Einseitige Halsschmerzen – was steckt dahinter?

In der Regel sind einseitige Halsschmerzen harmlos. Wir erklären dir, bei welchen Anzeichen du allerdings rasch handeln solltest.

Wir alle kennen Halsschmerzen, wenn eine Erkältung im Anmarsch ist. Doch was hat es mit einseitigen Halsschmerzen auf sich, welche Anzeichen geben Anlass zur Sorge und wann muss Doktor HNO ran? Wir klären auf! 

Einseitige Halsschmerzen bei Erkältungen

Quälen dich einseitige Halsschmerzen, hier die guten Nachrichten: In den allermeisten Fällen treten die Schmerzen als Begleiterscheinung einer harmlosen Erkältung auf. Es kratzt im Hals, wir fühlen uns schlapp, leiden unter Schluckbeschwerden, die Nase läuft, die Körpertemperatur steigt – eine gewöhnliche Erkältung geht rasch wieder vorüber und ist, gönnen wir uns ausreichend Ruhe und kurieren die Erkrankung geduldig aus, in der Regel ungefährlich. Hier findest du die besten Hausmittel gegen Erkältung. Doch einseitige Halsschmerzen können auch ein Symptom ernstzunehmender Erkrankungen sein. 

Rachenentzündung 

Eine akute Rachenentzündung, der Mediziner spricht von einer Pharyngitis, der Laie von einer Halsentzündung, kann sich in einseitigen Schmerzen äußern. Der Erkrankte fühlt ein Kratzen im Hals und leidet unter Husten, Schluckbeschwerden, Mundgeruch und geschwollenen Lymphknoten. Eine Entzündung im Rachen ist eine durch Viren ausgelöste Infektion, kann jedoch zur Superinfektion werden, wenn sich zusätzlich noch Bakterien ansammeln. 

Seitenstrangangina 

Bei einer Seitenstrangangina (Angina lateralis) sind in erster Linie die Lymphbahnen in der seitlichen hinteren Rachenwand betroffen. Die Angina ist häufig eine Folge bei Erkältungen, da die Lymphbahnen bereits geschwächt sind und leichter von Krankheitserregern besiedelt werden können. Ist nur einer der Seitenstränge betroffen, leidet der Patient unter asymmetrischen Halsschmerzen. Neben Halsschmerzen treten häufig Ohrenschmerzen auf, die sich aufgrund der Verbindung zwischen Ohr und Rachen zu einer Mittelohrentzündung entwickeln können. 

Mandelentzündung 

Bei einer Mandelentzündung (Tonsillitis) sind eine oder beide Mandeln gerötet, geschwollen und von einem gelblich-weißen Belag überzogen. Die Betroffenen klagen über einseitige oder beidseitige Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, teilweise Fieber und Schmerzen, die bis zum Ohr ausstrahlen können. Mandelentzündungen müssen nicht nur dringend ärztlich behandelt werden, weil sie auf andere Organe streuen, sondern auch weil sich ein Mandelabszess bilden kann. Tipps zum Fieber messen und Fieber senken gibt es hier. 

Abszess 

Eine Rachenentzündung, eine Angina der Seitenstränge und eine Tonsillitis können zu Abszessen führen, wenn sich die Entzündung in das benachbarte Gewebe ausbreitet. In der Folge bildet sich eine Eiteransammlung, die sich abkapselt, sprich ein Abszess. Hat sich der Abszess hinter den Mandeln entwickelt, handelt es sich um einen Retrotonsillarabszess. Liegt der Abszess im Bindegewebe der Mandeln, spricht man von einem Mandelabszess oder Peritonsillarabszess. 

Der Patient leidet unter einseitigen Halsschmerzen, Ohrenschmerzen, Schluckbeschwerden und hat teilweise Schwierigkeiten, den Kiefer zu öffnen. Ein Abszess benötigt dringend eine ärztliche Behandlung und wird vom HNO Arzt unter Betäubung und Einsatz von Antibiotika geöffnet. Ein Mandelabszess (Peritonsillarabszess) hat häufig die Entfernung der Mandeln zur Folge. 

Kehlkopf- oder Stimmbandentzündung 

Tritt neben Halsschmerzen auch Heiserkeit auf, könntest du unter einer Kehlkopf- oder Stimmbandentzündung (Laryngitis) leiden. Die Laryngitis wird entweder durch Viren, eine Überbeanspruchung der Stimme oder äußere Einflüsse wie Rauchen oder trockene Luft ausgelöst. Nun heißt es: Stimme schonen, was im Klartext bedeutet, dass Reden (auch Flüstern!) absolut verboten ist. 

Pfeiffersches Drüsenfieber 

Das Pfeiffersche Drüsenfieber wird durch das Epstein-Barr-Virus ausgelöst. Die typischen Symptome ähneln denen einer Mandelentzündung: Halsschmerzen, Probleme beim Schlucken, Fieber, Appetitlosigkeit und vergrößerte Lymphknoten. Nun ist absolute Bettruhe angesagt, um schwerwiegende Folgeerkrankungen wie beispielsweise eine Mittelohrentzündung oder Herzmuskelentzündung zu vermeiden. 

Tumore 

Tumore im Bereich des Halses oder der Schilddrüse können für einseitige Halsschmerzen verantwortlich sein. Insbesondere bei zusätzlichen Symptomen wie Heiserkeit, Bluthusten und Schwierigkeiten beim Atmen ist absolute Vorsicht geboten und ein Arztbesuch dringend erforderlich. 

Einseitige Halsschmerzen: Wann ist ein Arztbesuch nötig? 

Treten deine Halsschmerzen zusammen mit einer Erkältung auf, ist zunächst kein Grund zur Sorge geboten. Deine Rachenwand erholt sich schnell von den unangenehmen Schmerzen. Beobachtest du jedoch folgende Beschwerden, vereinbare besser rasch einen Termin beim Arzt:

  • Hautausschlag
  • Verfärbung der Zunge
  • Hohes Fieber und Abgeschlagenheit 
  • Schmerzen, die es dir unmöglich machen, den Mund zu öffnen 
  • Plötzliches und starkes Auftreten deiner Symptome 
  • Gerötete und vergrößerte Mandeln 
  • Große Schwierigkeiten beim Schlucken 
  • Geschwollene Lymphknoten am Hals 
  • Übelkeit

Videotipp: Die besten Hausmittel gegen Halsschmerzen

Frau hält sich den Hals
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