Zusatzstoffe in Lebensmitteln - welche sind schädlich?

Der Farbstoff in Cola-Getränken steht im Verdacht, Krebs zu verursachen. In fast allen industriell verarbeiteten Lebensmitteln sind Zusatzstoffe. Von welchen sollten wir die Finger lassen?

Zitronensäure in der Marmelade, Sorbit und Aspartam im Kaugummi, Carrageen in Ketchup und Pudding - Zusatzstoffe sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Immer wieder gibt es Studien, die Farb- oder Konservierungsstoffe als gesundheitsgefährdend einstufen. Das jüngste Beispiel ist Cola. Der in dem Getränk enthaltene braune Farbstoff Zuckercouleur hat in einer Studie mit Nagetieren Tumore wachsen lassen. Die kalifornische Regierung hat daraufhin Coca-Cola und Pepsi angedroht, dass sie einen Warnhinweis auf hren Cola-Getränken anbringen müssten ("Dieses Getränk kann Krebs verursachen"). Und das, obwohl die Ernährungsbehörde FDA eingeräumt hat, dass ein Mensch mehr als 1000 Dosen Cola pro Tag trinken müsste, um auf die Dosis zu kommen, die bei den Mäusen Krebs ausgelöst hat. Die Getränkehersteller wollen ihr Cola-Rezept trotzdem ändern, um den Warnhinweis zu vermeiden - allerdings nur für den US-Markt.

Rund 300 Zusatzstoffe sind in Europa zugelassen. Mit ihnen werden Lebensmittel hergestellt oder behandelt, zum Beispiel, um sie länger haltbar zu machen. Hier finden Sie die zwölf gängigsten Zusatzstoffe und eine Einschätzung, inwieweit sie dem Körper schaden können.

E 110 – Farbstoff Gelborange

Wofür wird er verwendet? Zum Färben von Pudding, Marmelade, Keksen oder Senf. Was tut er? Empfindliche Personen, die allergisch auf Aspirin reagieren oder unter Asthma leiden, können Hautausschlag oder Atemprobleme bekommen. Nicht empfehlenswert.

E 123 – roter Amaranthfarbstoff

Wofür wird er verwendet? Tönt Liköre, Spirituosen und Kaviar. Was tut er? Im Tierversuch führte Amaranthfarbstoff zu Nierenschäden, in den USA ist er verboten, weil er im Verdacht steht, Krebs zu fördern. Eher meiden.

E 220 – Konservierungsstoff Schwefeldioxid

Wofür wird er verwendet? Gängiges Konservierungsmittel für Trockenfrüchte, Gemüse- und Kartoffel- Fertiggerichte, Knabberwaren, kommt auch öfter in süßem Weißwein vor. Was tut er? Mögliche Reaktionen sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Durchfall oder bei Vorerkrankung auch Asthmaanfälle. Sparsam konsumieren.

E 270 – Säuerungsmittel Milchsäure

Wofür wird es verwendet? Aus Milchsäurebakterien hergestellter Zusatzstoff, der unter anderem in Süßwaren, Feinkostsalaten, Sauerkonserven und Fruchtnektar zum Einsatz kommt. Was tut es? Nichts! Darf auch in Säuglingsnahrung verwendet werden, ist vollkommen unbedenklich.

E 300 – Stabilisator Ascorbinsäure

Wofür wird er verwendet? Eine Form von Vitamin C, zur Konservierung von Obst und Gemüse, oft Fleisch- und Wurstwaren und Backmischungen beigefügt. In manchen Lebensmitteln, etwa Fruchtsäften oder Joghurts, soll durch diesen Zusatz einfach nur der Vitamin- C-Gehalt erhöht werden. Was tut er? In normalen Mengen nichts.

E 322 – Emulgator Lezithin

Wofür wird er verwendet? Er schützt Fette in der Nahrung vor den schädlichen Einwirkungen von Sauerstoff. Steckt oft in Margarine, Keksen, Mayonnaise, Blätterteiggebäck oder Schokoladenprodukten. Was tut er? Für Säuglinge zugelassen, unbedenklich.

