Sauna bei Erkältung: Ist das wirklich gesund?

Kann ich in die Sauna bei Erkältung? Lassen sich die Krankheitserreger ausschwitzen? Was gut ist und was du besser vermeiden solltest, erfährst du hier. 

Sauna bei Erkältung: ja oder nein?

Der Hals kratzt, die Nase läuft und du fühlst dich müde und erschöpft? Jetzt schnell in die Sauna und die Erkältung ausschwitzen ... oder? Das ist leider ein Trugschluss, denn Viren lassen sich leider nicht ausschwitzen. Zudem wird dein Herz-Kreislaufsystem durch den Wechsel zwischen Kälte und Wärme belastet – doch dein Immunsystem ist schon angeschlagen und mit dem Saunagang wird es noch zusätzlich belastet. Dein Körper braucht seine ganze Energie, um die Erkältungsviren zu bekämpfen -  weshalb saunieren bei einer Erkältung eine schlechte Idee ist! Und wenn du Fieber hast, ist die Sauna tabu (so kannst du richtig Fieber messen)! Also: Lieber ins Bett legen und auskurieren statt zum Schwitzen in die Sauna gehen.

Und Sauna bei ersten Erkältungssymptomen?

Wenn also die Erkältung oder der grippale Infekt bereits zugeschlagen hat, sollte man besser nicht mehr in die Sauna gehen. Aber wie sieht es bei den ersten Symptomen aus? Einige machen die Erfahrung, dass bei den ersten Anzeichen ein Saunabesuch die Erkältung auskuriert. Da solltest du jedoch Vorsicht gelten lassen! Dabei kann auch der gegenteilige Effekt eintreten, die Erkältung kann sich also verschlimmern. Im Zweifelsfall verzichte lieber auf das Saunieren. Auch bei einer abklingenden Erkältung solltest du warten, bis Schnupfen, Husten und Co. vollständig weg sind, bevor du wieder zum Saunagänger wirst. Warte noch ein paar Tage nach dem Abklingen der Symptome und starte am besten mit einer Bio-Sauna bzw. einer Softsauna. Dort herrschen Temperaturen zwischen 50 und 60 Grad Celsius, während sie in der klassischen finnischen Sauna zwischen 80 und 100 Grad liegen. Das schont anfangs deinen Kreislauf, bis du wieder richtig fit bist.

Die Sauna bei Erkältung lieber lassen – aber kann ich damit wenigstens vorbeugen?

Wer in die Sauna geht, tut etwas Gutes für seine Gesundheit. Ein Saunabesuch ist ein gutes Herz-Kreislauf-Training, stärkt die Abwehrkräfte und entspannt die Muskulatur. Zudem verbessern Saunagänge das Hautbild, da die Haut besser durchblutet und mit Sauerstoff versorgt wird. Einige Studien in Finnland haben gezeigt, dass Atemwegserkrankungen bzw. Erkältungen mit regelmäßigem Saunieren vorgebeugt werden können. Damit die gesundheitlichen Vorteile greifen, muss der Gang in die Sauna regelmäßig erfolgen: Die Saunawirkungen lassen nach circa acht bis zehn Tagen nach und brauchen eine Auffrischung. Doch damit Erkältungen und Co. keine Chance haben, reicht ein einzelner Besuch nicht: Die Vorteile treten nur ein, wenn du regelmäßig über einen längeren Zeitraum saunierst. Du solltest ca. einmal die Woche in die Sauna gehen - und das für mindestens drei Monate.

Saunieren: So geht's richtig!

Du weißt nicht, wie du vorgehen sollst bei deinem Saunabesuch? Wir zeigen dir, wie es geht.

  • Zu Beginn solltest du duschen gehen, um das Körperfett von der Haut zu spülen, welches das Schwitzen behindern kann. Solltest du geschminkt sein, entferne auch die Schminke vorher. Trockne dich gut ab. Nun kannst du deinen ersten Saunagang in Angriff nehmen. Dieser sollte zwischen acht und 15 Minuten liegen – dabei gilt: Achte auf dein Körpergefühl! Wenn es dir zu viel wird, gehe ruhig früher hinaus. Entweder sitzt du die ganze Zeit oder du liegst erst und setzt dich für die letzten ca. zwei Minuten hin, um deinen Kreislauf an die aufrechte Haltung zu gewöhnen.
  • Der erste Weg nach dem Saunagang führt an die frische Luft, die für die Abkühlung der Atemwege wichtig ist. Nach ein paar Schritten draußen erfolgt die zweite Abkühlung mit kaltem Wasser. Wer mag, geht danach noch ins Kaltwassertauchbecken.
  • Nun folgt noch ein warmes Fußbad – das vor allem nach dem letzten Saunagang wichtig ist, um starkes Nachschwitzen zu vermeiden.
  • Nach einer kleinen Ruhephase kannst du den nächsten Saunagang machen. Drei Saunagänge reichen in der Regel, um gesundheitliche Vorteile zu erreichen.

Beachte: Bei Problemen mit dem Herzen solltest du vorher mit deinem Arzt sprechen, ob und wie du saunieren kannst.

Sauna bei Erkältung – was passiert eigentlich beim Saunieren?

Der Körper reagiert auf die Hitze in der Sauna: Die Hauttemperatur steigt um etwa 10° an. Im Körper erweitern sich die Blutgefäße der Haut, die Hautdurchblutung intensiviert sich und die Wärme gelangt zum Körperkern. Die Körperinnentemperatur beträgt etwa 37° und wird nun auf 1 bis 2° erhöht. Der Körper versucht jedoch, den Normalwert zu halten, die Schweißproduktion beginnt: Verdunstet der Schweiß auf der Haut, wird dem Körper Wärme entzogen. Bei den anschließenden Abkühlmaßnahmen sinkt die Hauttemperatur wieder, die Arterien der Haut verengen sich und das Blut fließt ins Körperinnere, um dort die Wärme zu erhalten. Der Körper versucht also, den Wärmeverlusten entgegenzuwirken. Mit einem folgenden Fußwärmbad werden die Blutgefäße wieder erweitert.

Übrigens: Neben regelmäßigem Saunieren gibt es noch andere Tipps, um keine Erkältung zu bekommen. Es hat dich bereits erwischt? Das sind die besten Hausmittel gegen Erkältung!

Videotipp: So wirst du deine Erkältung in 24 Stunden los

Frau trinkt Tee
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