Pflanzengift in Baby-Kräutertee

Pflanzengift in Kräutertee - das allein ist schon schlimm. Alarmierend: Gefunden wurde es in Baby-Kräutertee aus Öko-Anbau. Wie die Hersteller reagieren.

Alarm in der Nuckelflasche: "WISO" fand krebserregende Pflanzengifte in Baby-Tees. Das ZDF-Verbrauchermagazin ließ insgesamt 19 Kräuter-Babytees testen und berichtete in seiner Ausgabe vom 03.11. (Sendung verpasst? Hier geht's zum Video).

In vier der Tees wurden Pyrrolizidinalkaloide (PAs) nachgewiesen. Dieser Stoff kann den Organismus schädigen und bei hoher Dosierung Lebertumore verursachen. Gerade Säuglinge und Kleinkinder sind gesundheitlich gefährdet. Der Körper von Kindern schwemmt das Pflanzengift nicht aus, sondern speichert es.

Besonders bitter: Vier Bio-Tees sind belastet, zwei davon erheblich: "Sonnenkind Babytee" von Sonnentor und "Baby Kräuter-Tee" von Alnatura. Außerdem schnitten "Baby-Bäuchlein-Tee" von Lebensbaum und "Babytee Kräutertee" von Salus schlecht ab. Die Unternehmen haben ihre Tees inzwischen vom Markt genommen, Sonnentor ruft seinen Tee sogar öffentlich zurück.

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Ursache für die Funde sind Verunreinigungen. PAs sind sekundäre Pflanzenstoffe, mit denen sich einige Pflanzen gegen Fraßfeinde schützen. In Teekräutern gibt es keine PAs, aber in den Unkräutern, die zwischen den Teekräutern wachsen. Da im Öko-Anbau nicht mit Chemie gegen unliebsame Gewächse vorgegangen wird, können sie bei der Ernte unter die Teekräuter gelangen. Teeproduzenten kennen das Problem und haben inzwischen Strategien entwickelt, die Beikräuter zu eliminieren, etwa neue Anbau-Leitlinien oder mehrere Reinigungsprozesse nach der Ernte.

Die Firma Sonnentor weist außerdem darauf hin, dass ihre Rohstoffe seit einem Jahr nach einer neuen Methode auf PA-Gehalte untersucht werden. Die betroffene Charge wurde jedoch vor diesem Zeitpunkt produziert und in den Handel gebracht. Näheres dazu unter information.sonnentor.com.

Auch Lebensbaum hat auf seiner Website Infos bereitgestellt, etwa zu den betroffenen Chargen "Baby-Bäuchlein-Tee".

Der Bundesverband Naturkost Naturwaren kritisiert in einer Stellungnahme die Art der Berichterstattung: "Nicht bedacht hat die WISO-Redaktion unter anderem, dass die Verteilung der PA-Gehalte in den Chargen stark variiert; hohe Gehalte kommen nur punktuell vor."

sg
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