Einfrieren: 9 Fakten rund ums Einfrieren

Einfrieren, auftauen - wie macht man's richtig? Das wichtigste Fakten zu Tiefkühl-Lebensmitteln und Schritt-für-Schritt-Anleitungen.

Ihr nutzt die Tiefkühltruhe nur, um Brot einzufrieren? Ihr vergesst das Lachs-Päckchen monatelang in der hintersten Ecke eures Tiefkühlers? Leere Margarinebecher oder Butterbrotpapier sind eure Standard-Verpackungen beim Einfrieren? Und, spricht etwas dagegen? Lest unsere neun Fakten rund ums Einfrieren von Lebensmitteln und zeigt Tiefkühl-Anfängern danach die kalte Schulter.

Lebensmittel, die ewig haltbar sind

1. Warum überhaupt Tiefkühlkost?

Wer wenig Zeit hat und sich trotzdem gut ernähren und schlank bleiben will, liegt mit Tiefkühlkost richtig. Geputztes und fertig geschnippeltes Tiefkühl-Gemüse oder -Obst ist praktisch und enthält mehr Vitamine als Ware, die seit Tagen im Supermarkt liegt. Aber auch ganze Fertiggerichte gibt es inzwischen in guter Qualität und mit wenig Kalorien. Ihr kocht gerne selbst? Wenn ihr mehrere Portionen vorkocht und einfriert, spart ihr nicht nur Energie, sondern auch Zeit.

2. Welche Lebensmittel friert man besser nicht ein?

Tatsächlich kann man fast alle Lebensmittel einfrieren - obwohl es die Wenigsten machen. Tipp: Gemüse am besten vorher blanchieren (zwei bis vier Minuten in kochendes Wasser geben und dann mit eiskaltem Wasser abschrecken), damit die Enzyme zerstört werden. Das macht das Gemüse länger haltbar.

Zu den wenigen Lebensmitteln, die man besser nicht einfriert, gehören:

Milchprodukte: Joghurt, saure Sahne und Crème fraîche kann man nicht einfrieren, sie werden nach dem Auftauen flockig, bei Mayonnaise trennen sich die Zutaten voneinander. Sahne ist okay, man sollte sie nach dem Auftauen aber nicht in heißen Tee oder Kaffee geben, da sie dort ausflockt. Und Milch kann man nur einfrieren, wenn sie homogenisiert wurde.

Obst/ Gemüse: ganze Äpfel und Birnen sowie Weintrauben besser nicht einfrieren, das Gleiche gilt für grüne Blattsalate, die beim Gefrieren zusammenfallen. Auch Rettich und Radieschen sind nach dem Auftauen nicht mehr knackig.

Backwaren: Baiser und Makronen werden vom Einfrieren pappig und zäh, auch Buttercreme mit Pudding, Zuckerglasuren, Tortenguss und Krokant können nicht eingefroren werden.

Fertige Gerichte: Leber, Pell- und Salzkartoffeln fühlen sich in der Gefriertruhe ebenso wenig wohl wie hartgekochte Eier.

3. Warum muss man bei stark fetthaltigem Fisch und Fleisch besonders aufpassen?

Die Packung TK-Lachs sollte nicht zu lange im Gefriergerät bleiben, am besten verbraucht ihr sie innerhalb von drei bis sechs Monaten. Der Grund: Lachs ist ein sehr fetthaltiger Fisch. Enzyme zerstören im Laufe der Zeit das Fett und machen den Fisch ranzig und muffig - auch wenn er tiefgekühlt ist. Nach gut drei Monaten solltet ihr deshalb sicherheitshalber alle sehr fetthaltigen Fleisch- und Fischarten aufgebraucht haben, die ihr bereits eingefroren gekauft haben. Das gilt neben Lachs auch für Makrele, Tunfisch und Hering.

Noch mehr aufpassen müsst ihr bei frischer Ware, die ihr selbst tiefkühlt. Frischen Aal solltet ihr schon nach ein bis zwei Monaten verzehren, dasselbe gilt für fettes Fleisch wie Speck und Kotelett. Magere Fleisch- und Fischprodukte wie Hühnerbrust oder Seelachs können dagegen auch länger tiefgekühlt werden.

