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Frühstück Warum du morgens viel essen solltest

Großes Frühstück mit Müsli, Croissants, Obst, Kaffee: Warum du morgens viel essen solltest
© photolampocka / Shutterstock
Frühstücken Ja oder Nein? An dieser Frage scheiden sich die Geister. Sollen wir morgens denn nun üppig essen oder lieber nicht? Ernährungsexpert:innen haben eine eindeutige Antwort.

Morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König, abends wie ein Bettler… Dieses Sprichwort geistert seit Generationen durch viele Familien. Aber ist wirklich etwas dran? Sprich: Sollen wir tatsächlich morgens unsere größte Mahlzeit essen? Denn spätestens, seit Intervallfasten zu den großen Ernährungstrends gehört, lassen viele das Frühstück sausen. Das ist schließlich meistens bequemer und lässt sich sozial besser vereinbaren als Dinner Cancelling. Denn auf das Abendessen mit der lieben Freundin oder der Familie mögen wir lieber nicht verzichten, dann schon eher das Frühstück einsparen.

Blutzuckerspiegel + Stoffwechsel: Eindeutige Argumente für ein großes Frühstück

Dabei ist das alles andere als eine gute Idee, denn laut Ernährungswissenschaftler:innen sollten wir morgens unbedingt etwas essen – und zwar am besten eine ordentliche Portion. Das hat mehrere Gründe. Einmal hängt die klare Frühstücksempfehlung mit dem Blutzuckerspiegel zusammen. Denn wenn wir morgens nichts oder nur sehr wenig essen, kann sich das negativ auf ihn auswirken. Ein großes Frühstück sorgt für einen nicht so starken Anstieg des Blutzucker- und des Insulinspiegels, was einmal Heißhungerattacken vorbeugt und außerdem langfristig vor Diabetes schützen kann. Das konnte eine Studie nachweisen. 

Der zweite wichtige Grund, der für das Frühstücken spricht, ist unser Stoffwechsel. Ein Forschungsteam hat nämlich herausgefunden, dass der Stoffwechsel nach einer großen Mahlzeit früh am Tag deutlich schneller arbeitet als nach einem üppigen Abendessen. Frühstücken kurbelt also den Stoffwechsel an. "Unsere Studie zeigt, dass der menschliche Energieumsatz morgens grundsätzlich höher ist als abends", erklärt Studienleiterin Prof. Kerstin Oltmanns. "Das ist genetisch bedingt und bei jedem so."

Und wenn ich morgens absolut keinen Hunger habe?

Die Antwort auf die Frage, ob wir morgens frühstücken sollten, lautet aus medizinischer Sicht also eindeutig Ja. Wenn du aber zu den Menschen gehörst, die am Morgen absolut nichts hinunterbekommen, dann ergibt es natürlich wenig Sinn, dich zum Essen zu zwingen. Denn unser Hungergefühl sagt uns eigentlich – sofern wir wirklich darauf hören und nicht gelernt haben, es zu unterdrücken –, wann und wie viel Nahrung unser Körper so braucht.

Wenn du also direkt nach dem Aufstehen beim besten Willen nicht ans Frühstücken denken magst, dann warte am besten einfach, bis du Hunger kriegst. Viele Menschen denken, dass sie unbedingt bis zum Mittagessen warten müssen, wenn sie das klassische Frühstückszeitfenster verpasst haben. Aber auch im Laufe des Vormittags kannst du noch einen kleinen Imbiss zu dir nehmen. Oder du isst nur einen Snack, etwa eine Banane, einen Joghurt oder einen Smoothie. So schaffst du es zumindest, deinen Blutzuckerspiegel konstant zu halten und Körper und Gehirn mit etwas Energie zu versorgen.

Verwendete Quellen: The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, The Journal of Nutrition, zeit.de

mbl Brigitte

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