VG-Wort Pixel

Nasennebenhöhlenentzündung Hausmittel Was wirklich hilft

Nasennebenhöhlenentzündung Hausmittel: Frau fasst sich an die nase
© Agnieszka Marcinska / Shutterstock
Eine Nasennebenhöhlenentzündung kann sehr unangenehm sein. Diese Nasennebenhöhlenentzündung Hausmittel lindern die Beschwerden auf sanfte Art!

Was ist eine Nasennebenhöhlenentzündung eigentlich?

Bei einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) entzünden sich die Schleimhäute, die sich in den Hohlräumen des Schädelknochens befinden. Dabei sammelt sich Schleim in den Nebenhöhlen, was sich durch Druckgefühle im Gesicht und im Kopf bemerkbar machen kann. Betroffen sein können die Stirnhöhle über den Augen, die sogenannten Siebbeinzellen in der Nasenhöhle, die Kieferhöhle auf Wangenhöhe rechts und links neben der Nase sowie die Keilbeinhöhle am Ende des Nasenrachens. In den meisten Fällen lässt sich die Sinusitis auf eine Infektion der Nasenschleimhaut zurückführen.

Nasennebenhöhlenentzündung: Hausmittel zur Behandlung

Um die Nasennebenhöhlenentzündung zu behandeln, ist es in erster Linie wichtig, den Schleim aus den Nebenhöhlen zu entfernen. Mit Nasennebenhöhlenentzündung-Hausmitteln können wir akute Beschwerden auf sanfte Art lindern. Folgende Hausmittel helfen bei der Sinusitis:

Inhalation

Wegen der Entzündung sind die Schleimhäute angeschwollen. Durch das Inhalieren unterstützen wir die Schleimhäute beim Abschwellen, außerdem wird die zu trockene Nebenhöhlenschleimhaut befeuchtet. So wird zähes Sekret verflüssigt und kann leichter abfließen. Für die Inhalation gegen Sinusitis einfach etwas Wasser erhitzen und in eine Schüssel geben. Für einen besseren Effekt können wir das Aroma von Kräutern nutzen: Dazu beispielsweise etwas Kamillentee mit ins Wasser geben – die Heilpflanze wirkt gegen Entzündungen.

Erwachsene können auch etwa zwei bis fünf Tropfen ätherisches Öl wie beispielsweise aus Eukalyptus oder Thymian verwenden. Achtung: Bei Kindern sollte auf ätherisches Öl unbedingt verzichtet werden, da es reizend wirken kann. Anschließend ein Handtuch über den Kopf legen, über die Schüssel beugen und für etwa 15 Minuten den Dampf einatmen.

Rotlicht

Mithilfe einer Infrarotlampe lässt sich die Entzündung der Sinusitis ebenfalls in den Griff bekommen. Wiederholte Bestrahlungen können die Durchblutung fördern und unterstützen den Stoffwechsel, was die Beschwerden lindern kann. Ebenfalls praktisch: Die Wärme des Rotlichts kann festsitzenden Schleim in der Nase und den Stirnhöhlen verflüssigen. Wichtig: Nicht jeder empfindet die Wärme als angenehm – bei starken Entzündungen kann sie sogar noch größere Schmerzen verursachen. In dem Fall sollten Betroffene eher auf Kälte setzen, beispielsweise durch kühlende Quarkpackungen.

Ebenfalls wichtig zu wissen ist, dass Infrarotstrahlen selbst bei geschlossenen Lidern die Augen schädigen können. Deshalb sollte beim Einsatz einer Rotlichtlampe unbedingt ein Sicherheitsabstand von mindestens 30 bis 50 Zentimetern eingehalten werden, auch eine Schutzbrille kann helfen. Auf jeden Fall sollten die Augen bei der Bestrahlung geschlossen gehalten werden.

