Gelber Schnupfen: Was tun?

Gelber Schnupfen kann harmlos, aber auch ein Zeichen ernster Erkrankungen sein. Wann gelber Schleim Anlass zur Sorge gibt und was hilft, erfährst du hier.

Was ist gelber Schnupfen?

Ebenso wie grüner Schnupfen ist gelber Schnupfen eine Variante des akuten Schnupfens. Er entsteht in der Regel durch einen Befall mit Viren und sorgt dafür, dass in der Nase und den Nebenhöhlen vermehrt Sekret gebildet wird, das dann abfließt – deshalb spricht man auch von Fließschnupfen.

Es gibt eine Vielzahl verschiedener Schnupfenarten, doch egal ob Fließschnupfen oder Stockschnupfen, zeigt sich beim Blick ins Taschentuch gelber Schleim, sind viele Schnupfenpatienten beunruhigt. Doch solltest du dir bei gelbem Nasensekret gleich Sorgen machen? Erfahre mehr über Schnupfen, deine Nasenschleimhaut, Symptome, was du dagegen unternehmen kannst und wann ein Arztbesuch nötig ist.   

Wie entsteht Schnupfen? 

  1. Rhinoviren, zu Deutsch Schnupfenviren, gelangen in die Nase, setzen sich an der Nasenschleimhaut fest und vermehrten sich dort. 
  2. Sobald das Immunsystem die Viren als Eindringlinge erkannt hat, schickt es Abwehrzellen über das Blut in die Nase. Die Blutgefäße schwellen an, die Nasenschleimhäute produzieren vermehrt Nasensekret
  3. Nun spürt der Patient Symptome. Der Schnupfen beginnt, die Nase läuft, anfänglich meist als Fließschnupfen, und der Betroffene verspürt einen starken Niesreiz. 
  4. Im Verlauf des Schnupfens wird das Sekret immer zäher, so dass der feste Schleim von den Nasenhärchen nicht mehr gut befördert werden kann. Die Folge: Eine verstopfte Nase, sogenannter Stockschnupfen, und erschwerte Nasenatmung. 

Gelber Schnupfen: Wieso ist das Sekret gelb? 

Ein gewöhnlicher Schnupfen als Begleiterscheinung einer Erkältung, Mediziner sprechen von einer Rhinitis, verläuft typischerweise in Phasen. Während das Sekret zu Beginn noch weißlich und recht flüssig ist, wird es im Laufe der Erkrankung dickflüssiger und gelb.

Wodurch der Nasenschleim seine Farbe wechselt, ist aus medizinischer Sicht noch nicht eindeutig geklärt. Man vermutet, dass abgestorbene Immunzellen und andere Abfallprodukte der Immunabwehr eine Rolle spielen, die über das Sekret aus der Nase entsorgt werden. 

Zusätzlich zu den Viren, die einen Schnupfen auslösen, können Bakterien im Spiel sein, müssen aber nicht. Während man nämlich früher davon ausging, dass gelblicher Schleim ein eindeutiges Zeichen für eine zusätzliche bakterielle Infektion ist, wissen wir heute, dass die gelbliche Färbung nicht gleich eine Sekundärinfektion oder Superinfektion anzeigen muss. 

Gelber Schnupfen: Mögliche Komplikationen 

Wissenschaftler fanden in gelbem Nasensekret zwar nicht immer, aber tendenziell öfter Bakterien als in weißem Schleim. Demnach ist die gelbe Färbung des Sekrets bei einer Rhinitis lange noch kein Grund zur Panik, doch Vorsicht ist geboten. Gelblicher Schleim, sofern er voller Bakterien steckt, kann Auslöser folgender Erkrankungen sein: 

  • Nasennebenhöhlenentzündung: Ist die Nasenschleimhaut von einer bakteriellen Superinfektion betroffen, kann die Infektion auf die Nasennebenhöhlen übergreifen und dort eine Nasennebenhöhlenentzündung auslösen. 
  • Stirnhöhlenvereiterung: Hat es die bakterielle Infektion bis in die Stirnhöhlen geschafft, kann sie dort eine schmerzhafte Entzündung verursachen. 
  • Bronchitis: Bei einer Bronchitis hat sich die Sekundärinfektion auf die Atemwege ausgebreitet. Anzeichen für diesen Infekt sind grün-gelblicher Auswurf beim Husten, Fieber und eine erschwerte Atmung.
  • Lungenentzündung: Die hartnäckigen bakteriellen Erreger können es bis in die Lunge schaffen und dort eine Lungenentzündung verursachen. 

Gelber Schnupfen: Was hilft? 

  • Um eine Sekundärinfektion zu vermeiden, ist es besonders wichtig, die Nasenschleimhaut zum Abschwellen zu bringen, so dass Erreger nicht in die Nasennebenhöhlen gelangen. Hierzu eignet sich der Wirkstoff Xylometazolin, der in handelsüblichen Nasensprays oder Nasentropfen steckt.   
  • Dein Körper braucht, wenn er durch eine Erkältung geschwächt ist, viel Energie, um gegen die Krankheitserreger anzukämpfen. Gönne dir Ruhe, kuriere deinen Schnupfen aus und lasse dir Zeit, gesund zu werden.
  • Nasenduschen mit Salzwasser befreien von Nasenschleim, erleichtern dir die Nasenatmung und hemmen den Niesreiz.
  • Dampfbäder mit Kamille oder Eukalyptus sind ein bewährtes Hausmittel bei Schnupfen. Sie machen den Kopf frei, beruhigen die Nasenschleimhäute und fördern den Abfluss des Nasenschleims. 

Noch mehr Hausmittel gegen Schnupfen verraten wir hier.

Gelber Schnupfen: Wann ist ein Arztbesuch ratsam? 

Im Normalfall hat sich eine Rhinitis bei einer gewöhnlichen Erkältung nach acht bis zehn Tagen von selbst erledigt. Klagst du nach diesem Zeitraum immer noch über Symptome oder haben sich die Leiden des Schnupfens gar verschlimmert, solltest du einen Arzt aufsuchen. Er kann die verschiedensten Schnupfenarten unterscheiden, eine Untersuchung deines Nasensekrets vornehmen und feststellen, ob dein Schnupfen möglicherweise allergischer Natur ist. 

Zudem ist ein Arztbesuch ratsam, wenn du unter folgenden Symptomen leidest: 

  • Schmerzen im Augen- und Stirnbereich 
  • Eitriger Geruch des Nasensekrets 
  • Ohrenschmerzen 
  • Akute Atemnot 
  • Starke Kopfschmerzen

Trockener Reizhusten, Schmerzen beim Husten oder Schüttelfrost machen kannst – erfährst du ebenso bei uns. Außerdem verraten wir die besten Nasennebenhöhlenentzündung-Hausmittel sowie tolle Stirnhöhlenentzündung-Hausmitttel.

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