E171: Ist dieser Zusatzstoff gefährlich?

E171 ist ein viel genutzter Zusatzstoff, der Lebensmittel weiß färbt. Eine Studie belegt nun, dass sich E171 schädlich auf die Darmflora auswirken kann.

Was ist der Zusatzstoff E171?

Die wenigsten können vermutlich etwas mit der Bezeichnung anfangen – dabei spielt E171 eine bemerkenswerte Rolle in unserem Leben. Der Zusatzstoff, auch als Titandioxid bekannt, verleiht mehr als 900 Lebensmitteln eine glänzende weiße Farbe und wird in der Industrie in Form von winzigen Teilchen ("Nanopartikel") daher viel eingesetzt. Unter anderem kommt E171 beispielsweise in Kaugummis, Süßigkeiten und Zahnpasta vor. Laut den Ergebnissen einer neuen Studie ist Titandioxid für Menschen potenziell krebserregend – und wurde nun deshalb in Frankreich verboten. 

E171 soll Darmentzündungen begünstigen

Forscher der University of Sydney School of Medicine konnten in ihrer Studie an Mäusen belegen, dass Titandioxid die Bakterien der Darmflora beeinflussen. Durch das Titandioxid kam es zu verschiedenen Veränderungen. Erstens änderte sich die Zusammensetzung der Darmmikrobiota generell, zweitens wurden bestimmte Funktionen der Bakterien beeinträchtigt, was das Risiko für die Entstehung von entzündlichen Darmerkrankungen erhöhen kann. Drittens entwickelte sich ein unerwünschter Biofilm – damit sind Bakterien gemeint, die zusammenkleben und die im Verdacht stehen, Darmkrebs auszulösen.

Laurence Macia, Immulogin und Co-Autorin der Studie, schließt daraus: "Wir sagen, dass der Gebrauch besser von den Lebensmittelbehörden reguliert werden sollte." Die Ergebnisse der Untersuchung erschienen im Fachmagazin "Frontiers in Nutrition". 

Intuitives Essen

Deutsche Behörde unternimmt vorerst nichts

Es gibt bereits mehrere Studien, die nahe legen, dass E171 das Krebsrisiko erhöht. Dennoch gibt es in Deutschland bisher keine Pläne, Titandioxid zugunsten der Gesundheit grundsätzlich zu verbieten – lediglich in Bio-Lebensmitteln ist es nicht erlaubt. Die EU-Lebensmittelbehörde EFSA hat bisher noch keine Warnung für ein mögliches Gesundheitsrisiko rausgegeben – und solange das so bleibt, sieht auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) keinen Grund für ein Verbot.

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