Flexitarier: Wie gesund ist diese Ernährung?

Flexitarier verzichten anders als Vegetarier nicht ganz auf Fleisch, essen es jedoch nur selten. Hier erfährst du, wie gesund diese Ernährungsform ist.

Was ist ein Flexitarier?

Flexitarier leben eine Art "sanften" Vegetarismus. Das bedeutet, dass sie zwar grundsätzlich alles essen, ihren Fleischkonsum aber reduzieren. Auch der Konsum von Fisch wird eher zurückgeschraubt. Für Flexitarismus gibt es verschiedene Gründe, die von Tierschutz bis hin zu gesundheitlichen Erwägungen reichen können. Flexitarier werden auch als flexible Vegetarier oder Teilzeit-Vegetarier bezeichnet (aus dem Englischen: flexitarian = flexible + vegetarian).

Gründe für eine flexitarische Ernährung

Es gibt vielfältige Motive dafür, Flexitarier zu werden. Dazu zählen:

  • Ethische Gründe (z. B. Tierschutz, Umweltbewusstsein)
  • Religiöse Gründe 
  • Gesundheitliche Gründe (z. B. Abbau von Übergewicht, gesundes Gewicht halten, Risiko für verschiedene Krankheiten senken)

Wie ernähren sich Flexitarier?

Anders als Vegetarier und Veganer essen Flexitarier im Prinzip alles, auch Fleisch. Aber der Fleischkonsum ist sehr bewusst, beispielsweise werden entsprechende Produkte nur dreimal pro Woche verzehrt. Außerdem sind die verwendeten Lebensmittel meist sehr hochwertig, z. B. oft in Bio-Qualität oder vom nahegelegenen Bauernhof mit artgerechter Haltung. Viele Flexitarier weiten den bewussten Konsum auch auf Fisch aus, um der Überfischung der Meere entgegenzuwirken. Generell orientiert sich der Speiseplan eines Flexitariers eher an dem eines Vegetariers. Folgende Lebensmittel werden verstärkt gegessen:

  • Getreide
  • Obst und Gemüse
  • Nüsse
  • Samen
  • Hülsenfrüchte

Was zeichnet einen Flexitarier aus?

Aktuell können etwa zwölf Prozent aller Deutschen als Flexitarier angesehen werden – vielen von ihnen ist das aber nicht einmal klar. Für sie gehört eine bewusste Ernährung einfach zu einem Leben, in dem man auf seine Gesundheit achtet, dazu und sie kochen demzufolge auch eher frisch und regional. Untersuchungen belegen, dass der Fleischkonsum bei einem höheren Bildungsgrad und Einkommen tendenziell niedriger ist als in schwachen Einkommensschichten.

Anders als Veganer, denen oft schon eine Art religiöse Einstellung Nahrung gegenüber nachgesagt wird, vertreten Flexitarier ihre Ernährungsweise eher selten lautstark nach außen. Sie haben lediglich für sich selbst entschieden, dass die flexitarische Ernährungsweise zu ihnen passt, kritisieren aber keinen anderen Stil.

Ferkel Schwein

Welche Kritik erleben Flexitarier?

Gerade dass das Prinzip so flexibel ist, sorgt dafür, dass vor allem Veganer es als "halbgar" kritisieren. Demnach wollen Flexitarier mit dem eingeschränkten Fleischverzehr angeblich nur ihr Gewissen beruhigen, scheren sich aber nicht darum, ob dadurch gesellschaftlich tatsächlich etwas verändert werden kann. Außerdem gäbe es durch den nur anteiligen Verzicht auf Fleisch immer das Risiko, "rückfällig" zu werden und wieder zum übermäßigen Fleischesser zu werden.

Ist es gesund, Flexitarier zu sein?

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), Prof. Dr. Helmut Heseker, geht davon aus, dass Flexitarier tendenziell gesünder leben. Die DGE empfiehlt, pro Woche etwa 300 bis 600 Gramm Fleisch zu essen – diese Menge ist mit einer flexitarischen Ernährung gut zu erreichen. Gleichzeitig wird ein Mangel von Nährstoffen und Vitaminen vermieden. Wer generell darauf achtet, wenig Fleisch – vor allem rotes – zu essen, senke laut Heseker auch das Risiko für Herzkreislaufkrankheiten, Diabetes und Krebs.

Worauf sollte ich achten, wenn ich mich flexitarisch ernähren möchte? 

Eigentlich kann man bei einer bewussten, flexitarischen Ernährung nichts falsch machen – ein Nährstoff- oder Vitaminmangel ist nicht zu erwarten. Es gibt allerdings einige Nährstoffe, bei denen nicht nur Flexitarier, sondern viele Deutsche generell einen Mangel aufweisen – dazu zählt zum Beispiel Vitamin D. Ob der entsprechende Nährstoffspeicher leer ist, lässt sich durch einen Test beim Arzt klären. Um dem entgegenzuwirken, helfen meist schon etwa 15 Minuten an der frischen Luft – idealerweise im Sonnenschein. Reicht das nicht, kann nach Absprache mit dem Arzt auch eine Supplementierung sinnvoll sein. 

Ein ähnlicher Fall, der vor allem bei Frauen auftritt, auch wenn sie kein Flexitarier sind: Eisenmangel. Auch hier hilft ein ärztlicher Test, um zu klären, wie voll oder leer der Speicher des Körpers ist. Aber egal, wie dieser Test ausfällt – niemand sollte auf eigene Faust anfangen, einen vermeintlichen Mangel mit Nahrungsergänzungsmitteln auszugleichen. Eine enge Absprache mit dem Arzt ist hier der beste Weg.

Flexitarier – und weiter?

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