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Schluckbeschwerden Was du gegen Halsschmerzen beim Schlucken hilft

Schluckbeschwerden: Frau mit Halsschmerzen trinkt Tee
© LIGHTFIELD STUDIOS / Adobe Stock
Schluckbeschwerden sind nicht nur lästig, sie können auch gefährlich werden. Hier erfährst du alles, was du über den gestörten Schluckakt wissen solltest.

Inhaltsverzeichnis

Täglich tun wir es, in der Regel unbewusst und unbemerkt, doch erst, wenn beim Schlucken Probleme auftreten, merken wir, wie wichtig das Schlucken ist. Schluckbeschwerden können nicht nur äußerst lästig sein, sondern auch gefährlich werden. Hier erfährst du alles, was du wissen solltest.

Ursachen von Schluckbeschwerden

Zu den Schluckbeschwerden – Mediziner:innen sprechen von Dysphagie – gehören sowohl Schluckschmerzen, als auch Schluckstörungen. Schluckbeschwerden sind kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein Symptom, das seinen Ursprung in einer anderen Erkrankung hat.

Die Ursachen von Schluckbeschwerden sind vielfältig, da verschiedene Organe und Körperregionen am Schluckvorgang beteiligt sind. Für die richtige Behandlung der Schluckstörung ist es wichtig, die Ursache zu kennen.

1. Mund-Rachen-Raum

Die häufigste Ursache von Schluckbeschwerden sind Erkrankungen im Mund-Rachen-Raum. Dazu zählen die einfache Erkältung, die Grippe, begleitet von Halsschmerzen und Hustenreiz, belegte Stimmbänder, aber auch Mandelentzündungen, Kehlkopf-, Rachenentzündungen oder eine gereizte Schleimhaut im Rachen. Auch eine Pilzinfektion im Mund oder Rachen oder eine chronisch entzündliche Speiseröhrenentzündung ("Eosinophile Ösophagitis") kann Probleme beim Schlucken verursachen.

2. Reflux

Viele Menschen leiden an einer gestörten Funktion des Schließmuskels am Mageneingang, was zu Säurerückfluss durch die Speiseröhre und Sodbrennen führen kann. Man spricht hierbei von der Refluxkrankheit. Die Magensäure kann Schluckstörungen und Schluckschmerzen auslösen.   

3. Schilddrüse

Eine mechanische Ursache, die den Schluckakt stören kann, ist eine vergrößerte Schilddrüse. In seltenen Fällen werden die Schluckbeschwerden von einem Tumor an der Schilddrüse ausgelöst, in den allermeisten ist sie jedoch aufgrund einer Unterfunktion bedingt durch Jodmangel vergrößert.

4. Tumore

Ein weiterer mechanischer Auslöser von Schluckstörungen können Tumore im Bereich der Speiseröhre, der Luftröhre oder des Rachens sein. 

5. Neurologische Erkrankungen

Schlaganfälle, Demenz, Multiple Sklerose oder Morbus Parkinson können für chronische Schluckbeschwerden verantwortlich sein. Der Schluckvorgang ist nicht mehr gut steuerbar, es kann sogar Nahrung in die Lunge gelangen, was wiederum zu Komplikationen führen kann.

6. Psychische Faktoren

In seltenen Fällen können die Schluckbeschwerden in psychischen Problemen ihre Ursache haben.

7. Allergische Reaktionen

 Schwellungen im Halsbereich als Folge von Lebensmittelallergien können eine Schluckstörung verursachen.

8. Chronischer Schluckauf

Der sehr selten auftretende chronische Schluckauf kann zu Dysphagie führen.  

Schluckstörungen und Schluckschmerzen: Wann ist ein Arztbesuch ratsam?

