Welches Essen ist noch sicher?

Verdorbenes Fleisch, Gift in Obst und Gemüse - wie wir uns beim Essen schützen können. Fünf Tipps, damit Sie sicher einkaufen können.

Fragen Sie nach

Hundertprozentige Sicherheit gibt es in der Regel nur bei Bio. Bei den konventionellen Anbietern ist im Zweifel der Fleischer um die Ecke verlässlicher als der Discounter. Für die meisten Fleischer ist Qualität Ehrensache. Und über Herkunft und Rezepturen geben sie den Kunden gern Auskunft. Ähnliches gilt für gut geführte Fleischtheken im Supermarkt. Dort sollte alles appetitlich aussehen, es sollten keine Wischlappen oder Fleischteile auf der Arbeitsfläche rumliegen. "Ob das Personal fachkundig ist, merken Sie sehr schnell, wenn Sie nachfragen", sagt Matthias Wolfschmidt, Sprecher der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch (www.foodwatch.de). "Bekommen Sie über Herkunft oder Zubereitung der Ware keine oder nur eine unbefriedigende Auskunft, sollten Sie die Ware schon aus Prinzip nicht nehmen."

Genauer hinschauen

"Wenn Sie abgepacktes Fleisch oder Wurst kaufen - zum Beispiel auch als Sonderangebot -, trauen Sie nicht nur den Daten auf der Verpackung", rät Matthias Wolfschmidt. Begutachten Sie den Inhalt. Wurst sollte nie gräulich oder grünlich verfärbt sein, schmierig aussehen oder eingetrocknete Ränder haben. Rindfleisch kann durch das Abhängen graue Stellen haben, die bei verpacktem Fleisch stärker auffallen als bei losem. Wichtig: Zu Hause ausgepackt sollte das Fleisch insgesamt rot wirken - sonst reklamieren Sie. Wenn das Fleisch schon in der Packung im eigenen Saft "schwimmt" - Hände weg. Schwein oder Pute sollten nie einen gräulichen Farbton haben. Manche Geschäfte verwenden Rotlicht, um die Ware appetitlicher aussehen zu lassen. Am besten das Fleisch aus dem Regal nehmen und unter normaler Beleuchtung prüfen, empfiehlt die Hamburger Verbraucherzentrale. Im Zweifel nicht kaufen.

Markenware statt No-Name

Döner, Buletten, Würstchen oder Geschnetzeltes vom Imbiss - in Fastfood unbekannter Herkunft lassen sich überlagertes Fleisch und Schlachtabfälle gut verstecken. Deshalb lieber auch keine Eintöpfe oder Nudeln mit Fleischfüllung kaufen, deren Herkunft nicht klar ist. Unproblematischer sind Produkte bekannter Hersteller - die haben einen Ruf zu verlieren. Der Preis sagt nicht unbedingt etwas über Qualität aus. Durch den starken Preiskampf in der Branche gibt's auch gute Ware oft zum Mini-Tarif.

Regional oder Bio kaufen

Weintrauben aus Griechenland, Erdbeeren aus Spanien, Paprika aus der Türkei - regelmäßig entdecken staatliche Kontrolleure und Greenpeace erhebliche Mengen an Rückständen von Pflanzenschutzmitteln. Leider werden auch in regionalem Obst immer mal wieder unzulässig hohe Pestizidwerte gefunden - die Belastung liegt aber in der Regel unter der von importierter Ware. Durchweg geringe Spritzmittel-Rückstände enthalten Obst und Gemüse aus dem Treibhaus (unter Glas lassen sich Schädlinge mit weniger Gift kontrollieren). Allerdings: Treibhausgemüse und -salat (Brokkoli, Kopfsalat, Endivie) können viel Nitrat enthalten, das im Körper zu giftigem Nitrit umgewandelt wird. Bei Salat die äußeren Blätter und die Strünke entfernen, Gemüse blanchieren, um das Nitrat auszuspülen. Für Kinder lieber die Freilandsaison abwarten, Winter- und Tiefkühlgemüse oder Bio kaufen. Nach Anbietern Ausschau halten, die sich um naturnahen Anbau bemühen (z. B. "SanLucar", www.sanlucar.com). Weitere Infos im Greenpeace-Ratgeber "Essen ohne Pestizide" - den gibt's unter www.einkaufsnetz.org oder telefonisch: 040/30 61 81 20.

Gründlich waschen!

Waschen Sie Obst und Gemüse vor dem Essen gründlich! Laut Bundesinstitut für Risikobewertung spült das Wasser bei Früchten mit glatter Schale (Weintrauben, Tomaten) bis zu 70 Prozent der Rückstände fort.

Text: Markus Brügge/ Jörg Zittlau BRIGITTE 03/2006

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Markus Brügge
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