (Husten mit blutigem Auswurf)

Was ist chronischer Husten? 

Wir alle kennen Husten, doch wann sprechen Mediziner von chronischem Husten? Hält der Husten länger als acht Wochen an, gilt er als chronisch. Der Dauerhusten kann zahlreiche verschiedene sich ähnelnde Ursachen haben, was die Differenzialdiagnostik erschwert. Deshalb ist es zunächst wichtig, den Auslösern des Hustens auf den Grund zu gehen, denn nur wenn die zugrundeliegende Erkrankung bekannt ist, kann auch richtig therapiert werden. 

Chronischer Husten: Mögliche Ursachen 

  • Asthma bronchiale: Asthma ist eine chronische Atemwegskrankheit, die zu trockenem Reizhusten und Anfällen von Atemnot führen kann. 
  • Chronische Bronchitis: Eine chronische Bronchitis ist eine dauerhafte Entzündung der Bronchien. Langanhaltender Husten, Auswurf, Atembeschwerden und Räusperzwang sind typische Symptome dieser Erkrankung. 
  • Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD): Aus einer chronischen Bronchitis kann sich eine COPD entwickeln. Diese bronchiale Krankheit tritt häufig bei Rauchern auf. COPD äußert sich durch starken Husten, Auswurf, Atemnot und Leistungsabfall.
  • Bronchiektasen: Unter Bronchiektasien versteht man krankhaft erweiterte, ausgeweitete Bronchien. Diese können angeboren sein oder durch Infektionskrankheiten oder chronische Entzündungen entstehen. Es kommt zu Atemnot und zu starkem Husten, dem meist große Mengen übel riechenden Schleims sowie eventuell auch Blut, beigemengt ist. 
  • Keuchhusten: Keuchhusten äußert sich in krampfartigen Hustenanfällen, keuchenden Atemgeräuschen und Reizhusten. Nachdem die Erkrankung abgeklungen ist, kann der Husten noch lange Zeit in chronischer Form anhalten.  
  • Tuberkulose: Befällt eine Tuberkulose die Lunge, äußert sie sich durch Husten, teils mit blutigem Auswurf, und Schmerzen im Brustkorb. Weitere Warnsignale: Gewichtsverlust, Nachtschweiß und erhöhte Temperatur. 
  • Lungenfibrose: Als Lungenfibrose bezeichnet man einen stetigen Umbau des Lungengewebes in Narbengewebe. In den meisten Fällen tritt sie infolge anderer (Lungen)-Erkrankungen auf und zeigt sich mit trockenem Reizhusten. 
  • Upper Airway Cough Syndrome (UACS): Das Upper Airway Cough Syndrome, früher auch Postnasal Drip Syndrom (PNDS) genannt, tritt auf, wenn chronischer Husten durch eine Reizung der oberen Atemwege, beispielsweise Nasennebenhöhlenentzündung oder allergischer Schnupfen, ausgelöst wird. Der beim Upper Airway Cough Syndrome die Rachenwand hinab fließende Schleim reizt die Hustenfühler und führt so zu dem lästigen Dauerhusten. 
  • Gastroösophagealer Reflux: Beim Reflux liegt eine Fehlfunktion des Schließmuskels der Speiseröhre im Mageneingang vor. Magenbrei oder Magensaft fließt in die Speiseröhre, lässt dort Entzündungen entstehen, die ihrerseits über die Atemwege den Hustenreflex auslösen.
  • Nebenwirkung von Medikamenten: ACE-Hemmer, Beta-Blocker und Nitrofurantoin können als unerwünschte Nebenwirkung chronischen Husten auslösen. 
  • Herzschwäche: Chronischer Husten, vor allem nachts, kann ein erstes Anzeichen einer Herzinsuffizienz sein, zusätzlich tritt meist auch Atemnot auf. 
  • Lungenkrebs: Lungenkrebs kann sich in trockenem, aber auch in feuchtem Husten mit Auswurf zeigen. Vor allem Raucher über 45 Jahre gehören zur Lungenkrebsrisikogruppe.
  • Allergien oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten: Allerhand Allergien und auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten (z.B. Milcheiweißunverträglichkeit) können Auslöser chronischen Hustens sein. 

Chronischer Husten: Was zu tun ist 

  • Bei chronischem Husten suche bitte unbedingt einen Arzt auf. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin rät, chronischen Husten unbedingt zu behandeln. Dein Arzt wird sich mit Hilfe von Differenzialdiagnostik auf die Suche nach den Husten-Ursachen machen. 
  • In der Regel gilt: Chronischer Husten sollte nicht - und schon gar nicht auf eigene Faust - mit Medikamenten unterdrückt werden, so lange seine Ursache nicht bekannt ist. 
  • Nach Rücksprache mit deinem Arzt kann es sinnvoll sein, je nach Krankheitsbild Hustenlöser oder Hustenstiller einzunehmen. 
  • Lutschpastillen mit Emser Salz oder Isländischem Moos beruhigen die Atemwege.
  • Trinke täglich ein bis zwei Liter. Die Flüssigkeit verdünnt den Schleim, der in deinen Atemwegen festsitzt, so dass er leichter abtransportiert werden kann. Warme Getränke lockern den Schleim am besten. 
  • Inhalationen und Dampfbäder befeuchten die Atemwege, helfen beim Abtransport des Schleims und lindern den Hustenreiz. 
  • Reibe deine Brust mit Salben ein, die Wärme erzeugen. Das fördert die Durchblutung und somit auch die Schleimlösung. 
  • Steht dein chronischer Husten mit einer Erkrankung der Nase bzw. erschwerter Nasenatmung in Verbindung, können abschwellende Nasentropfen oder Nasensprays verwendet werden. 
  • Eine Physiotherapie kann helfen, effektive Hustentechniken zu erlernen.

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