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Zink bei Erkältung Hilft die Einnahme von Zink gegen Infekte?

Zink gegen Erkältung: Frau trägt großen Schal
© lithian / Shutterstock
Zink bei Erkältung: Kann man die Dauer des lästigen Infekts tatsächlich durch die Einnahme des Mineralstoffes verkürzen? Wir machen den Faktencheck!

Inhaltsverzeichnis

Sobald der Kopf brummt, Schnupfen nervt und das Immunsystem auf Hochtouren arbeiten muss, nehmen viele Leute plötzlich Zink. Nicht weil sie an einem Zinkmangel leiden, sondern weil angenommen wird, dass das Spurenelement Zink bei Erkältung hilft. Aber kann Zink Erkältungssymptome wirklich lindern? 

Zink bei Erkältung – ja oder nein? 

Die Antwort: Jein! Es gibt vom renommierten Cochrane-Institut zwar tatsächlich eine große Auswertung mehrerer Studien, die zeigen soll, dass Zinkzufuhr Dauer und Schwere von Erkältungen um bis zu einen Tag reduzieren kann. Vorausgesetzt, man beginnt mit der Einnahme von 75 Milligramm innerhalb von 24 Stunden, nachdem die ersten Beschwerden aufgetreten sind. 

Außerdem hatten Kinder, die den Mineralstoff über ein halbes Jahr lang einnahmen, weniger Erkältungen und mussten auch seltener Antibiotika verordnet bekommen. Allerdings: Gegen die Erkältungssymptome selbst konnte eine erhöhte Zinkzufuhr nichts ausrichten.

Zinkzufuhr ohne Zinkmangel 

Es gibt an der Metaanalyse allerdings mehr als nur einen Haken: Zum einen unterscheiden sich die Ergebnisse der Studien trotzdem teilweise deutlich. Zum anderen wurden einige der Untersuchungen von Herstellern für Zink-Präparaten wie Lutschtabletten finanziert. Und noch etwas gibt Expert:innen zu denken: Die benötigte Dosis von 75 Milligramm Zinkaufnahme sei viel zu hoch. Die "Deutsche Gesellschaft für Ernährung" (DGE) empfiehlt eine maximale Dosierung von täglich 25 Milligramm – andernfalls seien Nebenwirkungen zu befürchten. 

Trotzdem sprachen die Forschenden anhand der Cochrane-Auswertung eine Empfehlung zur Einnahme von Zink bei Erkältung aus, egal ob ein Zinkmangel vorliegt oder nicht – ein Mythos war geboren. Dabei kann niemand genaue Empfehlungen geben, wie lange, in welcher Dosis und in welcher Form (Lutschtabletten, Kapseln oder Saft) Zink denn nun am besten wirkt, damit es am besten vom Körper aufgenommen wird (Stichwort "Bioverfügbarkeit").  

Wann ist das Spurenelement Zink bioverfügbar?

Die Bioverfügbarkeit bestimmt letztendlich, wie der Zink-Speicher tatsächlich aufgefüllt wird. Pflanzliche Nahrung beispielsweise enthält viel Zink – gut aufnehmen kann der Körper es aber nicht, weil es in den Pflanzen mit der sogenannten Phytinsäure unlösliche Komplexe bildet.

Wieviel Zink sollte ich am Tag aufnehmen?

Die DGE empfiehlt folgende Referenzwerte für die generelle tägliche Aufnahme von Zink:

Säuglinge

0 – 12 Monate

1,5 – 2,5 mg

Kinder

1 – 10 Jahre

3 – 6 mg

Jungen

11 – 19 Jahre

9 – 14 mg

Mädchen

11 – 19 Jahre

8 – 11 mg

Männer

ab 19 Jahre

11 – 16 mg

Frauen

ab 19 Jahre

7 – 10 mg

Schwangere

11 – 13 mg

Stillende Mütter

11 – 14 mg

Symptome: Nebenwirkungen der Zinkaufnahme

Mehr als 100 Milligramm Zink pro Tag können zu Erbrechen und Durchfall führen. Der Mineralstoff hinterlässt einen unangenehmen Geschmack im Mund. Und wer die getestete Dosis von 75 Milligramm täglich längerfristig einnimmt, kann nachhaltig den Abwehrkräften des Immunsystems schaden. 

Zink beseitigt die Viren – und alles andere 

Von der Verwendung abraten würden auch Virolog:innen. In einem Test wurde die Wirkung von Zink auf eine Zellkultur mit Grippeviren mit der 75 Milligramm-Dosis untersucht. Das Ergebnis: Die Grippeviren sind abgestorben – aber auch alle Zellen. Zwar ist auch ein Test in der Petrischale allein nicht aussagekräftig genug, um eine endgültige Entscheidung darüber zu treffen, ob Zink bei Erkältung hilft. Aber es ist mehr als fraglich, ob die Nebenwirkungen den vielleicht um einen Tag verkürzten Infekt wirklich wert sind. 

Wozu braucht der Körper überhaupt Zink?

Zink zählt zu den sogenannten essenziellen Spurenelementen und kann vom menschlichen Körper nicht selbst produziert werden – es muss ihm also zugeführt werden. Zink unterstützt den Körper unter anderem beim Wachstum der Zellen und verbessert die Wundheilung. Außerdem fördert es die Produktion von Abwehrzellen, was uns dabei helfen kann, unsere Infektanfälligkeit zu mindern.

Kann ich Zink vorbeugend einnehmen?

Laut "Deutsche ApothekerZeitung" spricht an sich nichts dagegen, Zink einzunehmen, um einem Infekt vorzubeugen. Allerdings solltest du nicht auf eigene Faust die Dosierung festlegen und zu irgendeinem Präparat greifen. Sprich stattdessen mit einem Arzt oder einer Ärztin über deine Ernährungsgewohnheiten, damit du ungefähr weißt, wie viel Zink du bereits durch Lebensmittel aufnimmst.

Mit Blick auf die tägliche Maximalmenge von 25 Milligramm kannst du dann zu einem Zinkpräparat mit passender Dosierung greifen. Achte hier aber auch darauf, die Packungsbeilage zu lesen und das Zink entsprechend der Anweisung einzunehmen, um eine möglichst hohe Bioverfügbarkeit zu erreichen. 

Übrigens:Zinkhaltige Lebensmittel findest du hier.

Statt Zinktabletten zu nehmen ist es wahrscheinlich besser, auf Hausmittel gegen Erkältung, Hausmittel gegen Husten und Hausmittel gegen Halsschmerzen zu setzen, um die Symptome zu lindern. Eine gesunde Ernährung mit Vitamin C, Vitamin A, Ballaststoffen sowie Obst und Gemüse sind ebenfalls bessere Methoden, als Schnupfen und Husten durch eine erhöhte Zinkaufnahme zu bekämpfen.

Quellen

Brigitte

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