Brustwickel 

Verschiedene Auflagen und Wickel können als Nasennebenhöhlenentzündung Hausmittel ebenfalls wirksam sein. Bewährt haben sich beispielsweise feuchtwarme Brustwickel. Dazu ein Baumwolltuch von beiden Seiten zur Mitte hin aufrollen und längs in ein Geschirrtuch einschlagen. Die entstandene Rolle mit heraushängenden Enden in eine Schüssel legen und einen halben Liter kochendes Wasser darüber gießen. Um den Wickel noch wirksamer zu machen, kann etwas Thymiantee hinzugegeben werden. Nach 15 Minuten wird der heiße Wickel vorsichtig ausgewrungen und eng um die Brust des Patienten geschlungen. Darüber werden zwei weitere trockene Baumwolltücher gebunden. Der Wickel sollte bei Sinusitis zweimal täglich für etwa 20 bis 30 Minuten angewandt werden und hilft dabei, Schleim zu lösen.

Massage

Besonders das Druckgefühl im Kopf oder direkte Kopfschmerzen machen Betroffenen bei einer Nasennebenhöhlenentzündung zu schaffen. Um die Beschwerden zu lindern, hilft das einfache Hausmittel der Massage: Massiere sanft zunächst die Gesichtsmitte und dann nach oben entlang der Augenbrauen bis zu den Schläfen. Dann setzt du erneut an den Nasenflügeln an und massierst vorsichtig über die Wangenknochen bis zu den Schläfen. Zuletzt setze beim Kinn an und massiere erneut über die Kieferknochen bis zu den Schläfen. Noch angenehmer wird die Massage bei Sinusitis mit etwas verdünntem Lavendelöl.

Nasensprays

Bei einer Nasennebenhöhlenentzündung können wir sowohl an Schnupfen als auch in einer verstopften Nase leiden. Ist die Nase verstopft helfen Nasensprays, die die Nase befreien, die Schleimhäute beim Abschwellen unterstützen und dafür sorgen, dass der Schleim aus den Nebenhöhlen leichter abfließen kann. Wichtig: Am besten setzt man auf Nasensprays auf Meersalzbasis, da diese nicht abhängig machen.

Nasenspülung

Auch die Nasenspülung zählt zu den Klassikern der Hausmittel gegen Sinusitis. Ist die Entzündung nur leicht, können Keime und Schleim durch die Nasenspülung aus dem Körper transportiert werden. Bei der Nasenspülung nutzt man meist eine Kochsalzlösung, die in den Nasenraum befördert wird. Am einfachsten kauft man sich dazu ein entsprechendes Gerät in der Apotheke, die Salzmischung ist dann meist direkt dabei. Wer selbst eine Kochsalzlösung herstellen möchte, löst 0,9 Gramm Kochsalz in 100 Milliliter frischem lauwarmen Wasser auf. Diese Mengenangaben sollten genau befolgt werden, weil ansonsten die Nasenschleimhäute durch die Kochsalzlösung weiter gereizt oder sogar geschädigt werden können.

Meerrettichkompresse

Meerrettich ist ein echter Geheimtipp als Hausmittel gegen Nasennebenhöhlenentzündung: Er enthält Wirkstoffe, die den Schleimabfluss anregen. Ob für die Kompresse eingelegter oder frischer Meerrettich verwendet wird, spielt keine Rolle. Generell sollte er gerieben werden und mit einem Messer auf ein sauberes Baumwolltuch aufgetragen werden. Das Tuch wird eingeschlagen und etwa zwei bis drei Minuten auf die Stirn oder gegen die Nasennebenhöhlen gelegt. Anschließend wird die Haut mit einem feuchten Lappen abgetupft. Alternativ eignen sich übrigens auch Knoblauch oder Cayennepfeffer zum Abschwellen der Schleimhäute bei einer Sinusitis.

Fußbäder

Auch Fußbäder sind ein gutes Nasennebenhöhlenentzündung Hausmittel. Wenn der Infekt gerade erst beginnt, ist beispielsweise ein sogenanntes ansteigendes Fußbad gut geeignet – es kann verhindern, dass die Beschwerden schlimmer werden, hilft gegen verstopfte Nasen und wärmt den Körper. Dazu zunächst etwa 37,5 Grad warmes Wasser in eine Schüssel füllen und beide Füße hineinstellen. Nach einigen Minuten gießt man vorsichtig heißes Wasser nach, bis insgesamt etwa 40 Grad erreicht sind. Das Fußbad kann zehn bis 15 Minuten durchgeführt werden, entstehen Schweißausbrüche, sollte man das Bad eher beenden. Anschließend werden die Füße sanft abgetrocknet, dann zieht man warme Socken an und ruht eine Stunde lang zusätzlich unter einer warmen Decke.

