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Chronischer Schnupfen Was hilft, wenn die Nase ständig läuft?

Chronischer Schnupfen: Frau putzt sich die Nase
© Dragana Gordic / Shutterstock
Chronischer Schnupfen tut nicht weh, doch er macht uns das Leben unnötig schwer. Woher kommt der Dauerschnupfen und welche Mittel helfen auf sanfte Art?

Inhaltsverzeichnis

Eine verstopfte Nase ist nicht gefährlich und tut nicht weh. Das stimmt zwar, doch Betroffene leiden ohne Behandlung unter dem Problem. Denn wer nicht durch die Nase atmen kann, muss ständig den Mund offenhalten. Das trocknet die Schleimhäute aus, verhindert erholsamen Schlaf und raut Kehlkopf und Stimme auf. Außerdem macht chronischer Schnupfen anfällig für Infektionen und führt zu konstanter Erschöpfung. 

Dauerschnupfen ist daher keine Bagatelle, sondern kann krank machen – und sogar ein Anzeichen für eine andere Krankheit sein. Wenn deine Nase länger als eine Woche verstopft ist, solltest du zum Arzt oder der Ärztin gehen. 

Welche Ursachen kann ein chronischer Schnupfen haben? 

Nicht in jedem Fall ist ein Infekt die Ursache des Schnupfens. Auch diese Gründe können die Beschwerden haben: 

1. Allergie

In jedem zweiten Fall ist eine Allergie verantwortlich, wenn die Nase verstopft ist oder eben kontinuierlich läuft – und dagegen gibt es inzwischen ein breites Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten: Beispielsweise kann man den allergieauslösenden Stoff weglassen, vorsichtig desensibilisieren oder mit Hilfe von Medikamenten die allergische Reaktion des Körpers bremsen. 

Genaue Selbstbeobachtung kann weiterhelfen: Wann setzen die allergischen Beschwerden ein und wann sind sie am schlimmsten? Während Heuschnupfenbeschwerden saisonal zu- und abnehmen, ist die Nase bei einer Tierhaar- oder Hausstauballergie das ganze Jahr über verstopft. Schwillt sie nach einer Nacht im Bett am stärksten zu? Oder immer dann, wenn man die Hauskatze auf dem Schoß hat? Wer die Ursache der Allergie kennt, kann sie besser behandeln.

2. Aspirin 

Was viele Schnupfengeplagte nicht wissen: Es gibt Arzneimittel, die als Nebenwirkung eine verstopfte Nase auslösen können, zum Beispiel der Wirkstoff ASS (Aspirin), blutdrucksenkende Mittel und einige Hormone. 

3. Nasenspray 

Vielleicht musst du auch einfach nur dein Schnupfenmittel absetzen. Am häufigsten werden dauerhaft verstopfte Nasen nämlich durch Nasensprays oder -tropfen verursacht. Denn wenn die Betroffenen ihre Symptome mehr als ein paar Tage damit bekämpfen, gewöhnt sich die Nasenschleimhaut in den Nasennebenhöhlen daran – und das Schnupfenspray hat keinen abschwellenden Effekt mehr. Deshalb ist Nasenspray niemals eine Dauerlösung!

4. Chronische Nebenhöhlenentzündung 

Besonders unangenehm und hartnäckig ist die verstopfte Nase, wenn sie durch eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung verursacht wird. Hier kann ein Pingpong-Effekt entstehen: Mit dem Schnupfen (Rhinitis) entzündet sich auch die Schleimhaut, die die Nasennebenhöhlen auskleidet. Durch die zugeschwollenen Abflussgänge in der Nase kann eine chronische Entzündung entstehen, die wiederum die Nasenschleimhaut in Mitleidenschaft zieht. 

5. Stress 

Es kann sich aber auch lohnen, bei anhaltendem Schnupfen über die eigene Lebenssituation nachzudenken: Können zum Beispiel Stress, Ängste oder Kummer dazu geführt haben, dass du eine Auszeit brauchst? Denn wer hat nicht mal auch im übertragenen Sinne so richtig die Nase voll? 

Chronischer Schnupfen: Diese Mittel helfen

1. Kochsalzlösung

Die geschwollene Nasenschleimhaut braucht Feuchtigkeit, der Schleim soll sich lösen. Dafür eignet sich eine 0,9-prozentige Kochsalzlösung. Die gibt es steril und teuer in der Apotheke, aber das ist gar nicht nötig, denn sie lässt sich ganz leicht selbst anrühren: Eine Messerspitze Kochsalz in einem 0,2-Liter-Glas lauwarmem Wasser auflösen. Abkochen ist nicht nötig.

