Forscher warnen: Darum werden jetzt auch schlanke Frauen dick

Forscher schlagen Alarm: Eine Langzeitstudie belegt, dass wir seit Jahrzehnten immer dicker werden. Auffällig: Auch schlanke Menschen legen immer mehr zu.

Dass die Menschheit seit langer Zeit immer dicker wird, ist kein Geheimnis mehr: Laut der Weltgesundheitsorganisation hat sich die Rate von Fettleibigkeit zwischen 1975 und 2016 global beinahe verdreifacht. Forscher suchten nun mithilfe einer Langzeitstudie, die über 40 Jahre lief, nach Gründen dafür und belegten, wie sich das Gewicht in den Industrieländern über die Jahre hinweg verändert hat. Das alarmierende Ergebnis, das nun im British Medical Journal veröffentlicht wurde: Auch in den 60ern gab es bereits übergewichtige Menschen, aber diese wogen im Verhältnis deutlich weniger als die übergewichtigen Menschen heute. Und: Der gefährliche Trend macht auch vor normalgewichtigen Personen nicht halt.

Alle Menschen nehmen zu – mit oder ohne genetische Veranlagung

Die Forscher der Norwegischen Universität für Naturwissenschaft und Technik analysierten Daten von rund 120.000 Norwegern, alle im Alter zwischen 13 und 80. Diese Daten beziehen sich auf den Zeitraum zwischen 1963 und 2008. Frühere Untersuchungen belegen, dass es eine genetische Veranlagung für späteres Übergewicht gibt – in der Studie wurde diese mit einbezogen. Wenig überraschend zeigte sich, dass die davon betroffenen Menschen durchschnittlich auch am meisten zugenommen hatten. 

Die Forscher teilten die Teilnehmer in fünf Gruppen ein, von der höchsten genetischen Veranlagung bis zur niedrigsten. 35-jährige Männer mit der Veranlagung hatten 1960 einen BMI, der 1,2 mal höher lag als der gleichaltriger Männer ohne genetische Vorbelastung. Im Jahr 2000 lag der Unterschied schon bei 2,09. Bei den gleichaltrigen Frauen stieg der Schnitt zwischen den Gruppen von 1,77 auf 2,58. Und: Schlanke Menschen blieben von dem Problem nicht verschont. Denn der BMI aller Probanden stieg seit 1960 schrittweise an, egal, ob sie die genetische Veranlagung hatten oder nicht. Bei schlankeren Personen halt nur etwas langsamer als bei denen, die bereits übergewichtig waren.

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Umbruch in den 80ern

Auffällig war auch, dass zwischen 1984 und 1997 das Gewicht im Vergleich am stärksten stieg. Die Wissenschaftler um Studienleiterin Maria Brandkvist vermuten ein Zusammenspiel aus Umweltfaktoren und Genen als Ursache. Der Gedanke sei zumindest naheliegend: "Unsere Studie kann keine Antwort über die Ursachen der Fettleibigkeitsepidemie geben", so Brandkvist. Aber es lohne sich, einen Blick zurück in die 60er zu werfen, "als es noch nicht so leicht oder sogar unmöglich war, sich für einen solchen ungesunden Lebensstil zu entscheiden." Anders ausgedrückt: Vermutlich ist die Kombination aus zu viel ungesundem Essen und wenig Bewegung ausschlaggebend für die fortschreitende Gewichtszunahme der Menschen. Zusätzlich sollen aber auch gesellschaftliche Faktoren, Gifte und Mikroorganismen eine Rolle spielen.

Und nun?

Zumindest an den Faktoren Ernährung und Umwelt können wir selbst etwas drehen, damit der Zeiger der Waage nicht kontinuierlich nach oben geht. Damit du Übergewicht vermeiden kannst, verraten wir dir hier, wie du einen Ernährungsplan erstellen kannst und wie du mit HIIT richtig ins Schwitzen kommst. Außerdem kannst du dich in unserer BRIGITTE Community über diese Themen austauschen!

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