Was essen Sie im Büro?

Mal Käsebrötchen, mal Currywurst - jeder Zweite muss sich im Job selbst versorgen. Machen Sie das Beste daraus!

Richtig klasse ist das Seelachsfilet mit Senfsoße. Und der Buntbarsch Curry-Kokos. Aber die Hähnchen-Gerichte sind auch gut. Kurze Diskussion, dann sind sich die Kolleginnen Helga Schimmack, Renate Fritz, Charlotte Jescheck und Mechtild Fuchs einig: "Alles ist lecker. Und gesund! Weil keine Geschmacksverstärker und andere Chemie drin sind." Gut auch, dass die Zutaten so detailliert auf den Packungen angegeben sind. Denn es gibt zwei Allergikerinnen im Büro, die sich normalerweise nicht an Fertiggerichte herantrauen.

Seit drei Monaten nehmen sieben Mitarbeiterinnen des Münchner Büros "frau & geld" an einem kulinarischen Pilotversuch teil, der Aktion "Büro Bistro" von Frosta. "4,50 Euro kostet ein Essen, billiger geht's nicht", meint Renate Fritz, so viel werde man auch beim Metzger los, "es sei denn, man gibt sich mit einer Wurstsemmel zufrieden". Beim Italiener kostet die Mittagspasta fünf Euro - und alle sind anschließend immer sehr müde gewesen. Es war einfach zu viel und zu fett. Die Finanzexpertinnen sind froh, dass sie jetzt ein Problem weniger haben: Wie ernähre ich mich gesund im Büro?

Karriere mit Speiseplan

"Wo kriege ich was zu essen her, fragen sich Millionen Angestellte jeden Tag", sagt die Ernährungswissenschaftlerin Susanne Wendel. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) haben nur 47 Prozent der Erwerbstätigen Zugang zu einer Kantine. "Der berufliche Erfolg hängt nun mal stark von der Leistungsfähigkeit und damit von der Ernährung ab", sagt Susanne Wendel. Die Münchner Expertin coacht Firmen und Privatleute, wie man im Job richtig isst (www.foodtrainer.de). Im Grunde haben Berufstätige drei Möglichkeiten:

  • 1. Kantine
  • 2. Stehimbiss oder Restaurant
  • 3. das Essen von zu Hause mitbringen

Wer eine Kantine hat, ist nicht automatisch besser dran. "Da gibt es erhebliche Unterschiede im Angebot", sagt Katharina Goerg von der DGE. Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz erarbeitet die DGE bis Frühjahr 2008 einen Leitfaden für Kantinenchefs, inklusive Rezeptdatenbank und Wochenspeiseplänen. Ziel: das Essensangebot am Arbeitsplatz optimieren. "Jobfit - mit Genuss zum Erfolg!" heißt das Projekt. Schon Ende 2007 kann man sich im Internet über die ideale Ernährung im Job schlau machen (www.jobfit-dge.de).

Wie sieht's in der Kantine aus? Laut Susanne Wendel gibt es in einem guten Betriebsrestaurant:

  • täglich drei oder mehr frisch zubereitete Gerichte
  • Salat und Gemüse zur Auswahl
  • regelmäßig Fisch und auch vegetarische Speisen
  • öfter unpaniertes als paniertes Fleisch
  • und frisches Obst

Davon können viele nur träumen angesichts von XXL-Karbonaden, Pommesbergen und viel Soße. Gut gemeint zwar, aber viel zu schwer für Büromenschen. Dann lieber zum Selbstversorger werden. Auf ein paar Dinge sollten Sie dabei nur achten:

In der Mittagspause schnell zum Imbissstand. Wie soll ich mich da gesund ernähren...? Egal, ob beim Metzger oder an der Frittenbude, im Grunde gibt es dort immer auch Gesundes. Selbst die berüchtigte Leberkäs- Semmel oder die Bratwurst lässt sich mit einer ordentlichen Portion Krautsalat aufwerten. "Am besten, wenn jede Mahlzeit mindestens eine gesunde Komponente enthält", rät Ernährungsexpertin Susanne Wendel. Zum Beispiel einen Salat oder Obst.

Salatmischungen gibt es mittlerweile überall, ebenso Smoothies - fertige Fruchtpürees - und Obst. Wie Sie es auch kombinieren, beherzigen Sie die Faustregel: weniger Fettiges, Paniertes und Frittiertes, weniger kalorienreiche Soßen wie Mayonnaise. "Ein Döner, den man mit wenig Fleisch und mehr Salatbeilage bestellt, ist sogar ein recht gesundes Mittagessen", sagt Wendel. Empfehlenswert auch: kleinere Portionen wählen. Die reichen fast immer, um den Hunger zu stillen, und man hockt anschließend nicht so träge im Büro.

