Bio-Fleisch - darauf sollten Sie achten

An gutes Fleisch zu kommen ist heute keine Kunst mehr. Viele Schlachtereien und Supermärkte bieten Qualitätsfleisch mit Gütesiegeln an. Der Preis ist höher, der Genuss dafür aber auch größer. Empfehlenswert ist deshalb Bio-Fleisch aus artgerechter Tierhaltung oder ökologischer Aufzucht. Dann schmeckt auch der Braten besser!

Ökologische Aufzucht

Die meisten der knapp 13 000 (Stand 31.12.2000) deutschen Öko-Landbaubetriebe sind in einem der anerkannten Bioverbände organisiert. Das sind:

Mikroplastik im Teebeutel

Und auch regionale Verbände gehören dazu. So wird zum Beispiel in Bayern Ökoqualität durch Chiemgauer Naturfleisch und in Schleswig-Holstein Ökoqualität durch die Marke Robustrind garantiert. Daneben gibt es an Fleischtheken oder als SB-Ware Biofleisch-Eigenmarken des Lebensmittel-Einzelhandels, zum Beispiel "Füllhorn" für Rewe/Minimal, "Gutfleisch Bio" für Edeka-Märkte, "Grünes Land" bei Metro und Real; "KFF Bio" in den Tegut-Märkten (Franken, Hessen, Thüringen); "Bernhard's Öko-Gut", Kupsch-Märkte (Unter- und Mittelfranken); "Alnatura" in den Alnatura-Naturkostläden, die überwiegend im süddeutschen Raum vertreten sind.

Wann ist ein Rind ein Demeter-Rind?

Wegen des anhaltenden BSE-Risikos sind für landwirtschaftliche Betriebe, die sich in der Umstellung von konventioneller zu ökologischer Tierhaltung befinden von den Bio-Verbänden Bioland und Demeter noch strengere Richtlinien für "Umstellungsrinder" geschaffen worden. In der Praxis sieht es seit Anfang des letzten Jahres so aus, dass Kälber, die vor der Hof-Umstellung geboren wurden, nicht unter dem Verbands-/Markennamen "Demeter" oder "Bioland" verkauft werden dürfen. Das gleiche gilt für Tiere, die zu Zuchtzwecken zugekauft werden; das geschieht zur Bestandsergänzung auch nur in Ausnahmenfällen.

Artgerecht statt Massentierhaltung

Die Tiere, die für Markenfleischprogramme artgerecht gezüchtet werden, kommen vorwiegend von kleinen Höfen. Aufzucht und Haltung sind - anders als bei der ökologischen Tierhaltung - nicht gesetzlich festgelegt, sondern werden von den Erzeugergemeinschaften selbst klar definiert und kontrolliert. Das heißt:

  • Die Tiere werden in hellen luftigen Strohställen mit ausreichend Bewegung und Auslauf langsam aufgezogen.
  • Das Futter kommt vom eigenen Hof oder aus der Region.
  • Antibiotika, Masthilfsmittel, Leistungsförderer, Tierkörper- oder Knochenmehle oder genmanipuliertes Importfutter sind verboten.
  • Transport und Schlachtung sind so tierschonend und stresslos wie möglich.

Anerkannte Markenfleisch-Programme

  • "Neuland" (350 Bauern, 100 Fleischereien); Infos: Neuland, Potsdamer Straße 68, 10785 Berlin (Tiergarten), Tel. 030/ 25799784, Fax 030/25799783 oder
  • www.neuland-fleisch.de.
  • "Thönes-Natur-Verbund"(ca. 250 Höfe, ca. 80 Metzgereien). Neu ist "Thönes Natur bio" (als SB-Ware bei Karstadt und Rewe angeboten). Info-Telefon 0180/5349240 (Mo. bis Fr. von 9 bis 18 Uhr) oder www.thönes.de.
  • Schwein und Rind der "Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall" (420 bäuerliche Betriebe, 140 Partner-Metzgereien). Infos, Adressen, Hofbesuche: Tel. 07904/ 9797-19 oder www.besh.de.
  • Adressen von Lammfleisch-Erzeugern, die ihre Tiere natürlich und artgerecht halten, gibt es bei der Wirtschaftsvereinigung deutsches Lammfleisch (WDL),
  • Godesberger Allee 142-148, 53175 Bonn, Tel. 0228/ 375351, Fax 0228/376449.
  • "sus agnatum"- erhältlich im Raum Hamburg.
  • Eine Liste der Hamburger Geschäfte kann bestellt werden bei Wilhelm Ahrens, Große Kirchreihe 5, 25377 Kollmar oder unter www.susagnatum.de
  • "Öko Original Regional" - Markenzeichen für Öko-Produkte aus der Region um Nürnberg. Die an der Biomarke teilnehmenenden Landwirte müssen Mitglied in einem der anerkannten Dachverbände Bioland, Demeter oder Naturland sein.

