Feldsalat: Gesund - oder sogar schädlich?

Die Zeitschrift Öko-Test hat Feldsalate auf Pestizid-Rückstände getestet – mit ernüchterndem Ergebnis.

Er ist einer der wenigen frischen Gemüse im Winter: Feldsalat. Und mit seinem nussigen Geschmack ist er eine willkommene Abwechslung im Blattsalat-Einerlei. Gesund ist er auch, zumindest, was seine Inhaltsstoffe betrifft: Er steckt voller Vitamin C, Betacarotin, Kalium und Eisen.

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Beim Anbau werden viele Pestizide eingesetzt

Allerdings werden beim Anbau von Ackersalat besonders viele Pestizide eingesetzt. Da die kleinen Pflänzchen dicht an dicht stehen, können sich leicht Pilze und Insekten  einnisten und die Ernte zerstören.

Die Grenzwerte wurden zuletzt angehoben

Bereits 2008 entdeckten die Prüfer des „Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit“ im Feldsalat Pestizid-Rückstände, die die gesetzlichen Grenzwerte überschritten. Seitdem wurden laut „Öko-Test“ die erlaubten Höchstmengen hochgeschraubt.

Im Fall des Pilzbekämpfungsmittels Iprodion wurde die erlaubte Menge sogar verdoppelt. Das Mittel wird von der amerikanischen Umweltbehörde EPA als "wahrscheinlich krebserregend" für den Menschen eingestuft. Es sind übrigens die Hersteller selbst, die Rückstandshöchstmengen bei den Behörden beantragen.

33 Feldsalate wurden auf Pestizid-Rückstände untersucht

Die Tester der Zeitschrift haben für ihre Januar-Ausgabe 33 Salat-Proben bei den klassischen Supermärkten eingekauft und im Labor auf mehr als 600 Pestizide getestet. Darunter waren Salate von Aldi, Rewe, Edeka, Lidl und den Bio-Ketten Alnatura und Denn’s.

Zwar hat kein Salat die erlaubten Pestizid-Höchstwerte überschritten. Dennoch wurden einige als schädlich eingestufte Stoffe gefunden - immer wieder Iprodion und viel Nitrat. „Feldsalat ist als vergleichsweise stark belastetes Gemüse einzustufen“ resümierten die Tester.

Den unbedenklichsten Feldsalat gibt’s bei Denn’s

Der „Amico Bio Feldsalat“ von Demeter, der von der Bio-Kette „Denn’s“ angeboten wird, ist der einzige Salat, der mit der Note „sehr gut“ abgeschnitten hat. Hiervon kosten 150 Gramm allerdings auch 2,99 Euro.

Nur vier Salate erhalten die Note „gut“

Mit „gut“ schnitten Salate vom Bio-Markt Alnatura, aber auch von Aldi und Penny ab: der „Barduca Bio Feldsalat“ (3,74 Euro/150 Gramm) von Alnatura, der „Feldsalat Edel und fein“ von Aldi Nord (0,95 Euro/150 Gramm), ein Salat mit dem sperrigen Namen „Marktfrisch aus Deutschland Feldsalat aus Lampertheim“ (1,09 Euro/150 Gramm) von Kaufland und der „Feldsalat mild & aromatisch“ (0,99 Euro/150 Gramm) von Penny.

Lediglich „befriedigend“ erhielten die Salate von Aldi Süd, Edeka, Lidl, Netto, Real und Rewe. Bei ihnen wurden Spuren von bis zu vier, teilweise bedenklichen Pestiziden gefunden. Niemand weiß, wie sich "Pestizid-Cocktails" auf den menschlichen Körper auswirken.

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