5 Gründe, vegan zu leben

Veganer verzichten komplett auf tierische Produkte. Aber warum? Hier erfahrt ihr die fünf wichtigsten Gründe, die für eine vegane Lebensweise sprechen! 

Fast jeder kennt mindestens eine Person im Freundes- oder Bekanntenkreis: Veganer, die komplett auf tierische Produkte verzichten. Besonders irritierend für die Umstehenden wird es vor allem dann, wenn er oder sie sogar auf bestimmte Getränke verzichtet. Hakt man genauer nach, wird man feststellen, dass bestimmte Weine, Säfte & Co. mit Gelatine geklärt werden. Das kommt überraschend und oft genug drängt sich die Frage auf, was man denn dann überhaupt noch essen oder trinken könne.

Aber entgegen der allgemeinen Vorstellung ernähren sich vegan lebende Menschen nicht nur von Salat und Wasser! Die meisten haben ihre Ernährung und ihren Lebensstil perfekt angepasst und wissen in der Regel bestens Bescheid über eine ausgewogene Ernährung und Lebensmittel ohne tierische Inhaltsstoffe. Und ihre Gründe für diese Ernährungsform sind durchaus einleuchtend – oder regen zumindest zum Nachdenken an!

1. Gesundheitliche Aspekte

Auf Fleisch zu verzichten, hat viele gesundheitliche Vorteile und wirkt sich unter anderem positiv auf den Cholesterinspiegel aus. Gänzlich tierische Produkte aus seiner Ernährung zu verbannen, reduziert zusätzlich noch die Wahrscheinlichkeit beispielsweise an Fettleibigkeit, Diabetes oder Arthritis zu erkranken.

Außerdem werden all die gesundheitsschädlichen Nebenprodukte umgangen, die über den Konsum tierischer Lebensmittel aufgenommen werden können: Denn es ist kein Geheimnis mehr, dass die konventionelle Landwirtschaft und vor allem die Massentierhaltung Antibiotika im Fleisch, Pestizide im Honig oder mit Schadstoffen belastete Eier hinterlässt – wovon leider auch Lebensmittel mit Bio-Siegel nicht immer gänzlich verschont bleiben.

2. Vermeidung von Tierleid

Männliche Küken, die unmittelbar nach dem Schlüpfen lebendig geschreddert werden, Kälber, die man kurz nach der Geburt von ihren Müttern trennt oder etliche Hühner, die sich einen einzigen Quadratmeter teilen müssen – die Liste ist schier endlos und zeigt die schlimmsten Auswirkungen unserer Konsumwirtschaft, deren Prinzipien auf Quantität statt auf Qualität abzielen. Auch wenn man auf Bio-Produkte achtet und regionale Landwirtschaft unterstützt, so schleichen sich trotzdem jede Menge Lebensmittel ein, die in irgendeinem Inhaltsstoff tierische Produkte versteckt halten. Und die Gewinnung dieser Inhaltsstoffe ist leider nur all zu oft mit einem hohen Maß an Tierleid verbunden. Um das zu vermeiden, ist die konsequente Schlussfolgerung letztendlich ganz auf tierische Produkte zu verzichten und sich vegan zu ernähren.

3. Ökologische Gründe

Die tierische Landwirtschaft ist nicht nur für einen hohen Wasserverbrauch verantwortlich, sie hat außerdem Auswirkungen auf den Treibhauseffekt und die Landzerstörung. Die Ursachen liegen auf der Hand: Tiere müssen getränkt und gefüttert werden, wobei die Futtermittel während des Anbaus auch eine stetige Bewässerung benötigten – ein sehr hoher Wasserverbrauch für die Tierwirtschaft ist die Folge. Der Treibhauseffekt wird wiederum zum Beispiel durch das von Kühen ausgestoßene Gas Methan verschlimmert, das 25-mal so stark wirkt wie CO2. Und nicht zuletzt werden riesige Flächen Regenwald abgeholzt, um Weiden zu gewinnen oder Futtermittel für die Tierhaltung anzubauen.

4. Die Nutztierhaltung verschlimmert den Welthunger

Mais, Getreide und Soja werden an Millionen von Nutztieren verfüttert, nur um dann in Form von ein paar Steaks auf dem Teller zu landen. Die Überlegung ist daher einfach: Warum nicht direkt die angebauten pflanzlichen Lebensmittel zur Ernährung von Menschen nutzen, wo doch über 800 Millionen Menschen weltweit an Hunger leiden?

5. Du bist, was du isst!

Veganer setzen sich in den allermeisten Fällen sehr intensiv mit ihrer Ernährung auseinander. Sich mal eben etwas schnell auf die Hand zu holen, geht oft nicht: Bei Fast Food oder Fertigprodukten sind nicht selten Milchpulver, Ei oder Zusatzstoffe mit E-Nummern, die aus tierischen Produkten stammen, enthalten. Frisch kochen und die Zutatenliste studieren, ist daher für vegan lebende Menschen die Devise. Das hat den schönen Nebeneffekt, dass sie sich sehr bewusst mit ihrer Nahrung auseinandersetzen, wenig vorgefertigte Lebensmittel konsumieren und ganz allgemein wissen, was sie essen.

Vegan leben – aber was ist mit B12?

Zugegeben, die Umstellung zur veganen Ernährungsweise erfordert etwas Rechercheaufwand, Mühe und Zeit – aber die Gründe liegen auf der Hand. Und wer jetzt als Gegenargument B12-Mangel nennt, dem sei gesagt, dass sich Vitamin B12 ohne Probleme auch über Nahrungsergänzungsmittel aufnehmen lässt. B12 ist tatsächlich das einzige Vitamin, das bei einer rein pflanzlichen Ernährung nicht gegeben ist und dessen Mangel zu gesundheitlichen Schäden führen kann. Eine regelmäßige Kontrolle ist daher essenziell.

Vegan zu leben, kann also nicht nur einen positiven Effekt auf die Gesundheit und Umwelt haben, es vermeidet auch Tierleid und sensibilisiert für die eigene Ernährungsweise. Nichtsdestotrotz ist aber auch bei der veganen Lebensweise eine abwechslungsreiche Ernährung und das Wissen um die verschiedenen Nährstoffe das A & O. Wenn euch die Umstellung zu einer rein veganen Ernährung dabei zu drastisch ist, tut ihr bereits etwas Gutes, wenn ihr tierische Produkte deutlich reduziert und euch nach all den pflanzlichen, leckeren Alternativen umschaut. Und das macht sogar richtig Spaß, denn Seitan, Tempeh und Jackfruit eröffnen völlig neue Geschmacksrichtungen und interessante Kochrezepte. Probiert es aus!

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