Enthält Salat vom Buffet überhaupt noch Vitamine?

Das Gros der Vitamine mag zwar verflogen sein, weil Blattsalate für Kantinen, Supermärkte und Imbissstände meisten schon morgens geschnitten werden. Aber es sind ja noch Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe in dem Grünzeug. Deshalb ist dieser Salat besser als keiner, und er schmeckt ja trotzdem noch.

Wir haben erst um 13 Uhr Mittagspause. Mein Magen hängt dann in den Knien . . .

Empfehlenswert in diesem Fall: ein kleiner Snack am Vormittag - etwa eine mit Salat aufgepeppte Scheibe Vollkornbrot. Zum Essen sollte man sich mindestens fünf Minuten Pause nehmen und möglichst nicht am Schreibtisch futtern. "Um keinen Leistungsabfall zu riskieren, wäre es ohnehin am besten, mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag zu verteilen, statt sich mittags den Bauch vollzuladen", sagt Susanne Wendel.

Nach dem Essen bin ich oft hundemüde - woran liegt's? Die Müdigkeit ist ganz normal. Unsere Leistungskurve sinkt nach der Mittagspause ab. Allerdings kann zu viel oder zu schweres Essen diese Reaktion noch verstärken. Die meisten Berufstätigen wollen möglichst schnell satt werden. Fatalerweise sind Speisen, die rasch vertilgt sind und nicht langwierig gekaut werden müssen, oft zu fett oder zu süß. Nach einer großen Portion mit zu viel Fett ist der Körper vor allem mit der Verdauung beschäftigt. Süßes und andere kohlenhydratreiche Mahlzeiten (überwiegend Brot, Reis und Nudeln) sorgen zunächst für einen kurzen Energieschub, der Blutzuckerspiegel sinkt dann aber schnell wieder, meist sogar unter das ursprüngliche Niveau - und die Konzentration lässt nach. Ähnliches passiert, wenn man zu wenig isst, etwa das Frühstück auslässt oder das Mittagessen vergisst. Irgendwann hängt man dann einfach durch.

Wie kriege ich bloß meinen Süßhunger in den Griff? Am besten zwei bis drei kleinere Mahlzeiten über den Bürotag verteilen. Süßhunger kommt meist am Nachmittag, etwa drei Stunden nach dem Mittagessen sinkt der Blutzuckerspiegel, und der Körper verlangt nach schneller Energie. Die liefert Zucker, und deshalb gieren wir nach Schokolade, Keksen oder Kuchen. Macht nur leider Appetit auf mehr. Versuchen Sie es mit einem Stück Obstkuchen aus Hefeteig. Hat nicht so viele Kalorien und enthält Obst. Aber manchmal muss es einfach ein Stück Schokolade sein. Susanne Wendel: "Wenn man gestresst und müde ist, hilft das ja tatsächlich über ein kurzes Tief hinweg."

"Büro Bistro" - gut essen, entspannt arbeiten Repräsentative Adresse, schicke Büroräume. . . und was gibt's zu essen? Schau'n wir mal, Motto: Jeder schlägt sich selbst durch. Spaßfaktor: null. Ein Fall für "Büro Bistro", das neue Konzept der Firma Frosta. Sie liefert Tiefkühlgerichte direkt ins Büro. Das Angebot: Man bekommt eine "Büro Bistro"-Station (Maße: 112 x 171 x 72 cm), bestehend aus Tiefkühltruhe, zwei Mikrowellen, Fächern für Teller, Besteck und Servietten sowie einem abschließbaren Kassenfach.

In der Truhe: zehn verschiedene Gourmet-Mahlzeiten - mit Fleisch, Fisch oder vegetarisch. Davon vier BRIGITTE-Diät-Gerichte. Ab Dezember 2007 kommen weitere sieben Gourmet- Mahlzeiten dazu. Alle hergestellt nach dem Frosta-Reinheitsgebot - ohne Zusatzstoffe wie Aromen, Farbstoffe, Geschmacksverstärker oder Emulgatoren. Wer die Station erwirbt, verpflichtet sich, jeden Monat 60 Gerichte nachzuordern (Einzelpreis: 4,50 Euro). Tiefkühler und Mikrowelle sind schon vorhanden? Dann können auch nur die Gerichte bestellt werden, mit Rabatt. Die Aktion lohnt sich ab sieben, acht Personen, die die Station bis zu zweimal die Woche nutzen.

Näheres unter: www.frosta-buero-bistro.de

BRIGITTE Heft 24/07 Text: Eva Meschede Foto: Fotolia.com
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