Antioxidantien: Retter vor freien Radikalen?

Antioxidantien werden oft als Retter des Körpers bezeichnet, weil sie uns vor freien Radikalen schützen können. Doch die Studienlage ist unübersichtlich.

Sind Antioxidantien die Gesundheitspolizei unseres Körpers?

Bei Antioxidantien handelt es sich um chemische Verbindungen, die uns vor sogenannten "freien Radikalen" schützen können – diese begünstigen die Entstehung verschiedener Krankheiten. Laut der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit ist die Studienlage jedoch recht komplex – nur wenige Untersuchungen belegen die schützende Wirkung bestimmter Antioxidantien auf wissenschaftlich fundierter Basis. Dazu zählen beispielweise die Antioxidantien Zink und Vitamin C.

Welche Antioxidantien helfen wirklich?

Es gibt nur eine begrenzte Anzahl von Antioxidantien, die die offizielle Aussage führen dürfen, dass sie dabei helfen, "die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen". Dazu zählen:

  • Vitamin C
  • Vitamin E
  • Vitamin B2
  • Zink
  • Selen

Was sind freie Radikale?

Freie Radikale werden zum einen durch Stoffwechselprozesse vom Körper selbst gebildet und entstehen zum anderen durch äußere Einflüsse, beispielsweise durch:

  • Zigarettenrauch,
  • Umweltgifte,
  • UV-Strahlung
  • und Stress.

Im Körper kommt es dabei zur sogenannten Oxidation, bei der die freien Radikalen entstehen. Die aggressiven Verbindungen können das Risiko für verschiedene Krankheiten erhöhen. Dazu zählen:

  • Arteriosklerose
  • Rheuma
  • Krebs-Erkrankungen
  • Herzerkrankungen
  • Diabetes
  • Neurodegenerative Erkrankungen, z. B. Alzheimer

Außerdem beeinflussen sie verschiedene Alterungsprozesse des Körpers negativ, beispielsweise die der Haut.

Wie sollten wir unseren Vorrat an Antioxidantien auffüllen?

Antioxidantien sollten idealerweise durch frisches Obst und Gemüse aufgenommen werden – so entfalten sie ihre antioxidative Wirkung am besten. Viele Unternehmen werben damit, den täglichen Bedarf durch bestimmte Nahrungsergänzungsmittel decken zu können. Hier sollte man vorsichtig sein: Bisher gibt es laut der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit keine wissenschaftlich fundierte Studie, die belegt, dass durch Nahrungsergänzungsmittel aufgenommene Antioxidantien tatsächlich vor Krankheiten oder Hautalterung schützen können. Allerdings deuten mehrere Studien daraufhin, dass eine zu hohe Dosis Antioxidantien negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann – das betrifft besonders Vitamin C und das sogenannte Beta-Carotin (Vorstufe von Vitamin A).

Vorsicht ist auch bei dem von Unternehmen gern verwendeten ORAC-Wert ("Oxygen Radical Absorbance Capacity") geboten. Dieser erklärt, wie gut die freien Radikalen abgefangen werden können – aber es handelt sich dabei lediglich um einen Laborwert. Er lässt sich nicht einfach auf eine mögliche Wirkung auf den Menschen übertragen, daher ist die Werbung damit eher irreführend.

Oxidativen Stress durch Ernährung verringern: Welche Lebensmittel sollte ich essen?

Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Ballaststoffen (z. B. aus Vollkorn), Nüssen, ein paar Milchprodukten und etwas magerem Fleisch versorgt uns mit allem, was wir brauchen. Neben den Antioxidantien gelten übrigens auch sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe als besonders gesund. Dazu zählen zum Beispiel Flavonoide aus der Gruppe der Polyphenole, die unter anderem in Äpfeln, Birnen oder Trauben stecken.

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