Du solltest unbedingt einen Arzt oder eine Ärztin um Rat fragen, wenn die Dysphagie

  • plötzlich und ohne ersichtlichen Grund auftritt,
  • länger anhält,
  • die Nahrungsaufnahme behindert,
  • von allergischen Reaktionen ausgelöst wurde,
  • von Schwellungen im Mund- und Rachenraum bedingt ist
  • oder aufgetreten ist, nachdem versehentlich Fremdkörper oder Chemikalien verschluckt wurden.

Medikamente und Hausmittel gegen Schluckbeschwerden

In den allermeisten Fällen haben Schluckschmerzen ihren Ursprung in Erkältungskrankheiten oder Entzündungen im Hals- und Rachenbereich. So kannst du deinen Schluckschmerz behandeln:

  • Halstabletten und Lutschtabletten: Gegen Halsschmerzen gibt es in Apotheken spezielle Lutschtabletten. Die wohltuenden Halstabletten lindern deine Beschwerden in der Regel rasch. Hier findest du weitere Hausmittel gegen Halsschmerzen.
  • Salzwasser: Wenn die Halstabletten nicht die gewünschte Wirkung zeigen, kannst du auf Salzwasser zurückgreifen. Löse dazu einen Viertel Teelöffel Salz in einem Glas Wasser auf und gurgle mit der Mischung.
  • Viel trinken: Bei Halsschmerzen und Schluckschmerz solltest du viel trinken, gerne warmen Tee oder heiße Zitrone.
  • Hohe Luftfeuchtigkeit: Achte auf eine ausreichende Befeuchtung der Umgebungsluft. Du kannst ein paar Schüsseln Wasser in deiner Wohnung verteilen. Die feuchte Luft sorgt dafür, dass dein Hals nicht austrocknet, wirkt gegen Mundtrockenheit, ist wohltuend für deine Halsschmerzen und lindert deinen Hustenreiz.
  • Ruhe: Und wie immer, wenn es dir nicht gut geht, heißt es: Ruh dich aus und vermeide körperliche Anstrengung.

Kann Schluckauf gefährlich werden?

Bei Schluckauf wird der Zwerchfellnerv gereizt, zum Beispiel, weil man einen Nahrungsbissen zu hastig geschluckt hat. Dadurch verschließt sich die sogenannte Stimmritze zwischen den Stimmbändern und das Zwerchfell zieht sich zusammen. Atmet man parallel ein, stößt die Luft auf die verschlossenen Stimmbänder, wodurch es zum Schluckauf kommt. Oft hält dieser nur ein paar Minuten an.

In den meisten Fällen ist Schluckauf ungefährlich. Allerdings kann er in wenigen Ausnahmen auch das Symptom einer schwerwiegenderen Krankheit sein – beispielsweise am Herz oder den Lungen. Besteht der Schluckauf über längere Zeit, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.

Schnelle Tipps gegen Schluckauf

Wenn du den lästigen Schluckauf schnell wieder loswerden willst, kannst du diese Tipps probieren:

  • Wasser trinken: Trinke ein großes Glas Wasser schnell in kleinen Schlucken. Luft anhalten: Atme tief ein und halte dann so lange wie möglich die Luft an.
  • Zwerchfell entspannen: Lege dich auf den Rücken, ziehe die Knie Richtung Bauch und drücke die Arme zur Seite weg. Dadurch soll sich das Zwerchfell entzerren.
  • Kälte nutzen: Gurgle mit kaltem Wasser oder fahre mit einem Eiswürfel langsam über deinen Hals. Durch die Kälte wird der sogenannte Vagusnerv gereizt – der dann wiederum den Schluckaufreflex unterbricht.

Noch mehr Tipps findest du in unserem Artikel über Schluckauf. Was du gegen Heiserkeit, Dauererkältung und Schüttelfrost tun kannst, erfährst du außerdem hier.

Quellen

  • Koop, I. et al.: Gastroenterologie compact, Georg Thieme Verlag, 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin, Selbstverlag, 2015
  • Halsschmerzen im Überblick, hno-aerzte-im-netz.de, zuletzt abgerufen am 26. Oktober 2022
Brigitte

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