Fülle die Lösung in einen Zerstäuber und halte ihn in die Nase. Lege dann den Kopf etwas zurück, sprühe die Flüssigkeit mehrmals in das Nasenloch und atme gleichzeitig ein. Mehrmals täglich spülen. Wenn du täglich spülst, kannst du nicht nur Schnupfen behandeln, sondern generell sogar Erkältungen vorbeugen.

2. Dampfbäder

Neben Antibiotika, die bei eitrigen Entzündungen angebracht sind, empfehlen Hals-Nasen-Ohren-Ärzt:innen schleimlösende Medikamente zur Behandlung. Warme, nicht zu heiße Dampfbäder (zum Beispiel mit Kamillenblüten) wirken abschwellend. Sollte die Nase völlig dicht sein, kannst du einige Minuten vorher – sparsam dosiert – Nasentropfen nehmen, damit der lösende Dampf in alle Winkel dringen kann.

3. Nasensprays – sparsam verwendet

Abschwellende Nasensprays und -tropfen haben schon so manchem Verschnupften die Nacht gerettet: Ein Sprühstoß in jedes Nasenloch – und die Atmung ist frei. Die enthaltenen Wirkstoffe, sogenannte "Sympathomimetika", sind allerdings nicht ungefährlich: Schon nach etwa einer Woche Dauergebrauch bei Schnupfen verändert sich die Schleimhaut, das Spray muss immer häufiger und in immer höheren Dosen genommen werden, damit man überhaupt noch durch die Nase atmen kann.

Bei jahrelangem Missbrauch kann die Schleimhaut für immer geschädigt sein – chronischer Schnupfen ist die Folge. Abschwellend wirkende Nasentropfen deshalb nie länger als einige Tage am Stück und nicht vorbeugend anwenden. (Oft genügt übrigens die Konzentration für Kinder auch zur Behandlung Erwachsener.) Und: Wenn eine Nasensprayabhängigkeit der Auslöser des chronischen Schnupfens ist, ist die Behandlung damit natürlich nicht sinnvoll.

Ist deine Nasenschleimhaut schon "abhängig"? Dann beginne sofort mit dem Entzug. Nach spätestens 14 Tagen solltest du auch ohne Tropfen wieder frei atmen können. Wer es nicht schafft, gleich ganz auf Spray oder Tropfen zu verzichten, kann schrittweise vorgehen: Erst von Erwachsenen- auf Kinder-Konzentration heruntergehen, dann nur bei einem Nasenloch auf Spray verzichten, bis sich die Schleimhaut nach ein bis zwei Wochen normalisiert hat. Dann kommt die andere Seite dran.

Sind die Symptome zu quälend und lassen dich immer wieder zum Fläschchen greifen, dann bitte eine:n Hals-Nasen-Ohren-Ärzt:in um Unterstützung bitten. Er/sie kann dir Nasenöl verschreiben (damit die Nase nicht zu sehr austrocknet) und Tipps geben, falls du mit dem Spülen nicht richtig klarkommst.

Wann ist eine Operation bei chronischem Schnupfen nötig?

Mit dem Skalpell gegen Rhinitis – das klingt, als würde mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Doch in einigen Fällen kann nur eine Operation die Nase wieder frei machen: wenn eine schiefe Nasenscheidewand oder chronische Polypen das Ein- und Ausatmen behindern, zum Beispiel. 

Polypen bei Erwachsenen sind gutartige Gewächse im Nasenraum. In der Regel verursachen sie keine oder kaum Beschwerden. Im schlimmsten Fall allerdings können sie den Nasenraum völlig ausfüllen, und dann kann eine Operation Erleichterung verschaffen. Allerdings ist der Erfolg eines solchen Eingriffs nicht immer von Dauer, denn Polypen können nachwachsen. 

Bei einer schiefen Nasenscheidewand ist eine Operation nur dann sinnvoll, wenn die gekrümmte oder gebrochene Scheidewand auch wirklich die Ursache für den Dauerschnupfen ist. Und das ist nicht immer der Fall: Immerhin steht bei rund zwei Dritteln aller Europäer:innen die Nasenscheidewand nicht ganz gerade, aber längst nicht alle haben deshalb Beschwerden und brauchen eine Behandlung.

Noch mehr Hausmittel gegen chronischen Schnupfen und andere Beschwerden

Übrigens sind Hausmittel bei Infekten immer eine gute Wahl: Hier findest du Hausmittel gegen Erkältung und Omas Hausmittel gegen Husten. Außerdem erklären wir, woher starker Husten und trockener Reizhusten überhaupt kommen. Hast du eine trockene Nase, hilft ein Blick in diesen Artikel!

Quellen:

sp Brigitte

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