Echte Biosignale

Achten Sie auf echte Biosignale auf verpackten Fleisch- und Wurstwaren (SB-Ware):

  • Der Code der EG-Öko-Verordnung von 1991
  • (z. B. DE-001-Öko-Kontrollstelle).
  • Nur wo "bio" und "öko" draufsteht, ist auch Bio drin.
  • Das neue wabenförmige "Biosiegel" mit grünem
  • Rand vom <al href="http://www.bio-siegel.de" target="_blank"> BMVEL (Bundesministerium für Verbraucher, Ernährung und Landwirtschaft).
  • Und/oder die Logos der anerkannten Bio-Anbauverbände (siehe oben).

Ökofleisch im Versandhandel

Bequemer geht's nicht. Gesundes und schmackhaftes Fleisch, Wurst und Geflügel gibt's über den Direktversand bei Öko-Fleischereien und Hofläden. Die Fleischwaren oder auch Geflügel kommen eisgekühlt und vakkumverpackt von Bio-Höfen und -Aufzuchtbetrieben. Produkt- und Preislisten erhalten Sie bei folgenden Adressen:

  • Martinshof;
  • In der Brombach 6, 66606 St. Wendel,Tel: 068 56/900 60;Fax: 068 56/900 620. bestellung@martinshof.de" (nur innerhalb Saarland).
  • Hephata; Bio-Metzger vom Herzberg, Tel: 066 31/963 70, Fax: 066 31/963 710.
  • Metzgerei Villemin Pfarrstraße 10, 74321 Bietigheim-Bissingen; Tel: 071 42/44 240; Fax: 071 42/44 890;
  • BioMetzgereiVillemin@t-online.de.
  • Ökofleischerei Raab Buntentorsteinweg 326; 28201 Bremen;
  • Tel: 0421/55 16 55;Fax: 0421/55 08 15;
  • RaabgmbH@aol.com.
  • Demeter Metzgerei Leibold; Henneberg 7, 91235 Velden; Tel: 091 52/395; Fax: 091 52/1342.
  • Bio-Center; Boschring 5, 63329 Egelsbach; Tel: 061 03/20 11 440; Fax: 061 03/20 11 44 44;
  • info@bio-center.com.
  • Futura GmbH; Pfarrstraße 38; 73666 Baltmannsweiler; Tel: 071 53/422 66;
  • Fax: 071 53/422 36,
  • futura-gmbH@t-online.de.
  • Landfrau Fleisch & Wurst; Hofgut Algertshausen; 86926 Greifenberg; Tel: 081 93/56 30; Fax: 081 93/58 38.

Für Einkauf und Ausflug

Die Herrmannsdorfer Landwerkstätten in Glonn bei München und Laatzen bei Hannover produzieren in ihren Warmfleisch-Metzgereien Fleisch- und Wurstspezialitäten aus eigener ökologischer Erzeugung. Adressen der Herrmannsdorfer Landmärkte und Verkaufsstellen, Prospekte und Informationen zu Führungen und Veranstaltungen erhalten Sie unter Tel: 080 93/90 94 16 oder www.herrmannsdorfer.de

Hilfreiche Adressen

Hier gibt's Adressen von Einkaufs- und Bestellmöglichkeiten: www.soel.de www.naturkost.de www.care.de www.channel.de www.greenpeace magazin.de Etwa 3800 Adressen finden Sie in dem Buch "Einkaufen direkt beim Bio-Bauern", zu bestellen bei: Verbraucher-Initiative, Elsenstraße 106, 12435 Berlin oder www.verbraucher.org (gegen Rechnung für 12,27 Euro plus Versandkosten).

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Anna Ort-Gottwald
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