4. Wie lange darf man Lebensmittel generell einfrieren?

Länger als ein Jahr sollte kein Lebensmittel tiefgekühlt bleiben. Fertige Speisen sollten spätestens nach drei Monaten aufgebraucht werden. Generell gilt: Rohe Lebensmittel können länger eingefroren bleiben als gegarte. Bei gekauften Tiefkühl-Produkten das Mindesthaltbarkeitsdatum beachten. Generell sind industriell hergestellte Lebensmittel länger haltbar, da sie schockgefrostet (extrem schnell heruntergekühlt) werden. Der Vorteil des schnellen Frostens: Es bilden sich weniger Eiskristalle, damit bleiben Vitamine, Mineralien und Geschmack länger erhalten.

5. Welche Verpackungen nimmt man zum Einfrieren?

Am besten sind Gefrierbeutel und stapelbare Plastikdosen mit fest sitzendem Deckel. Lieber nicht: Pergamentpapier, Plastiktüten, Frühstücks- und Müllbeutel. Leere Joghurt- oder Margarinebecher können brechen, Glas kann splittern.

6. Wie taut man richtig auf?

Fleisch und Fisch taut man am besten ohne Verpackung im Kühlschrank auf, dort können sich Bakterien nicht vermehren. Obst und Backwaren können bei Raumtemperatur aufgetaut werden. Fertiggerichte wie Pizzen sowie Gemüse werden in der Regel unaufgetaut zubereitet.

Ihr überlegt euch beim Frühstück, dass ihr nachmittags die Freundin zum Kaffee einladen wollt? Kein Problem, der Kuchen ist nach drei bis sechs Stunden bei Raumtemperatur aufgetaut. Auch Obstsalat könnt ihr noch servieren, Beeren sind ebenfalls nach maximal sechs Stunden aufgetaut. Mit dem Hähnchen zum Abendessen könnte es dagegen eng werden. Es braucht im Kühlschrank zwölf bis sechzehn Stunden, bis es aufgetaut ist. Und den Sonntagsbraten solltet ihr spätestens Samstagmorgen oder besser noch Freitagabend aus dem Gefriergerät holen. Pro Zentimeter Höhe braucht ein Braten drei Stunden zum Auftauen, da kommen schnell 20 bis 30 Stunden zusammen. Tipp: Wenn es schnell gehen soll, ist die Mikrowelle eine gute Alternative.

7. Kann man bereits aufgetaute Lebensmittel wieder einfrieren?

Eigentlich gilt Wiedereinfrieren als Tabu. Wenn man es richtig macht, spricht jedoch nichts dagegen. Richtig heißt: Die Lebensmittel nicht erst zwei Tage rumstehen lassen, sondern gleich wieder einfrieren und zwar mit der tiefstmöglichen Temperatur. Dann können sich Bakterien nicht vermehren. Vor allem Fleisch, Milchprodukte und Pilze sollte man vor dem erneuten Einfrieren einmal richtig erhitzen.

8. Mein Kühlschrank hat ein Drei-Sterne-Gefrierfach. Ist das genauso gut wie ein Gefriergerät?

Jein. Ihr könnt im Drei-Sterne-Gefrierfach die Lebensmittel genauso lange lagern wie in einem Gefrierschrank oder einer Gefriertruhe und es kühlt auch auf mindestens -18 Grad Celsius runter. Was nicht möglich ist, ist das Einfrieren von frischen Lebensmitteln. Dafür muss das Fach mindestens mit vier Sternen gekennzeichnet sein.

9. Den Kühlschrank abtauen - wie geht's richtig?

Es hilft alles nichts: Ein- bis zweimal im Jahr solltet ihr den Kühlschrank abtauen, auch wenn es keinen Spaß macht. Das ist wichtig, damit die Temperatur konstant bleibt. Spätestens, wenn die Eisschicht dicker als drei Millimeter ist, muss abgetaut werden, damit das Gerät effektiv und stromsparend arbeiten kann. Damit es schneller geht: Schüsseln mit heißem Wasser in den Schrank oder die Truhe stellen. Dann Gerät mit Spülmittellösung reinigen, mit Essigwasser auswaschen und gut trockenreiben.

Wer hier schreibt:

Monika Herbst
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