Frutarier: Nachhaltiger Umgang mit Tieren und Pflanzen

Vegan zu leben ist ihnen nicht genug. Hier erfährst du, welche Ernährungsweise ein Frutarier verfolgt und wie vollwertig diese ist.

Frutarier: Einführung

  • In Deutschland leben über sechs Millionen Vegetarier und fast eine Million Veganer. Der Umgang mit einer bewussten und nachhaltigen Ernährungsweise ist also definitiv kein Randthema mehr.
  • Doch während Veganer und Vegetarier oft noch in Diskussionen mit traditionellen Fleischessern verwickelt sind und man sich gegenseitig oft belehren möchte, gehen die sogenannten Frutarier gleich nochmal eine ganze Stufe weiter, in dem sie neben Tieren auch das Leben und die Unversehrtheit von Pflanzen schützen und wahren möchten.
  • Ein prominenter Verteter des Frutarismus war zumindest für eine gewisse Zeit kein geringerer als Steve Jobs, der aufgrund einer durchgeführten Obstdiät dem heute weltbekannten Unternehmen "Apple" zu seinem Namen verhalf.

Frutarier: Grundsätze der Ernährung

  • Bei einer frutarischen Ernährung geht es darum, Produkte aus Fleisch komplett zu vermeiden, um das Leid der Tiere zu verringern. Gleichzeitig wird auch der Umgang mit Lebensmitteln von Pflanzen klarer reguliert.
  • Ganz strenge Frutarier essen wahrscheinlich sogar nur Obst und Gemüse, was sich von alleine vom Baum bzw. von der Pflanze gelöst hat. Doch in der Regel geht es dem Frutarier darum, dass die Pflanze keinen Schaden nimmt.
  • Gemüse wie Paprika, Gurken oder Zucchini sind demzufolge erlaubt, da bei der Ernte die Pflanze nicht zerstört wird. Dasselbe gilt für Hülsenfrüchte wie Erbsen oder Bohnen. Ob Frutarier Getreide essen, lässt sich auch nicht pauschal beantworten. Da jedoch die Ernte erst erfolgt, wenn die Halme bereits abgetrocknet sind, sind Weizen und Co. erlaubt.
  • Nüsse, Samen und Blätter sind auch bedenkenlos akzeptiert. Auf Gemüse wie Kartoffeln, Zwiebeln oder Rote Beete verzichten Frutarier jedoch, da die Pflanzen von der Ernte Schaden erleiden.

Frutarier: Welche Ernährung ist erlaubt?

Menschen, die sich nach einer frutarischen Ernährungsweise ernähren, legen sich selbst strenge Regeln auf. Folgende Lebensmittel sind erlaubt:

  • Früchte/Obst (die von der Pflanze gepflückt werden)
  • Nüsse
  • Gemüsefrüchte (Tomaten, Paprika, Gurken, Kürbisse, Hülsenfrüchte)
  • Getreide (Nudeln, Reis, Hirse, Brot etc.)
  • Samen
  • Blätter

Frutarier: Ist die Ernährung gesund?

  • Obst und Gemüse enthalten viele Vitamine, Antioxidantien und Mineralien. Diese Mikronährstoffe sind natürlich außerordentlich gesund und wichtig für unseren Organismus. Vegetarier, Veganer und Frutarier ernähren sich in der Regel sehr bewusst und sind daher im Durchschnitt schlanker als Fleischesser.
  • Da Frutarier aufgrund der Ernährungsweise jedoch in der Auswahl und Abwechslung der Lebensmittel (vor allem Obst und Gemüse) relativ eingeschränkt sind, kann es auch zu nachteiligen Effekten kommen. So kann ein zu hoher Anteil an Fruktose (Fruchtzucker) aus Obst den Stoffwechsel sowie Hormonhaushalt beeinträchtigen.
  • Zudem können Mangelerscheinungen in Bezug auf Protein, Mineralien und bestimmte Vitamine auftreten. Wenn du dich also für eine frutarische Ernährung entscheidest, solltest du dich auf jeden Fall regelmäßig von einem Arzt checken lassen und ggf. über Nahrungsergänzungen nachdenken.

Frutarier: Potenzielle Mangelerscheinungen in der Ernährung

  • Vitamin D: Da Vitamin D überwiegend in tierischen Lebensmitteln auftaucht, können Frutarier unter einem Mangel leiden. Vitamin D wird vom Körper auch durch Sonnenlicht selber produziert, was in Deutschland jedoch gerade im Winter wenig vorkommt.
  • Vitamin B12: Ausschließlich aus tierischen Produkten stammt Vitamin B12. Vitamin B12 ist wichtig für unser Nervensystem.
  • Eisen: Eisen findet sich auch in Pflanzen, die Aufnahme ist jedoch mühseliger als über Fleisch. Müdigkeit kann eine Folge von Eisenmangel darstellen.
  • Kalzium:  Auch Kalzium kann über Pflanzen nur in geringeren Mengen als über tierische Produkte aufgenommen werden. Kalzium ist wichtig für die Knochendichte und senkt das Osteoporoserisiko.

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