Alternativ geht auch ein Senfmehlfußbad gegen Sinusitis, denn dieses wirkt durchblutungsfördernd, kann den Schleim aus den Atemwegen lösen und bei Schmerzen helfen. Hierzu nimmt man einen großen Eimer und füllt ihn mit maximal 38 Grad warmen Wasser. Dann gibt man 10 bis 30 Gramm schwarzes Senfmehl ins Wasser und stellt die Beine möglichst bis zu den Waden hinein. Zusätzlich wird ein Handtuch über die Knie gelegt, um sich vor dem Dampf zu schützen. Nach etwa zwei bis zehn Minuten stellt sich in der Regel ein brennendes Gefühl in den Füßen ein, dann sollten die Füße noch weitere fünf bis zehn Minuten im Wasser bleiben. Anschließend werden die Beine gründlich mit warmem Wasser abgespült und mit etwas Olivenöl eingerieben. Schließlich sollte man sich noch 30 bis 60 Minuten im Bett ausruhen.

Was hilft außer Hausmitteln noch bei der Sinusitis?

Zusätzlich zu den genannten Hausmittel helfen auch folgende Tipps:

  • Hohe Luftfeuchtigkeit: Die Schleimhäute sind bei einer Nasennebenhöhlenentzündung oft ausgetrocknet. Um sie zu befeuchten, sollte die Raumluft ebenfalls feucht gehalten werden. Dazu nutzt man am besten Luftbefeuchter – wer keinen hat, kann aber auch eine kleine Wasserschale auf die Heizung stellen.
  • Rauchen einstellen: Zigarettenrauch reizt die Schleimhäute zusätzlich und sollte deshalb unbedingt vermieden werden. Rauchende Familienmitglieder sollten wenn dann zum Rauch nach draußen gehen, wer als Betroffener selbst raucht, hört am besten ganz auf.
  • Viel trinken: Um unseren Körper dabei zu unterstützen, den Schleim loszuwerden, müssen wir dafür sorgen, dass er genug Flüssigkeit zu Verfügung hat. Deshalb sollten wir mindestens zwei bis drei Liter am Tag trinken. Ideal ist Wasser, aber auch etwas Kräutertee ist erlaubt.
  • Stoßlüften: Auch regelmäßiges Lüften ist bei Sinusitis ein Muss. So wird keimbelastete Luft aus dem Raum gelassen und frische Luft kann hereinkommen. Zum Stoßlüften einfach morgens fünf Minuten das Fenster ganz öffnen (dabei die Heizung herunterdrehen!). Mittags und abends wiederholen.

Generell gilt außerdem: Wenn Hausmittel auf Dauer nicht helfen, sollte der Arzt aufgesucht werden, denn eine Sinusitis kann auch chronisch werden. Bei einer bakteriell bedingten Sinusitis kommt dann zur Behandlung beispielsweise Antibiotika zum Einsatz.

Lesetipps: Alles über die Nasennebenhöhlenentzündung generell erfährst du hier. Außerdem verraten wir die besten Hausmittel gegen Schnupfen und Hausmittel gegen Halsschmerzen.

Du willst dich über Gesundheitsthemen austauschen? Dann schau doch mal in unsere BRIGITTE Community!

Quellen

Bachmann, S.; Längler, A.: Hausmittel in der modernen Medizin, Urban und Fischer, München 2005

Baumgärtner, U.; Merk, B.: Wickel und Auflagen, 4. Auflage, Thieme, Stuttgart, 2014

Jänicke, C. & Grünwald, J.: Alternativ heilen, Gräfe und Unzer Verlag, 2006

S2k-Leitlinie Rhinosinusitis, unter www.awmf.org


Mehr zum Thema