VG-Wort Pixel

Halsschmerzen Was jetzt wirklich hilft

Halsschmerzen: Frau mit Halsschmerzen
© goffkein.pro / Shutterstock
Ein Kratzen im Hals und Schluckbeschwerden sind typische Symptome bei Halsschmerzen. Wie sie entstehen und was hilft, erfährst du hier.

Was sind Halsschmerzen?

Bei Halsschmerzen entzündet sich die Halsschleimhaut, was sich vor allem durch Schluckbeschwerden und Kratzen im Hals äußert. Die Beschwerden können sowohl einseitig sein als auch auf beiden Seiten auftreten. Oft sind Halsschmerzen das erste Zeichen einer Erkältung, sie können aber auch auf andere Erkrankungen wie beispielsweise eine Mandelentzündung oder Rachenentzündung hinweisen. In der Regel sind Halsschmerzen aber harmlos und klingen nach zwei bis drei Tagen von allein wieder ab. Mit Hausmitteln gegen Halsschmerzen bekommt man die Beschwerden oft leicht in den Griff.

Akute oder chronische Halsschmerzen?

Halsschmerzen können sowohl akut als auch chronisch sein. Die akuten Beschwerden sind die, die oft eine Erkältung ankündigen und nach zwei bis drei Tagen ohne weitere Komplikationen abklingen. In manchen Fällen können sie aber auch bis zu zwei Wochen anhalten. Dauern die Halsschmerzen noch länger, gelten sie als chronisch. In diesem Fall sollte unbedingt ein Arzt nach den möglichen Ursachen suchen – es könnte zum Beispiel eine Allergie dahinterstecken.

Ursachen von Halsschmerzen

Nicht in jedem Fall ist eine Erkältung die Ursache von Halsschmerzen – tatsächlich ist es gar nicht immer so einfach, den Auslöser zu entdecken. Folgende Ursachen für Halsschmerzen kommen zusätzlich in Betracht:

  • Mandelentzündung: Bei der Mandelentzündung sind vor allem die Gaumenmandeln betroffen. Sie äußert sich zum Beispiel durch starke Halsschmerzen, die bis auf die Ohren ausstrahlen können, Schluckbeschwerden, Mundgeruch, Beläge auf den Mandeln, Fieber und Kopfschmerzen. Die Krankheit wird vor allem durch Bakterien ausgelöst.
  • Rachenentzündung: Die Rachenentzündung beginnt oft mit Halskratzen oder Halsschmerzen, dann kommt es zu Brennen in der Nase und Niesreiz. Später können Schnupfen, Fieber und Husten auftreten. Während die Halsschmerzen oft schon nach zwei bis drei Tagen abklingen, halten sich die anderen Symptome für etwa eine Woche. Meist sind Erkältungsviren für die Entzündung im Rachen verantwortlich.
  • Kehlkopfentzündung: Eine Erkältung kann wandern und sich auf die Schleimhäute unterhalb des Rachens ausweiten. Dadurch können die Stimmbänder und die Schleimhaut im Kehlkopf anschwellen, oft entwickelt sich Schleim – es entsteht eine Kehlkopfentzündung. Ursächlich sind häufig Bakterien.
  • Kehldeckelentzündung: Dabei handelt es sich vor allem um eine gefährliche Kinderkrankheit, die im Alter zwischen zwei und acht Jahren häufiger auftritt und schwere Folgen haben kann, wenn der Eingang des Kehlkopfes zuschwillt. Dadurch kann es zu Atemnot kommen – schnelle Hilfe von einem Arzt ist gefragt. Gegen den häufigsten Auslöser, einen Keim namens Hämophilus influenzae b, gibt es mittlerweile eine Impfung, wodurch die Krankheit selten geworden ist.
  • Allergie: Allergien wie Heuschnupfen zählen zu den größten Risiken für anhaltende Halsschmerzen. Zwar sorgen sie vor allem für brennende Augen und Fließschnupfen, aber auch Halsbeschwerden oder zumindest ein Jucken im Hals sind nicht ungewöhnlich.
  • Reflux:Daran denkt man nicht unbedingt, wenn man Halsschmerzen hat. Tatsächlich kann die Refluxkrankheit aber ursächlich sein, wenn saurer Mageninhalt zurück nach oben in die Speiseröhre fließt. Diese kann sich dadurch entzünden, was sich unter anderem durch Sodbrennen, Schluckbeschwerden und Heiserkeit bemerkbar macht.
  • Umweltreize: Auch die Umgebung selbst kann für Halsschmerzen sorgen. Vor allem Tabakrauch und Staub, aber auch trockene Heizungsluft reizen den Hals und können zu Halsschmerzen führen.
  • Chronische Nasennebenhöhlenentzündung: Wer unter einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung leidet, hat vor allem mit Fließschnupfen zu kämpfen. Das entzündete Sekret läuft aber auch durch den Hals nach hinten in den Rachen und löst dort Entzündungen aus, die sich durch Räusperzwang, Heiserkeit und Halsschmerzen äußern können.
  • Schlechte Mundhygiene: Wer sich nicht ausreichend um seine Mundhygiene kümmert, riskiert Zahnfleischentzündungen und Entzündungen der Mundschleimhaut. Dadurch können auch Halsschmerzen auftreten.
  • Immunreaktion auf Medikamente: Manche Medikamente können in Form von Nebenwirkungen eine Abwehrreaktion des Körpers auslösen, bei der bestimmte weiße Blutkörperchen beschädigt werden. Dadurch können unter anderem Mundentzündungen oder Mandelentzündungen mit Halsschmerzen und Fieber auftreten. Wer weiß, dass er empfindlich reagiert, sollte immer die Packungsbeilage lesen!
  • Autoimmunerkrankungen und chronische Erkrankungen: Wenn das Immunsystem den Körper selbst angreift, statt ihn gegen Krankheitserreger zu verteidigen, können diese sich leichter ausbreiten und für Beschwerden sorgen.
  • Scharlach, Masern, Mumps: Die häufig als Kinderkrankheiten bezeichneten Erkrankungen lösen verschiedene Symptome aus, zu denen Halsschmerzen zählen.
  • Überreizung der Stimmbänder: Wer beispielsweise beim Konzert lauthals mitsingt, belastet die Stimme stark und kann anschließend unter Heiserkeit und Halsschmerzen leiden.

