Auf welches Bio-Siegel kann ich mich verlassen? Ein Überblick

Du möchtest auf Bio-Produkte umsteigen, weißt aber nicht, auf welche Siegel du dabei achten sollst? Wir geben dir einen Überblick über die wichtigsten Symbole.

Wer Wert auf gesunde, natürliche Zutaten und einen ökologischen Anbau legt, der kommt nicht darum herum, sich mit den Bio-Siegeln zu beschäftigen. Sie zeigen dir deutlich, worauf du dich als Konsument bei diesem Produkt verlassen kannst. Nur Unternehmen und Produkte, die gewisse Standards und Auflagen einhalten, dürfen die Bio-Siegel auf ihrer Ware zeigen. Weil die Einhaltung streng überprüft werden, bist du hier auf der sicheren Seite.

Nur diese Produkte dürfen sich auch "Bio" nennen, denn der Begriff ist europaweit rechtlich geschützt. Ähnliches gilt übrigens auch für die Bezeichnungen "aus kontrolliert biologischem Anbau" und "Öko".

Das europäische staatliche Bio-Siegel

Das wichtigste Logo, das du kennen solltest, ist das europäische staatliche Bio-Siegel. Es wurde 2012 europaweit verbindlich eingeführt. Du hast es sicher schon gesehen: Die europäischen Sterne sind zu einem geschwungenen Blatt vor grünem Hintergrund angeordnet. Alle Produkte, die das europäische Bio-Siegel tragen, enthalten höchstens 0,9% gentechnisch verändertes Material und mindestens 95% ihrer Inhaltsstoffe stammen aus Öko-Anbau.

Damit ist schon ein grundlegender Standard gesichert. Das Logo ist für alle vorverpackten, ökologisch erzeugten Lebensmittel verbindlich, die in einem EU-Mitgliedsstaat hergestellt werden und die strengen Normen erfüllen. Für unverpackte Bio-Produkte, die aus der EU stammen oder importiert werden, ist die Kennzeichnung mit dem Bio-Logo freiwillig.

Das deutsche staatliche Bio-Siegel

Zusätzlich dazu gibt es noch das deutsche staatliche Bio-Siegel, das auf freiwilliger Basis verwendet werden kann: ein sechseckiges, grün-schwarz-weißes Symbol mit dem schwarzen Schriftzug "BIO" in der Mitte.

Auflagen für das deutsche Bio-Siegel

Es wurde 2001 eingeführt und wird für Produkte vergeben,

  • die nicht durch bzw. mit gentechnisch veränderten Organismen erzeugt wurden
  • bei denen keine synthetischen Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kamen
  • die nicht mit Hilfe von leicht löslichen mineralischen Düngern erzeugt wurden
  • die maximal 5 % konventionell produzierte Bestandteile enthalten (wobei hier auch viele Inhaltsstoffe ausgeschlossen sind)
  • die keine künstlichen Aromen, Geschmacksverstärker, Farbstoffe und Emulgatoren enthalten
  • für deren Konservierung nicht ionisierende Strahlung eingesetzt wurde

Darüber hinaus fordert das deutsche staatliche Bio-Siegel von den Produzenten, dass sie ihre Fruchtfolgen auf den Feldern abwechslungsreich gestalten. Bauern sollen also auf Zwei-, Drei- oder Vierfelderwirtschaft setzen, um den Boden nicht auszulaugen, sondern ihm auch immer wieder neue Nährstoffe zuzuführen. So soll der Boden, als unser höchstes Gut, geschützt werden.

Bei der Viehzucht gibt es natürlich Anforderungen an Mindeststall- und –freiflächen für die Tiere und die Auflage, nur Futtermittel ohne Zusatz von Antibiotika und Leistungsförderern zu verfüttern. Und auch die Einfuhr von Rohwaren und Produkten aus Drittländern ist streng geregelt und wird ebenso eng kontrolliert.

Weitere Informationen zu den staatlichen Siegeln gibt es beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Naturland, Demeter & Co.: Die Bio-Siegel der Verbände

Wenn dir das aber noch nicht genug ist, dann halte nach den Bio-Siegeln von "Demeter", "Bioland" und "Naturland" Ausschau. Sie haben weitaus höhere Standards und garantieren einen hundertprozentigen Öko-Anbau. Die drei genannten Verbände dürften wohl die bekanntesten Siegel haben, daneben gibt es aber auch noch das Bio-Siegel des ökologischen Anbauverbands "Biokreis", das Siegel "Biopark" aus Mecklenburg Vorpommern, das unter anderem auf artgerechte Tierhaltung, viel Auslauf und Weidegang setzt, "Ecoland", "Ecovin" und "Gäa".

So streng sind die Auflagen der privaten Bio-Siegel

Während das EU-Bio-Siegel zum Beispiel maximal 14 Mastschweine pro Hektar und Jahr erlaubt, sind es bei Bioland, Demeter und Naturland nur maximal 10. Während beim EU-Bio-Siegel mindestens 95% der Zutaten aus ökologischer Herkunft stammen müssen, gibt es bei den Siegeln der Verbände keinerlei Kompromisse: Nur Produkte, die zu 100% ökologischer Herkunft sind, erhalten diese Bio-Siegel.

Während das Siegel der EU lediglich Geschmacksverstärker, künstliche Aromen und Farbstoffe verbietet, ist die Liste der Produkte, die beispielsweise Bioland ausschließt, deutlich länger. Dort finden sich auch jede Menge E-Zusatzsstoffe. Und während die EU nur angibt, dass Tiertransporte mit möglichst wenig Stress einhergehen sollen und die Tiere weder mit Stromstößen getrieben noch mit allopathischen Beruhigungsmitteln behandelt werden dürfen, legt zum Beispiel Bioland fest, dass die maximale Transportdauer 4 Stunden beträgt und dabei eine maximale Entfernung von 200 Kilometern zurückgelegt werden darf.

Bio-Siegel für Mineralwasser

Das SGS INSTITUT FRESENIUS hat Bio-Siegel für Mineralwasser entwickelt. Ein Produkt kann das Qualitätssiegel nur erhalten, wenn es strenge Laborprüfungen und Betriebskontrollen besteht. Gleichzeitig muss gewährleistet sein, dass es sozial und ökologisch nachhaltig hergestellt wurde .

Dafür werden 97 Kriterien überprüft, die sowohl eine nachhaltige Unternehmensstruktur als auch Nachhaltigkeit in einzelnen Unternehmensbereichen beleuchten, darunter auch Arbeitssicherheit und Chancengleichheit sowie ein nachhaltger Rohwareneinkauf und soziales Engagement außerhalb des Unternehmens. Die Klimabilanz, das Energie- und Ressourcen-Management sowie eine nachhaltige Logistik zählen natürlich ebenfalls zu diesen Kriterien.

Weitere Informationen zum Qualitätssiegel für soziale und ökologische Nachhaltigkeit sowie eine Liste mit den ausgezeichneten Mineralwassern (z.B. sämtliche Volvic naturell-Produkte, aber auch Mineralwasser von Hassia, Gerolsteiner und Elisabethen Quelle) gibt's beim SGS INSTITUT FRESENIUS.

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