Raw Till Four: Was steckt hinter dem Trend?

Raw Till Four ist ein umstrittener Ernährungstrend, bei dem wir bis 16 Uhr nur Rohkost essen. Kann zuviel Obst und Gemüse unserem Körper schaden?

Was steckt hinter "Raw Till Four"?

"Raw Till Four" bedeutet: Rohkost bis 4 Uhr nachmittags. Es ist eine vegane Ernährungsform, fettarm und kohlenhydratreich, die auf lange Sicht Gesundheit, Fitness und mehr Energie verspricht. Der Ernährungstrend geistert seit 2015 durch die sozialen Netzwerke: Dafür sorgte die Australierin Freelee, die in Videos und per Blog über ihr Leben mit diesem Esstrend berichtete. Angeblich war sie früher magersüchtig und bulimisch, bis sie "Raw Till Four" entdeckt hat.

Wie funktioniert "Raw Till Four"?

Ähnlich wie bei der Rohkost-Diät isst man bei diesem Ernährungstrend zum Frühstück und Mittagessen frisches Obst und rohes Gemüse, am besten Bio - und gerne kiloweise. Jede Mahlzeit soll 1.000 Kilokalorien liefern. Man kann sich das Ganze auch in Form von Smoothie-Rezepten zubereiten. Nach eigener Aussage verdrückt die Australierin auf diese Weise 10-15 Birnen oder 4 Kilogramm Orangen pro Mahlzeit! Auch 10 Bananen plus mindestens ein halber Liter Wasser können da mal im Mixer verschwinden.

Ab 16 Uhr gibt es dann etwas Warmes: Kartoffeln, Wurzelgemüse, Reis oder glutenfreie Pasta. Kichererbsen, Linsen und Bohnen sollte man tunlichst meiden, Fett und alles was nicht vegan ist, ist bei dieser Diät tabu. Freelee gönnt sich zumindest (fettreiche) Nüsse und Saaten. Außerdem soll man täglich 4 Liter Wasser trinken und Ausdauersport (Walken, Joggen, Radfahren) treiben.

Ist "Raw Till Four" gesund?

Nicht wenige brechen diese extrem rohkost-lastige Ernährungsform ab ab, weil sie sich müde, abgeschlagen und antriebslos fühlen. Im Netz wird daher eindringlich gewarnt, auf keinen Fall zu wenig Obst und Gemüse zu essen, weil es einem sonst an Kalorien fehle. Wer so große Mengen an Rohkost isst, muss jedoch mit Völlegefühl und Blähungen rechnen.

Abwechslungsreich essen geht anders

"Raw Till Four" flutet den Körper mit Fruchtzucker, ein Zucker-Overkill droht: In großen Mengen schadet Zucker dem ganzen Organismus und den Zähnen. Wer, wie Freelee, im Extremfall 15 Bananen zum Frühstück verdrückt, liegt damit deutlich über der empfohlene Menge Obst der DGE.

Es droht eine Mangelernährung, denn was bei dieser Kost komplett zu kurz kommt, ist Eiweiß - ob tierisches (Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte) oder pflanzliches (Tofu, Hülsenfrüchte, Nüsse). Fehlt dieser Nährstoff, lassen körperliche und geistige Leistungsfähigkeit nach, die Knochen werden brüchig, und man wird anfällig für Infekte, weil das Immunsystem nicht mehr stark genug ist.

Der schlanke, trainierte Body von Freelee kommt zudem nicht allein vom Obst essen. Dafür braucht es viel Training, wie sie auf ihrem Blog beweist. Und damit der Muskel wächst, ist Eiweiß nötig, und zwar spezielle Aminosäuren, die der Körper ausschließlich über die Nahrung bekommt. Veganer lösen dieses Defizit oft mit Lupinpulver: einem basischen Eiweiß, welches sich in nahezu alle Gerichte mischen lässt.

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Raw Till Four: Frau hält Schale mit Obst im Schoß
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