Wann muss ich mit Halsschmerzen zum Arzt?

In den meisten Fällen sind Halsschmerzen harmlos und müssen nicht vom Arzt behandelt werden – ein paar Hausmittel können die Symptome in der Zwischenzeit lindern. Halten die Beschwerden länger an und/oder treten Begleitsymptome auf, kann der Besuch beim Arzt jedoch sinnvoll sein. Zu diesen Symptomen zählen:

  • Starker Husten
  • Halsschmerzen, die sehr stark sind, weiter zunehmen oder immer wiederkehren
  • Weiter zunehmende oder wiederkehrende Schluckbeschwerden
  • Schüttelfrost
  • Kiefersperre, das heißt Probleme beim Öffnen des Mundes
  • Kloßgefühl im Hals
  • Starker Mundgeruch
  • Geschwüre im Mund
  • Atemnot
  • Pfeifende Atemgeräusche
  • Blaue Lippen
  • Übelkeit
  • Erbrechen 
  • Vergrößerte Lymphknoten am Hals oder Nacken
  • Starke Kopfschmerzen
  • Bauchschmerzen
  • Hohes Fieber
  • Hautausschlag

Außerdem gilt generell: Patienten mit Immunschwäche sollten eher zum Arzt gehen. Bei Fieber wird allgemein geraten, ab etwa 39 Grad den Arzt aufsuchen, bei Säuglingen und Kleinkindern gelten bereits anhaltende 38 Grad als Grenze.

Behandlung von Halsschmerzen

Lassen sich die Halsschmerzen auf einen einfachen Infekt wie eine Erkältung zurückführen, muss man sie nicht zwangsweise behandeln. Da die Beschwerden allerdings durchaus schmerzhaft sein können, kann man sie auch auf sanfte Art lindern, beispielsweise mit Hausmitteln. Dazu zählen:

  • Salzwasser gurgeln: Schon unsere Oma wusste, dass Halsschmerzen durch das mehrmals tägliche Gurgeln von Salzwasser gelindert werden können. Dazu einfach einen halben Teelöffel Salz in einer Tasse mit warmem Wasser auflösen und vorsichtig Gurgeln.
  • Wärme: Bei Erkältung frösteln wir schnell. Dabei ist es wichtig, dass wir uns warmhalten, denn dadurch kann sich das Immunsystem auf die Bekämpfung der Krankheitserreger konzentrieren. Bei Halsschmerzen sollten wir immer ein Tuch oder einen Schal um den Hals tragen.
  • Kräutertee: Verschiedene Kräuter wirken entzündungshemmend und helfen dabei, Halsschmerzen schneller loszuwerden. Gut geeignet sind zum Beispiel Salbei oder Kamille, die einfach in Form von Tee aufgenommen werden können.

Noch mehr Hilfe bei Halsbeschwerden

Noch mehr sanfte Helfer findest du im Artikel Hausmittel gegen Halsschmerzen. Hier erklären wir zum Beispiel, wie sinnvoll Halswickel sind.

Wann reichen Hausmittel nicht mehr aus?

Nicht in jedem Fall können wir die Halsschmerzen durch Hausmittel lindern. Lassen sich die Beschwerden auf eine bakterielle Infektion zurückführen (was eher selten vorkommt, aber möglich ist), wird beispielsweise Antibiotika eingesetzt. Symptome wie

  • Fieber über 38 Grad,
  • erschwerte Atmung,
  • tastempfindliche Lymphknoten
  • und entzündete Beläge auf den Mandeln

deuten auf eine bakterielle Infektion hin. Hier muss der Arzt eine entsprechende Diagnose stellen und behandeln.

Bei generell ausgeprägten Schmerzen können Lutschpastillen vom Apotheker schmerzbetäubend und entzündungshemmend wirken. Auch klassische Schmerzmittel wie Paracetamol können zum Einsatz kommen. Lassen sich die Beschwerden zum Beispiel auf verstärktes Rauchen zurückführen, sollte man den Tabakkonsum möglichst einstellen. Wer unter einer Allergie leidet, sollte diese gezielt behandeln lassen, beispielsweise durch eine sogenannte Hyposensibilisierung. Dabei wird dem Betroffenen das entsprechende Allergen in nach und nach größeren Dosen verabreicht, um den Körper daran zu gewöhnen. Die Behandlung dauert zwar lange, kann die Allergie im besten Fall jedoch auch komplett heilen.

Lesetipps: Du weißt jetzt alles, was du über Halsweh wissen solltest. Hausmittel gegen Fieber und Hausmittel gegen Schnupfen verraten wir hier. Außerdem erklären wir alles, was du über Husten wissen solltest.

Du willst dich über Gesundheitsthemen austauschen? Dann schau doch mal in unsere BRIGITTE Community.

Quellen

DEGAM-Leitlinie Nr. 14 Halsschmerzen (Stand: 2009)

Infoportal des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte e.V.: www.kinderaerzte-im-netz.de

Mader, F.H.: Allgemeinmedizin und Praxis, Springer-Verlag, 7. Auflage, 2014


Mehr zum Thema