E 330 – Säuerungsmittel Zitronensäure

Wofür wird es verwendet? Sorgt unter anderem dafür, dass Vitamine und Farben erhalten bleiben, kommt in Süßspeisen, Limonade, Konfitüre, Teigwaren, Käse- und Fleischprodukten vor. Was tut es? Grundsätzlich unbedenklich, greift in großen Mengen aber den Zahnschmelz an.

E 407 – Verdickungsmittel Carrageen

Wofür wird es verwendet? Aus Rotalgen gewonnen, dient es als Verdickungs- und Geliermittel in Ketchup, Saucen, Eis, Pudding und wärmebehandelter Sahne. Was tut es? Carrageen wird vom Körper unverdaut ausgeschieden, bindet teilweise andere Nährstoffe an sich, die der Organismus dann nicht verwerten kann. Eher nicht empfehlenswert.

E 420 – Feuchthalte- und Süßungsmittel Sorbit

Wofür wird es verwendet? Ein Zuckeralkohol, der süß schmeckt und Feuchtigkeit aus der Luft an sich bindet. Hauptsächlich in zuckerfreien Süßwaren, Kaugummi, Speiseeis, Saucen und Senf zu finden. Was tut es? In großen Mengen kann Sorbit abführend wirken, ansonsten unbedenklich.

E 440 – Füllstoff Pektin

Wofür wird er verwendet? Natürlicher Bestandteil pflanzlicher Zellwände, wird meist aus Apfelschalen oder Zuckerrüben gewonnen. Bildet mit Wasser ein Gel, wird deshalb als Füll-, Gelier- und Verdickungsmittel unter anderem in Tortenguss, Saucen, Desserts, Gelierzucker, Süßwaren und Marmeladen genutzt. Was tut er? Ohne Einschränkungen konsumierbar.

E 621 – Geschmacksverstärker Mononatriumglutamat

Wofür wird er verwendet? Dieses Natriumsalz verstärkt salziges Aroma, wird oft in der asiatischen Fast- Food-Küche verwendet – auch in Suppen, Würzsaucen, Fertiggerichten, Fleischprodukten und Knabbereien. Was tut er? Bei empfindlichen Personen können Kopf- oder Gliederschmerzen und Übelkeit auftreten.

E 951 – Süßstoff Aspartam

Wofür wird er verwendet? Zum Süßen von Diät- Limonade, zuckerfreien Brotaufstrichen, Fisch- oder Meeresfrüchtekonserven, Feinkostsalaten oder Kaugummi. Was tut er? Für Menschen mit Stoffwechselstörungen gesundheitsschädlich; auch sonst eher meiden.

Zusatzstoffe - dafür werden sie gebraucht

Konservierungsstoffe ... verhindern das Wachstum von Bakterien, Hefen oder Schimmelpilzen. Natürliche Konservierungsstoffe sind Zucker, Salz, Rauch, Alkohol und bestimmte Säuren wie z. B. Zitronensäure. Da diese jedoch natürlich vorkommen, gelten sie nicht als Zusatzstoffe und sind nicht zulassungspflichtig.

Antioxidanzien ... werden eingesetzt, damit fettreiche Produkte nicht ranzig werden. Sie kommen in Trockensuppen, Knabberartikeln, Nüssen oder Marzipan vor. Natürliche Antioxidanzien sind z. B. Rosmarin und Salbei, die nicht als Zusatzstoffe, sondern als Gewürz deklariert werden müssen.

Emulgatoren ... können zwei nicht mischbare Lebensmittel miteinander verbinden, z.B. Öl mit Wasser. Der bekannteste natürliche Emulgator ist Eigelb bzw. das darin enthaltene Lecithin.

Stabilisatoren ... verhindern ein Auskristallisieren oder Trennen, zum Beispiel bei Schmelzkäse oder bei der Wurstherstellung.

Verdickungsmittel ... können große Mengen Wasser binden. Sie werden häufig aus Pflanzensäften oder Algen gewonnen und sorgen für cremige Suppen, Cremes, Füllungen oder Soßen.

Zum Weiterlesen

Was verbirgt sich hinter den Zusatzstoffen? Die Zusatzstoffe-Datenbank der Verbraucher-Initiative weiß Antwort.

Fotos: Nitr/Fotolia.com, Pitopia und iStockphoto Ein Artikel aus BRIGITTE Balance
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